115 Unterschriften
Petition richtet sich an: Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg
Respekt vor den Opfern statt dauerhafter Erinnerungsort an Tat und Täter
Das ehemalige Interims-Gerichtsgebäude am Jerichower Platz wurde ausschließlich deshalb errichtet, um den Strafprozess zum Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt durchführen zu können.
Es ist damit untrennbar mit diesem Anschlag verbunden.
Für die Opfer, Angehörigen, Überlebenden, Helfer und Einsatzkräfte ist dieses Gebäude nicht einfach ein Bauwerk. Es steht für den Prozess, für die Aufarbeitung der Tat, für die Aussagen der Betroffenen und für die unendliche Belastung, die dieser Prozess für viele Menschen bedeutet hat.
Dort wurde über den Täter und seine Tat verhandelt. Dort wurde über die Menschen gesprochen, die er getötet und verletzt hat. Dort sind Erinnerungen, Schmerz und Tränen Teil des Prozesses gewesen.
Ursprünglich war dieses Gebäude als temporäre Lösung gedacht. Nach Abschluss des Prozesses sollte es wieder verschwinden.
Nun soll es erhalten bleiben und in eine Schwimmhalle für den Bundesstützpunkt Schwimmen umgebaut werden.
Es bleibt der Ort, an dem über seine Tat und ihre Folgen verhandelt wurde.
Und es bleibt damit für viele Menschen ein sichtbarer Erinnerungsort an den Anschlag und den Täter.
Genau das halten wir für falsch.
Wir wollen nicht, dass ein Gebäude, das ursprünglich nur für die Dauer des Prozesses geschaffen wurde, nun dauerhaft im Stadtbild bestehen bleibt und damit zwangsläufig zu einem dauerhaften Erinnerungsort an die Tat und ihren Täter wird.
Ein solcher Ort kann für Betroffene bei jedem Vorbeifahren Erinnerungen an den Anschlag, an verlorene Angehörige, an Verletzungen, an Angst und an den Prozess wachrufen.
Warum soll ausgerechnet dieses Gebäude erhalten bleiben, wenn es ursprünglich nur vorübergehend benötigt wurde?
Eine Schwimmhalle kann an einem anderen Ort entstehen
Wir stellen uns ausdrücklich nicht gegen den Schwimmsport.
Die Spitzensportler brauchen eine Trainingsmöglichkeit. Die Sanierung der Elbeschwimmhalle macht eine Übergangslösung notwendig.
Aber die Notwendigkeit einer Schwimmhalle bedeutet nicht, dass ausgerechnet dieser Ort dafür verwendet werden muss.
Respekt vor den Opfern muss Vorrang haben
Wir halten es für zutiefst respektlos gegenüber den Opfern, Angehörigen,Überlebenden, Helfern und Einsatzkräften ausgerechnet das Gebäude, das für die juristische Aufarbeitung des Anschlags errichtet wurde, dauerhaft zu erhalten und einer völlig alltäglichen Nutzung zuzuführen.
Es geht nicht darum, die Vergangenheit zu verdrängen.
Es geht darum, wie wir als Stadt mit einem Ort umgehen, der unmittelbar mit einem der schwersten Verbrechen verbunden ist, das Magdeburg erlebt hat.
Die Opfer und ihre Angehörigen dürfen bei dieser Entscheidung nicht die Letzten sein, an die gedacht wird.
Magdeburg muss zeigen, dass die Erinnerung an die Opfer wichtiger ist als die Bequemlichkeit einer vermeintlich einfachen Übergangslösung.
Unsere Forderungen:
- Kein Schwimmbecken im ehemaligen Interims-Gerichtsgebäude.
- Keine dauerhafte Nutzung des Gebäudes, durch die es zu einem sichtbaren Erinnerungsort an die Tat und den Täter wird.
- Prüfung und Umsetzung einer alternativen Übergangslösung für den Bundesstützpunkt Schwimmen.
- Transparenz darüber, warum der Erhalt des ursprünglich temporären Gerichtsgebäudes überhaupt vorgesehen ist.
Unser Appell an den Magdeburger Stadtrat:
Unterstützt den Spitzensport.
Unterstützt die Schwimmer.
Aber wählt dafür einen anderen Ort.
Respekt vor den Opfern und allen Betroffenen.
Eine andere Lösung für den Schwimmsport.
Kein Schwimmbecken im ehemaligen Gerichtsgebäude des Magdeburger Anschlags.
Begründung
Warum diese Petition wichtig ist
Das ehemalige Gerichtsgebäude am Jerichower Platz wurde eigens für den Prozess zum Magdeburger Weihnachtsmarktanschlag errichtet. Es ist damit untrennbar mit der Tat, dem Täter und dem Leid der Opfer und Angehörigen verbunden.
In diesen Räumen wurde über den Anschlag verhandelt. Opfer und Angehörige mussten das Geschehene erneut durchleben. Es wurden Aussagen gehört, Erinnerungen wachgerufen und Tränen vergossen.
Nun soll dieses ursprünglich nur vorübergehend gedachte Gebäude dauerhaft erhalten bleiben und zu einer Schwimmhalle für den Bundesstützpunkt umgebaut werden.
Wir halten das für zutiefst respektlos gegenüber den Opfern, Angehörigen und allen Betroffenen.
Eine Schwimmhalle ist notwendig. Eine Trainingsmöglichkeit für unsere Spitzensportler ist wichtig.
Aber dafür muss es einen anderen Ort geben.
Wir wollen verhindern, dass aus einem temporären Gerichtsgebäude ein dauerhafter sichtbarer Erinnerungsort an die Tat und den Täter wird.
Die Stadt Magdeburg muss zeigen, dass sie die Würde und das Andenken der Opfer ernst nimmt.
Ein Schwimmbecken kann an einem anderen Ort entstehen. Die Erinnerung der Betroffenen an diesen Ort lässt sich nicht einfach austauschen.
Deshalb fordern wir:
Kein Schwimmbecken im ehemaligen Gerichtsgebäude des Magdeburger Anschlags. Respekt vor den Opfern muss Vorrang haben.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
25.08.2026
Sammlung endet:
21.12.2026
Region:
Magdeburg
Kategorie:
Verwaltung
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