Region: Germany

Keine Reha-Pflicht bei ME/CFS – Rehabilitation muss freiwillig sein

Petition is addressed to:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

3,397 Signatures

11 %
3,196 from 30,000 for quorum in Germany Germany

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  1. Launched 30/08/2026
  2. Time remaining > 5 months
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Petition addressed to: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

Wir fordern, dass Menschen mit ärztlich bestätigtem ME/CFS und krankheitstypischer Post-Exertioneller Malaise (PEM) selbst entscheiden dürfen, ob sie eine medizinische Rehabilitation durchführen möchten.

Betroffene sollen nicht gegen ihren Willen zu einer Reha verpflichtet werden können. Wer sich freiwillig für eine geeignete und individuell angepasste Rehabilitation entscheidet, soll selbstverständlich die Möglichkeit dazu haben.

Gleichzeitig darf die Ablehnung oder Nichtteilnahme an einer Rehabilitation nicht zu sozialrechtlichen Nachteilen führen. Eine Rehabilitation kann nur dann wirklich freiwillig sein, wenn Betroffene nicht durch den möglichen Verlust von Sozialleistungen faktisch zur Teilnahme gezwungen werden.

Wir fordern damit kein generelles Reha-Verbot für Menschen mit ME/CFS, sondern das Recht auf Selbstbestimmung und eine echte Wahlfreiheit.

Reason

ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) ist eine schwere, chronische Multisystemerkrankung. Ein zentrales und krankheitstypisches Merkmal ist die Post-Exertionelle Malaise (PEM). Dabei kann bereits geringe körperliche, geistige oder emotionale Belastung zu einer deutlichen Verschlechterung der Symptome führen, die über Tage, Wochen oder sogar länger anhalten kann.

Diese krankheitstypische Zustandsverschlechterung nach Belastung (PEM) steht im grundlegenden Widerspruch zu vielen klassischen Rehabilitationskonzepten.
Eine Reha bedeutet häufig, dass Betroffene regelmäßig aktiv sein, an verschiedenen Therapieangeboten teilnehmen und körperliche oder kognitive Belastungen bewältigen müssen. Für Menschen mit ME/CFS und PEM kann dies eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands auslösen. Manche Betroffene benötigen anschließend sehr lange, um ihr vorheriges Funktionsniveau wiederzuerlangen. Manche erreichen dieses Niveau nicht wieder vollständig.

Die medizinischen Leitlinien und der aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand haben deshalb zu einem grundlegenden Umdenken bei der Behandlung von ME/CFS geführt. Insbesondere nicht individuell angepasste, stufenweise gesteigerte Belastungsprogramme werden kritisch gesehen bzw. ausdrücklich nicht empfohlen. Auch Untersuchungen zur Rehabilitation bei ME/CFS zeigen, dass sich ein Teil der Betroffenen nach einer Rehabilitation verschlechtert.

Trotzdem werden Menschen mit ME/CFS in Deutschland weiterhin zur Rehabilitation aufgefordert oder unter Umständen sozialrechtlich unter Druck gesetzt. Selbst wenn Betroffene aufgrund ihrer Erkrankung und PEM erklären, dass sie eine Reha nicht bewältigen können, kann dennoch entschieden werden, dass sie „rehafähig“ seien und an einer Rehabilitation teilnehmen müssen.Für Menschen mit ME/CFS kann dies einen erheblichen Konflikt bedeuten: Sie müssen zwischen dem Schutz ihrer Gesundheit und der Erfüllung sozialrechtlicher Anforderungen wählen.

Das darf nicht die Realität für Menschen mit einer Erkrankung sein, deren zentrales Merkmal eine ausgeprägte Belastungsintoleranz ist.

Wir fordern deshalb eine gesetzliche Regelung, die Menschen mit ärztlich bestätigtem ME/CFS und PEM eine echte Entscheidung ermöglicht: Wer eine geeignete Rehabilitation durchführen möchte, soll dies tun können. Wer aufgrund seiner Erkrankung keine Rehabilitation durchführen möchte oder kann, darf dazu nicht gezwungen werden und darf durch diese Entscheidung keine sozialrechtlichen Nachteile erfahren.

Es geht nicht darum, Betroffenen eine mögliche Behandlung vorzuenthalten. Es geht darum, ihnen die Entscheidung über den eigenen Körper und die eigene Gesundheit zu überlassen.

Rehabilitation bei ME/CFS muss eine Möglichkeit sein – keine Zwangsmaßnahme.

Thank you so much for your support, Lena Commer, Wesseling
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Petition details

Petition started: 08/30/2026
Collection ends: 03/01/2027
Region: Germany
Topic: Health

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News

Weil wissenschaftlichen Daten bereits die negativen Ergebnisse bei Reha bei ME bezeugen. CFS_Care als randomisierte Studie zeigte eine Verschlechterung des Bell Score (objektivierbare Größe) unter ME-spezifischer Reha bei ca. 44% der Patienten. Bei subjektiver Befragung gaben einige eine Verbesserung im Krankheitsverständnis und -Umgang an, wobei sich hier die Frage stellt, ob hierfür ambulante Programme nicht kostengünstiger, weniger riskant und gleich erfolgreich sind.

Wer sich entgegen ärztlichen Rat zur Nichtteilnahme einer Reha entscheidet, muss sozialrechtliche Konsequenzen in Kauf nehmen. Wer nicht alles tut, um gegen diese Erkrankung zu kämpfen, sollte auch nicht mehr unterstützt werden. Natürlich kann man sich gegen eine Reha entscheiden, dann aber auf eigene Kosten!

Why people sign

Deutliche Verschlechterung nach letzter Reha.

-

Ich kenne ein Junge Frau, die Seite einem halben Jahr in einem abgedunkelten Kellerzimmer lebt und ihr Handy nicht bedienen kann. Sie ist gefangen und isoliert in einer kleine Zelle. Jede Belastung wirkt sich mit Verzögerung aus. Eine Zwangs Reha würde sie vor Angst an dem Gedanken schon meilenweit zurückwerfen.

.

Will ich selbst erleben musste, wie negativ sich eine Reha auswirken kann.

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