• Von: Frank Seemann mehr
  • An: Stadt Bonn, Bezirksvertretung
  • Region: Bonn mehr
    Kategorie: Umwelt mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 71 Unterstützer
    49 in Bonn
    Sammlung abgeschlossen

Kein neues Gewerbegebiet an der Siegburgerstrasse in Bonn-Beuel

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Die Stadt Bonn hat einen neuen Bebauungsplan für die Felder zwischen Siegburgerstrasse – Gesamtschule – A59 erstellt. Er sieht vor – nach der jahrelang erfolglosen Ausschreibung als „Wissenschafts-Park“ - hier nun ein neues Gewerbegebiet in Beuel zu schaffen.

Auf der Internetseite der Stadt Bonn kann man nachlesen, dass "Der Wohn- und Technologiepark [ ] als Baustein zur Unterstützung des wirtschaftlichen Umstrukturierungsprozesses der Region Bonn nach dem Bonn/Berlin-Beschluss" [geplant wurde]. Dieser Wandel ist aber seit geraumer Zeit und sehr erfolgreich abgeschlossen. Die Stadt gibt selbst an, dass die umworbenen innovativen Unternehmen sich bereits in Bonn angesiedelt haben - nur nicht in Pützchen, sondern am Bonner Bogen.

In den dazwischen liegenden 25 Jahren hat sich die Situation in Bonn, ebenso wie die Einschätzung solchen Flächenverbrauchs grundlegend verändert.

Aus wirtschaftlichen Gründen hält die Stadt Bonn aber an der ökologisch und städtebaulich bedenklichen baulichen Erschließung des Geländes fest.

Aber gibt es nicht ausreichend freie Gewerbeflächen in Bonn, auch in Beuel? Flächen ehemaliger Gewerbeunternehmen, die zunächst einer Neunutzung zugeführt werden sollten?

Das Umweltbundesamt beklagt auf seiner Internetpräsenz den ungebremsten Flächenverbrauch in der Größe von rund 104 Fußballplätzen täglich in Deutschland und empfiehlt als Gegenmaßnahmen [Zitat]:

„Eine nachhaltige Siedlungsentwicklung, die dem Prinzip "Innen vor Außen" folgt. Statt des Neubaus auf der "grünen Wiese" suchen Kommunen ihren Außenbereich zu schonen, indem sie auf verträgliche Art und Weise ihre Möglichkeiten zur Innenentwicklung (Brachflächen, Baulücken, Leerstände) auszuschöpfen.

Möglichst gleichzeitig kann dabei für ein verbessertes Stadtklima gesorgt werden.

... Es bedarf neuer bzw. veränderter ökonomischer Instrumente..., Entsiegelungs- und Renaturierungkonzepte, Management für Brachflächen, Verkehrsberuhigung sowie vieles mehr. Instrumente, die dem Flächenschutz zuwiderlaufen, sind zu überdenken.“

Was die Stadt Bonn mit ihrem neuen Bebauungsplan Nr. 8024-20 plant ist das genaue Gegenteil.

Alle Anwohner und viele Bonner/Bonnerinnen werden betroffen sein von:

· noch mehr Autoverkehr
· noch größerer Lärmbelastung
· mehr Hitze an Sommertagen
· dem Verlust von Naherholungsfläche
· einer Minderung der Wohnqualität insgesamt
· dem Wegfall des letzten „Grünen Trittsteins“ zwischen Siegaue und Ennert
· dem Verlust von Flora und Fauna (u.a. Vogel- und Fledermaus-Populationen)
· der Versiegelung bislang landwirtschaftlich genutzter Fläche

Begründung:

Bereits jetzt ist die Verkehrssituation an der Siegburgerstrasse – insbesondere in Stoßzeiten angespannt. Die Anwohner haben neben der Lärmbelästigung des Straßenverkehrs dort zusätzlich den Lärm der Autobahn A59 zu ertragen. Dazu kommen die nicht unerheblichen Belästigungen durch den Flugverkehr des Köln/Bonner Flughafens und des Flughafens Hangelar. Ein Gewerbegebiet wird diese Belastung – auch durch zu erwartenden LKW-Verkehr - weiter zuspitzen und unsere Gesundheit weiter belasten.

