Wir fordern die ARD/den NDR und die Moderatorin Anne Will und ihre gesamte Redaktion zu folgendem auf: - Eine öffentliche Entschuldigung von Frau Will und eine klare Distanzierung GEGEN jegliche Form von Diskriminierung - Die verpflichtende Teilnahme an Anti-Rassismus Trainings für Moderatorinnen. - Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Anti-Rassimus, ggf. auch eine extra Sendung zum Thema bei dem Vertreterinnen der PoC/Schwarze Menschen in Deutschland zu Wort kommen können.

Begründung

Am 28.03.2012 tätigte die Frau des Ex-Bundespräsidenten Walter Scheel in der Sendung von Moderatorin Anne Will zum Thema „Albtraum Pflege – bleibt weiter alles an den Angehörigen hängen?“ folgende rassistischen Aussagen:

„In dem Pflegeheim, von dem ich rede, ist jeder zweite Pfleger ein Ausländer und spricht kaum Deutsch. Wir haben einen schwarzen Afrikaner, so wie ich ein weißer Europäer bin. Und wir haben 90-jährige Frauen, die sollen sich intim von so einem Menschen pflegen lassen. Die haben erst einmal einen Schock.“ Die Szene beginnt ab Minute 50 in diesem Link: daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill3387.html

Anne Will war während der Sendung nicht in der Lage auf diese öffentlich getätigte, zutiefst rassistische Aussage adäquat zu reagieren.

Dass Deutschland nicht gerade dafür bekannt ist, ein sicherer Ort für Schwarze Menschen und People of Color zu sein, ist eine trauriges Tatsache. Das Zulassen der NSU-Morde in jüngster Zeit hat verdeutlicht, was passiert, wenn die weiße Mehrheitsgesellschaft samt Staatsapparat nicht nur wegschaut, sondern wegen fehlender Auseinandersetzung mit Rassismus fast zwangsläufig dieses Gedankengut reproduziert. Gerade die Medien haben in dem Diskurs um die Gewaltverbrechen ihre Verantwortung nicht genügend wahrgenommen.

Dass Frau Will die Aussagen, als „leicht rassistischer Unterton“ abtut, zeigt deutlich, dass sie nicht über die nötigen Kompetenzen und das nötige Wissen im Bezug auf Rassismus und weiße Privilegien verfügt.

Wir, Schwarze Menschen, PoC’s und kritische weiße Menschen haben keinerlei Interesse, daß unsere GEZ Gebühren für derartige verletzende, unverschämte und vor allem rassistische Sendeformate eingesetzt werden.

Öffentlich finanzierte Medien haben die Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass Fernsehzuschauer_innen dem Programm folgen können, ohne Opfer von rassistischen Aussagen/Stereotypen zu werden.

Die Moderatorin Anne Will zeigte sich unfähig, diese Äußerung mit der gebotenen Deutlichkeit zurückzuweisen und verniedlichte die Äußerung als "Anflug". Dies zeigt, dass dieser Moderatorin der ARD-Sendung die Kompetenz fehlt, offenen Rassismus in der ARD zu vermeiden und zumindest klarzustellen.

Öffentlich finanzierte Medien haben die Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass alle deutschsprachigen Fernsehzuschauer_innen in die Lage versetzt werden, zu erkennen, was rassistische Äußerungen sind und was nicht. Diesen Auftrag verfehlen Sendungen der Art, wie sie von Anne Will moderiert werden. Da hier der Name der Person zum Programm der Sendung gemacht wird, ist dies für die Gesellschaft gemeingefährlich, weil Nazis daraus neuen Mut schöpfen können nach dem Motto: Siehe die Gattin vom Scheel, die denkt so wie wir, das kann also nicht falsch sein.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Christian Sternberg aus Hamburg
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Pro

Rassismus ist out.Nur noch ewig gestrige,dumme Hohlblocks fröhnen dem Rassistischen Gedankengut. Rassismus ist heutzutage gleichzustellen mit Zurückgebliebenheit ,Charakterschwäche und Dummheit.

Contra

Eine Begründung/Petition, die das System kritisieren will, stattdessen den Fokus auf eine Person legt und dann wieder sytemrelevante Interventionen fordert ist logisch nicht konsequent. Wie andere bewegt sich Will im System, was ihrVerhalten keineswegs rechtfertigt, aber einenErklärungsansatz liefert, welcher dasSystem in den Vordergrund stellt, anstatt sie alsEinzelperson zu diffamieren. Die rassistischenAussagen derExpräsidenten-Gattin (auch öffentliche Person)treten völlig in denHintergrund.