Civil rights

Keine politische Strafe für Antje Hückstädt, weil sie drei Sätze aus einem Buch vorgelesen hat

Petition is directed to
Gemeindevertretung Born auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in Mecklenburg-Vorpommern
422 Supporters 33 in Born auf dem Darß
42% from 78 for quorum
  1. Launched 20/11/2021
  2. Time remaining > 5 months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision

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Weil sie drei Sätze aus einem Reportage-Buch vorgelesen hat, soll Antje Hückstädt von ihrer Funktion als Vorsitzende des Tourismusausschusses ihrer Gemeinde abgewählt werden.

Wir sind der Meinung, dass diese politische Bestrafung fürs Vorlesen nicht zeitgemäß ist, ein falsches Zeichen setzt und der freiheitlich-demokratischen Gesellschaft schadet.

Auch ehrenamtliche Gemeindevertreterinnen und Vorsitzende von Tourismusausschüssen müssen in Mecklenburg-Vorpommern das Recht haben, frei und ohne negative Folgen aus ihren Büchern vorzulesen.

Wir lehnen deshalb Sanktionen gegen das Lesen, Zensur, Einschüchterung, das Mundtotmachen von Bürgerinnen sowie Bürgern ab und fordern die Gemeindevertretung von Born auf, keine politischen Bestrafungen – wie von Bürgermeister Gerd Scharmberg angeregt – gegen Antje Hückstädt einzuleiten.

Reason

Zum Hintergrund:

Antje Hückstädt ist Gemeindevertreterin und Vorsitzende des Tourismusausschusses in Born auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Am 1. September 2021 hatte die Museumsleiterin und Expertin für immaterielles UNESCO-Kulturerbe als Privatperson an einer Lesung teilgenommen. Während der Veranstaltung hatte sie drei Sätze aus ihrem Exemplar des Buches „#Heimatsuche – in 80 Tagen durch Mecklenburg-Vorpommern“ vorgelesen. Auf der Gemeindevertretersitzung am 21.10.2021 kritisierte Bürgermeister Gerd Scharmberg Antje Hückstädt dafür scharf und regte Konsequenzen an. Für die nächste Sitzung des Tourismusausschusses ist nun beantragt, dass Antje Hückstädt als Vorsitzende durch die Ausschussmitglieder abgewählt wird.

Das Sachbuch „#Heimatsuche – in 80 Tagen durch Mecklenburg-Vorpommern“ des Journalisten Steffen Dobbert thematisiert in einem der 80 Kapitel ein Interview mit Gerd Scharmberg als Bürgermeister von Born. In dem Gespräch äußert sich Scharmberg zum Vorwurf der Vetternwirtschaft, da sein Sohn den der Gemeinde gehörenden Kurbetrieb leitet, zur AfD und zur Pressefreiheit. Scharmbergs Meinung nach würden in Deutschland bestimmte Themen von den Medien „wegzensiert“.

Monate nach Erscheinen des Buches im Rostocker Hinstorff-Verlag verklagte Scharmberg den Verlag vor der Pressekammer des Landgerichts Hamburg. Scharmberg behauptete nun, die von ihm selbst stammenden Informationen im Buch seien nicht wahr. Bevor es zu einer Verhandlung kam, einigte sich der Verlag mit Scharmberg auf einen Vergleich. In Büchern, die nach dem 24. April 2021 verkauft wurden oder werden, müssen demnach drei Sätze geschwärzt sein. Da Antje Hückstädt ihr Buch vor diesem Stichtag erworben hat, besitzt sie ein ungeschwärztes Exemplar, woraus sie auf der Veranstaltung vorgelesen hat.

Mehr Informationen:

Artikel der Ostseezeitung vom 17.11.21

Artikel der Schweriner Volkszeitung vom 23.02.21

Stellungnahme des Autors zur Buchschwärzung

Video und Song des Musikers Jan Tessin zum Buchstreit

Thank you for your support, Lamis Ammar from Berlin
Question to the initiator

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News

  • Liebe Unterstützer*Innen der Petition,

    nach weniger als drei Tagen sind mehr als 360 Unterschriften und 117 Kommentare unter dem Aufruf erschienen. Dafür bedanke ich mich bei allen sehr, sehr herzlich. Es ist ein gutes Gefühl, in dieser besonderen Situation so starken Zuspruch zu bekommen. Ich habe in den vergangenen Jahren der kommunalpolitischen Tätigkeit gelernt, dass Demokratie kein Geschenk ist, sondern manchmal täglich erkämpft werden muss. Unser Land und jedes Dorf braucht dabei ehrliche Menschen, die – wenn es darauf ankommt – Haltung zeigen. Das haben Sie, habt Ihr alle getan. In den Kommentaren wurden so viele Meinungen frei geäußert (und das ist gut so!), die mich beeindrucken.

    Wie geht es nun weiter?

    Die für den heutigen Abend... further

Die Überschrift des vorgetragenen Kapitels "Die königliche Hoheit von Born" wirkt wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Seit Jahren ist die Abberufung von unbotmäßigen Untertanen aus Ausschüssen Borner Praxis. Damit muss endlich Schluss sein. Ich unterstütze als Borner Gemeindevertreter die Petition in dem Wissen, dass Öffentlichkeit ein wirksames Mittel sein kann, kommunalpolitische Anständigkeit einzufordern.

No CONTRA argument yet.

Why people sign

3 days ago

Weil an den Grundfesten demokratischer Kultur gerüttelt wird!
Es gibt keinen Grund, gewählte Mandatsträgerinnen, weil sie offensichtlich bestätige Fakten öffentlich benennen, aus dem Amt zu jagen!

6 days ago

Weil ich Frau Hückstedt mit ihrem Einsatz für Born schätze. Die Besetzung der Stelle in der Kurverwaltung gibt mir schon eine Anlass darüber nach zu denken!

7 days ago

Na wenn da nicht ein kleines Diktatorchen in einem Gehirnchen rum spukt.

8 days ago

Die Meinungsfreiheit und die Unversehrtheit derer, die Gebrauch von dieser machen, sind ein hohes Gut, das höher anzusiedeln ist als die Befindlichkeiten peinlicher Provinz-Prinzen und ostdeutscher Dorfsheriffs.

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