Die Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut - einer für Menschen und andere Tiere gänzlich ungefährlichen Bienenkrankheit - ist Imkern und Imkerinnen eine Herzensangelegenheit. Wir respektieren daher die Überwachung und Durchführung von Maßnahmen zur Bekämpfung durch den zuständigen Amtstierarzt.

Allerdings macht es die bezirkliche Struktur der amtstierärztlichen Überwachung mehr denn je erforderlich, dass die Bekämpfung von Bienenseuchen in Berlin abgestimmt, verläßlich und kooperativ und im Einklang mit geltenden Rechtsnormen wie der Bienenseuchen-Verordnung geschieht.

Infolge eines aktuellen Anlasses hat der Imkerverband Berlin e.V. und der ihm angeschlossene Imkerverein Reinickendorf-Mitte e.V. den dringenden Reformbedarf in einer gemeinsamen Stellungnahme mit folgenden Kernforderungen veröffentlicht:

  1. Wir möchten ein Berlin-weit verbindliches und abgestimmtes Konzept zur Bekämpfung der der Amerikanischen Faulbrut, das sich an der Bienenseuchen-Verordnung orientiert.

  2. Wir möchten eine Chance für unsere Bienen gemäß der offiziellen "Leitlinie zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut der Bienen in Deutschland“, herausgegeben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMEL). Wir möchten, dass die bestehende Bienenseuchen-Verordnung auch in der praktischen Bekämpfung beachtet wird, die eine klare Unterscheidung in dem Umgang mit tatsächlich erkrankten und gesunden Völkern vorsieht. Ansteckungsverdächtige aber labortechnisch als gesund diagnostizierte Völker sollten eng überwacht und ggf. über Sanierungsmaßnahmen Unterstützung erfahren - nicht aber aufgrund eines Pauschalverdachts abgetötet werden. Insbesondere in der Stadt, in der sich viele Imker und Imkerinnen Bienenstellplätze teilen, ist die in diesem Fall praktizierte "Sippenhaft" nicht angemessen!

  3. Wir sehen die vorstehenden Punkte als notwendige vertrauensbildende Maßnahmen damit ein systematisches, Berlin-weites Monitoring der Amerikanischen Faulbrut greifen kann. Ein solches Monitoring ist ausdrücklich erwünscht!

  4. Wir möchten einen transparenten Umgang mit der Erkrankung! Imker und Imkerinnen sollten die Chance bekommen, mehr über die Erkrankung zu lernen - daher sind Bienenseuchensachverständige (BSSV) unverzichtbare Bestandteile einer funktionierenden Bienengesundheitsvorsorge.

Die Stellungnahme und Forderungen im genauen Wortlaut: www.imkerverein-reinickendorf-mitte.de/sites/default/files/Stellungnahme%20des%20Imkerverband%20Berlin-AFB-Pankow-2018.pdf

Begründung

Die Bienengesundheitsvorsorge und Bekämpfung von Bienenseuchen wie der Amerikanischen Faulbrut erfordert die vertrauensvolle Kooperation zwischen Imkern/Imkerinnen und den überwachenden Amtstierärzten. Dieses Vertrauen ist in der Stadt Berlin nachhaltig gestört, nachdem ein Amtstierarzt die Tötung von acht nachweislich gesunden Bienenvölker verfügte da sie in der Nähe zu erkrankten Völkern standen und er trotz ausbleibender Labordiagnostik die Infektion der Völker annahm (www.imkerverein-reinickendorf-mitte.de/Sinnloser-Bienentod-in-Pankow). Zwei Instanzen der Verwaltungsgerichtbarkeit bestätigten zudem diese Verfügung und ignorierten die Vorgaben der Bienenseuchen-Verordnung, in der klar zwischen gesunden, kranken und ansteckungsverdächtigen Völkern unterschieden wird.

Die hier praktizierte "Sippenhaft" per "seuchenhygienischer Einheit" ist weder zweckmäßig noch in der Bienenseuchen-Verordnung vorgesehen; zudem bestand in diesem Fall aufgrund der Wintersituation keinerlei Chance zur etwaig weiteren Ausbreitung dieser vornehmlich über Bienenflug verbreiteten Krankheit.

Im Sperrbezirk stehende Völker wurden dahingegen bis heute noch nicht beprobt so dass weitere möglicherweise erkrankte Völker unerkannt blieben während die nachweislich gesunden acht Völker am 12.12.2018 abgetötet werden mussten.

Das Vorgehen war damit unverhältnismäßig, tierethisch bedenklich und wird zukünftig die Teilnahme der Imker und Imkerinnen an freiwilligen Monitoringmaßnahmen untergraben. Es ist im Interesse aller, die in Berlin Bienen halten, halten wollen oder die Bienenhaltung unterstützen, dass diese Forderungen umgesetzt werden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Imkerverein Reinickendorf-Mitte e.V. aus Berlin
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Neuigkeiten

  • Inzwischen gibt es allerlei Wirbel; die Politik erwacht. Mehrere Treffen der Berliner Amtsveterinäre sind nun avisiert; darunter immerhin auch eines unter Beteiligung von Vertretern aus der Politik und der Imkerei.

    Dabei wurden signifikante Kommunikationsdefizite deutlich - so waren offenbar auch nicht alle bezirklichen Amtstierärzte davon informiert, dass der Berliner Senat das "Gesundheitsmobil" - einen Anhänger mit allem Drum und Dran zur Durchführung der Desinfektion von Material im Faulbrutfall - gefördert hatte und dass es das überhaupt in Berlin gibt!

