Die Privatbrauerei Moritz Fiege aus Bochum, deren Geschichte nach eigenen Angaben bis in das Jahr 1736 zurückreicht, fühlt sich, darf man der Unternehmens-Homepage glauben, „Geschichte und Tradition“ verpflichtet.

Ihr gehört u.a. das Gebäude des ehemaligen Bahnhofs Bochum Nord. Dieses Gebäude wurde von 1871 bis 1874 errichtet und zählt zu den wenigen noch erhaltenen historischen und denkmalschutzrelevanten Gebäuden in Bochum.

Weiterhin wurden von diesem Bahnhof aus im dritten Reich Deportationen in Konzentrationslager durchgeführt. Dies verleiht dem Gebäude über den rein bauhistorischen Wert hinaus eine erhebliche Bedeutung für die Stadtgeschichte Bochums.

Es ist zudem Teil der Route Industriekultur des Regionalverbandes Ruhr (RVR).

Die Privatbrauerei Moritz Fiege beabsichtigt ganz offensichtlich, das Bahnhofsgebäude abreißen zu lassen, da es angeblich aufgrund des schlechten Zustandes nicht wirtschaftlich zu betreiben sei.

Mit dieser Petition fordern die Unterzeichner die Privatbrauerei Moritz Fiege mit Sitz in Bochum auf, umgehend von allen Plänen eines Abrisses des ehemaligen Bahnhofs Bochum Nord Abstand zu nehmen und das Gebäude einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Ersatzweise fordern wir die Stadt Bochum, vertreten durch die Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, auf, einen Abriss des Gebäudes auf keinen Fall zu genehmigen.

Neben einer Umwandlung in eine Gastronomie ist hier – insbesondere vor dem Hintergrund von steigendem Rassismus und einer massiven Zunahme des Fremdenhasses in Deutschland - eine Nutzung als Mahnmal eine mögliche und sinnvolle Option. Das Unternehmen würde so seiner gesellschaftlichen Verantwortung und seinem Wahlspruch weitaus eher gerecht, als mit der Beseitigung des Gebäudes.

05.09.2015: vielen Dank an www.bochumschau.de, die mir freundlicherweise die Nutzung des Fotos gestattet und zudem einen Film zum Thema gedreht haben: www.bochumschau.de/bahnhof-nord-bochum-droht-abriss-2015.htm

Begründung

Bitte unterstützt diese Petition, damit nicht wieder eines der wenigen verbliebenen historischen Gebäude Bochums beseitigt wird und wahrscheinlich einem geschichts- und gesichtslosen Betonklotz weichen muss.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Martin Schulte aus Bochum
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  • Petition beendet

    am 14.10.2015

    Ich danke allen Unterstützenden von ganzem Herzen für ihre Mithilfe. Mehr als 1500 Stimmen gegen den Abriss des Nordbahnhofs in Bochum hätte ich nicht annähernd erwartet. In der kommenden Woche werde ich die Unterzeichnerliste der Stadt Bochum und der Brauerei Fiege übergeben.

    Zurzeit läuft bereits die erneute Denkmalschutzprüfung in Münster. Gleichzeitig wird offen über eine Nutzung des Gebäudes als Gedenkstätte diskutiert. Vielleicht hat diese Petition ja ein wenig dazu beigetragen, eine Öffentlichkeit herzustellen, die es den Entscheidungsträgern schwer gemacht hat, den Abrissantrag "mal eben so" durchzuwinken und zu genehmigen.

    Ich werde die weitere Entwicklung genau verfolgen und bitte Sie darum, es mir gleichzutun, denn allzu oft werden Entscheidungen durch eine Hinhaltetaktik so lange hinausgezögert, bis der Sachverhalt aus dem öffentlichen Blick geraten ist und man dann schnell und "unbürokratisch" genau das tun kann, wogegen sich einstmals Widerstand regte.

    Martin Schulte, im Oktober 2015

Pro

Wenn die Herren Fiege sich verspekuliert haben so sollten Sie so viel Anstand zeigen den Bahnhof trotzdem weiter zu erhalten! Wenn Fiege den Bahnhof 15 Jahre (!) nicht lüftet und pflegt und dann über Feuchtigkeitsschäden spricht so hat das für mich einen üblen Beigeschmack! Damit dann u.a. wohl den Abbruchantrag zu begründen (?) erscheint mir wie ein Hohn! Ein fast 150 jähriges Gebäude nach eigener "Fehlkalkulation" des "schnöden Mammons" willens opfern zu wollen ist ein Kultur-Frevel ersten Ranges, liebe Fiege-Brüder! Wenn Sie Ihren Besitz 15 Jahre nicht nutzten zeigen Sie Ehre und Initia

Contra

Noch kein CONTRA Argument.