Im Umweltgutachten zum Bebauungsplan wird ausdrücklich auf die Kühlwirkung des bislang landwirtschaftlich genutzten Gebietes hingewiesen. Eine Bebauung bedeutet in jedem Fall eine Verschlechterung des Stadtklimas.

War bei dem Konzept „Wissenschafts-Park“ noch ein teilweiser Erhalt eines „Ökologischen Trittsteins“ zwischen Siegmündung und Ennert über das genannte Gebiet und das Klosterwäldchen an der Karmeliterstrasse vorstellbar, scheint dies bei einer normalen Gewerbenutzung ausgeschlossen. Weder in dieser Hinsicht, noch in Bezug auf den Verlust von Naherholungsfläche stellen die im Umweltgutachten genannten angeblichen Kompensationsmaßnahmen einen adäquaten Ausgleich dar.

Während die Stadt Bonn viel Geld in die Erstellung und den Erhalt des „Grünen C“ steckt – das westlich der A59 an der Siegburgerstrasse endet – ist sie bereit, den östlich der Autobahn angrenzenden Grünbereich, der- sieht man sich die Karte an - die eigentliche Verbindung zwischen Siegaue/Rheinaue und dem Ennert darstellt, finanzpolitischen Erwägungen zu opfern. Laut Auskunft aus der Parteienlandschaft geht es weniger um Sinnhaftigkeit oder Notwendigkeit eines neuen Gewerbegebietes, als um die eventuelle “Rückzahlung der umfangreichen Förderungen des Landes für die gesamte Entwicklungsmaßnahme ...“ weshalb eine Einstellung des Vorhabens „deshalb nicht möglich ist“.

Stattdessen wird in den eingeholten Umweltgutachten zwar eingeräumt, dass u.a. auf der Gefährdungsliste stehenden Vogel- und Fledermausarten durch die Baumassnahmen der Lebensraum entzogen wird, diese aber in angrenzenden Gebieten neue Quartiere finden könnten.
In den Gutachten wird nicht hinterfragt, welche Auswirkungen denn die Gewerbebauung mit Ihren Folgen von Lärm und Klimaveränderung für diese anliegenden Gebiete selbst (z.B. den Klosterwäldchen und die daneben liegenden Obstwiesen) als Biotope hat. Eine immer weiter gehende Verkleinerung und Belastung solcher Rückzugsgebiete führt schließlich dazu, dass diese ihre Funktion nicht mehr erfüllen können.

Jedes Jahr gehen in Deutschland rund 35.000 Hektar fruchtbares Ackerland verloren. Wissenschaftler und Politiker warnen vor den Folgen. Die Stadt Bonn vernichtet hier wertvolle Ackerfläche mit „schutzwürdigen Braunerden“, die einen Großteil der Fläche des Planungsgebietes einnehmen.

Die Summe dieser Argumente führt mich dazu, meine Bedenken und meinen Widerspruch gegen den Bebauungsplan auszusprechen.

Vielmehr fordere ich die Stadt Bonn auf, den seit der ursprünglichen Planung veränderten Gegebenheiten Rechnung zu tragen und auf eine Bebauung des genannten Geländes zu verzichten.
Stattdessen sollten die zuständigen Gremien über eine ökologisch und städtebaulich sinnvolle Anbindung an das Konzept des „Grünen C“ planen und die Verbindungsfunktion zwischen Sieg, Rhein und Ennert ausbauen.

Ich forder die Stadt Bonn auf, dies auch offensiv gegenüber dem Land NRW zu vertreten.

Durch entschiedene und begründete Nachverhandlungen mit dem Land unter Berücksichtigung der veränderten Situation sollte es auch möglich sein, eine Rückzahlung der Fördergelder und damit eine Belastung des Bonner Haushaltes zu vermeiden.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Bonn, 26.11.2015 (aktiv bis 02.12.2015)


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