    Die gesetzliche Regelung zur Ausführung des Tiergesundheitsgesetzes in Berlin soll dahingegen laut Aussage der Tierseuchenkasse schon im ersten Quartal des Jahres in Kraft treten - aber einen aktuellen Entwurf scheint keiner bisher gesehen zu haben. Da sollten wir Imker*innen aber schon mal genauer hinschauen, wie denn da mit dem Begriff "Tierbestand" umgegangen wird und ob Bienenvölker ihrer Biologie und ihren Erkrankungen entsprechend anders behandelt werden als Mastputen oder Schweinebestände.

    Viel Wirbel also und hoffentlich von Erfolg gekrönt - Wir lassen jedoch nicht nach und werden weiter fleissig Unterschriften sammeln. Übrigens kann man das auch toll über diese Plattform mit Unterschriftenbögen machen: Diese kann man unter www.openpetition.de/eingang/petition/kein-amtstieraerztlich-verordnetes-abtoeten-von-gesunden-bienenvoelkern-in-berlin als PDF hochladen und sie werden mitgezählt!

    Also keinen Grund, sich zu drücken - Ausdrucken, mitnehmen, samt Stift rumgeben und anschliessen hier hochladen...zu Vereinsabenden, zu gemeinsamen Essen, zu Demonstrationen mit Gleichgesinnten, zu Vorträgen...

  • Aufgrund der vielen Anfragen: Natürlich dürfen diese Petition gerne auch "Nicht-Berliner" zeichnen!
    Man muss auch nicht unbedingt Imker oder Imkerin sein um sich gegen das Abtöten gesunder Bienenvölker zu bekennen und es gut zu finden, wenn behördliches Handeln transparent & nachvollziehbar gestaltet und ebenso kommuniziert wird.

    Schließlich ist diese Petition auch ein Statement gegen Verhältnisse, die offenbar vereinzelt auch in anderen Landkreisen und Kommunen gängige Praxis sind und uns inzwischen per Mail berichtet wurden.
    Gerne können wir hier solche Fallbeispiele (natürlich entsprechend anonymisiert) veröffentlichen - bitte einfach per Kontaktformular unter www.openpetition.de/petition/kontakt/kein-amtstieraerztlich-verordnetes-abtoeten-von-gesunden-bienenvoelkern-in-berlin melden und berichten.

    Genauso gerne möchen wir auch über "Good-practice"-Beispiele berichten: Wo und wie hat das Zusammenspiel zwischen Amtstierarzt, BSSV und betroffenen Imkern und Imkerinnen besonders gut funktioniert? Was war dafür ausschlaggebend?

    Insbesonderes "Winterfunde" würden uns natürlich brennend interessieren - wie wird andernorts mit Ständen verfahren, an denen einzelnde Völker im Winter positiv für AFB befundet wurden?

    Und da es schon 1999 einen anschaulichen Lehrfilm des IWF Göttingen zum Thema AFB und Sanierung gab - hier mal verlinkt zum anschauen und verbreiten!

  • Der Imkerverband Berlin e.V. macht Nägel mit Köpfen und hat für den März 2019 eine kostenfreie Ausbildung zum Bienenseuchensachverständigen (BSSV) für seine Mitgliedsvereine organisiert. Mit Guido Eich als Referenten setzt der Landesverband damit auch ein Zeichen für einen den Imker und die Bienen wertschätzenden Umgang im Seuchenfall.
    Zwar sind BSSV bisher weder gesetzlich noch praktisch in Berlin verankerte Elemente bei der Faulbrutbekämpfung doch schon jetzt schmerzlich vermisste.

    In den aktuellen Fällen soll die gesamte Desinfektion der Beuten durch den Imker selbst gemacht werden aber weder wird die praktische Ausführung praktisch vor Ort angeleitet noch die Organisation der Putzaktion unterstützt. Selbst die Entsorgung des "Seuchenmaterials" soll in einem Bezirk durch den Imker selber passieren obwohl das ja eigentlich streng genommen gar nicht zulässig ist denn es darf ja nichts aus den Völkern aus dem Sperrbezirk transportiert werden....auch nicht zur Müllverbrennung. Auch hier könnte ein BSSV sehr hilfreich sein.

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.

Warum Menschen unterschreiben

  • vor 12 Std.

    Jede gesunde Biene ist für uns alle wichtig. Meine Erfahrung mit Amtstierärzten...oh oh....ich könnte ein Buch schreiben, Titel "Die Unfähigkeit von Amtstierärzten in Deutschland und der Schweiz", 1000 Seiten dick! Als Hundefachmann habe ich oft mit diesen Menschen zu tun...danach hilft immer nur ein langer Waldspaziergang mit meinem Hund. Schaut doch mal die Petition an, "kein Hund ist illeagal" von Sven Nolting, er könnte Eure Unterstützung auch brauchen. Meine hat er! Thomas Mecklenburg TLS-Dogs.com

  • vor 3 Tagen

    Gesunde Völker sind viel zu wertvoll um sie zu töten und sie sind ja dann auch Gesund. Somit besteht auch kein Grund für eine Tötung. Und profilaktisch muss man das nicht machen.

  • vor 3 Tagen

    Alles Leben möge behütet und beschützt sein. Wir haben kein Recht als Menschen anderes Leben zu töten.

  • vor 3 Tagen

    Weil ich etwas gegen unverhältnismäßige Amtshandlungen habe

  • vor 4 Tagen

    Ohne Bienen können Menschen und Tiere nicht leben!

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