Region: Leipzig

Keine Scheiße bauen! - Gegen die Mikroapartment-Explosion in Connewitz

Petition is addressed to:
Oberbürgermeister Burkhard Jung

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Petition addressed to: Oberbürgermeister Burkhard Jung

Soll in Connewitz wirklich das 500. überteure Mikroapartment gebaut werden, obwohl es im Viertel noch keine einzige neu gebaute Sozialwohnung gibt?!

Genau das sind leider die Pläne von Aldi Nord für einen Neubau nahe des S-Bahnhof Connewitz. Auf dem Teil des ehemaligen, brachgefallenem Bahnhofsgeländes mit denkmalgeschützten Gebäuden bis hoch zur Bornaischen Straße 95 a, b, c - kurz vor der Brücke nach Lößnig - sollen nächstes Jahr 75 möblierte Mikroapartments und eine Aldi-Filiale entstehen.

Unmittelbar dahinter liegt ein Grundstück mit einem ziegelroten Güterschuppen, das die Stadt erst vor kurzer Zeit von der Deutschen Bahn angekauft hat. Laut Ratsbeschluss soll hier ein Raum für Kultur sowie eine Mobilitätsfläche für S-Bahn-Nutzerinnen und -Nutzer entstehen, mit Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Platz, ohne Autos die Reise fortsetzen zu können. Genau dieses städtische Areal soll nun offenbar wieder verkauft werden, denn für Aldi Nord ist die Fläche bedeutend, um das Neubauprojekt mit 75 Mikroapartments und Supermarkt verkehrlich zu erschließen.

Eine neue Einkaufsmöglichkeit im Viertel ist für viele sicher kein Problem. Was wir entschieden ablehnen, ist der Bau weiterer überteuerter Mikroapartments!

Wenn es nach dem Projektentwickler Aldi Nord und einer künftigen Betreiberfirma der Mikroapartments geht, würde hier das 500. Mikroapartment in Connewitz innerhalb von acht Jahren entstehen. Im gleichen Zeitraum wurde keine einzige Sozialwohnung im Stadtteil fertiggestellt. Gleichzeitig plant schon ein weiterer privater Entwickler bis 2028 an der Thierbacher Straße 1/Meusdorfer Straße zusätzliche 81 Mikroapartments. Das ist eine Stadtentwicklung für die Geldbörsen von privaten Investoren, aber nicht für die Menschen, die hier dringend Wohnraum suchen, den sie sich auch leisten können.

Connewitz gehört schon heute zu den am stärksten bebauten Stadtteilen Leipzigs. In den letzten zehn Jahren sind hier rund 1200 neue Wohnungen entstanden, fast ausschließlich teure Neubauten und möblierte Apartments. Wohnformen, die sich viele Menschen im Viertel nicht leisten können. Bereits jetzt liegen die Kaltmieten für Mikroapartments bei 16 bis 25 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittlichen Bestandskaltmieten liegen bei 6,50 Euro. 

Diese Entwicklung verändert unser Viertel spürbar. Steigende Mieten setzen Nachbarinnen und Nachbarn unter Druck, Verdrängung nimmt zu. Das geplante Projekt verschärft diese Entwicklung weiter. Es steht für eine Stadtentwicklung, die sich an Rendite statt am Bedarf der Menschen orientiert.
Dieses Vorhaben wird so im Viertel keine Akzeptanz finden. Es gefährdet den sozialen Frieden und heizt Spekulation und Verdrängung weiter an.

Wir fordern von der Stadtverwaltung:

1. Keine weiteren Mikroapartments in Connewitz - Stopp des Aldi-Plans am S-Bahnhofs in der geplanten Form!
Kein weiterer Neubau in Connewitz nach dem Geschäftsmodell möblierter Mini-Zimmer mit überteuerten Mieten. Diese Wohnform nutzt die Not von Wohnungssuchenden aus und verschärft die Verdrängung im Stadtteil. 

2. Entwicklung des Areals im Sinne der Menschen im Viertel: Sozialwohnungen und Räume für Kultur und Gemeinwesen schaffen!
Es braucht bezahlbare und soziale Wohnungen, Räume für Kultur und Begegnung in den denkmalgeschützten Gebäuden sowie eine gute Anbindung für Pendlerinnen und Pendler mit guten Lösungen für den Umstieg zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln.

3. Kein Verkauf von städtischem Boden und Gebäuden: Güterschuppen in öffentlicher Hand behalten
Das Güterschuppen-Areal muss in öffentlicher oder gemeinnütziger Hand bleiben und entsprechend entwickelt werden, orientiert am Gemeinwohl statt an Renditeinteressen. Ein Verkauf würde der Stadt langfristig jede Steuerungsmöglichkeit entziehen und die Entwicklung allein privaten Profitinteressen überlassen.

Reason

Connewitz gehört zu den Stadtteilen mit der höchsten Zahl an Neubauten. In den letzten zehn Jahren sind hier rund 1200 neue Wohnungen entstanden, fast ausschließlich teure Neubauten und möblierte Apartments. Wohnformen, die sich viele Menschen im Viertel nicht leisten können. Bereits jetzt liegen die Kaltmieten für Mikroapartments bei 16 bis 25 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittlichen Bestandskaltmieten liegen bei 6,50 Euro. 

Diese Entwicklung verändert unser Viertel spürbar. Steigende Mieten setzen Nachbarinnen und Nachbarn unter Druck, Verdrängung nimmt zu. Das geplante Projekt verschärft diese Entwicklung weiter. Es steht für eine Stadtentwicklung, die sich an Rendite statt am Bedarf der Menschen orientiert.
Dieses Vorhaben wird so im Viertel keine Akzeptanz finden. Es gefährdet den sozialen Frieden und heizt Spekulation und Verdrängung weiter an.

Weiterführende Infos und Presseberichte zum Areal am S-Bahnhof Connewitz/Bornaische Str. 95:

L-IZ, 08.09.2025
https://www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2025/09/s-bahnhof-connewitz-kulturelle-nutzung-guterschuppen-stadt-leipzig-unbezahlbar-633084

LVZ, 17.09.2025 
https://www.lvz.de/lokales/leipzig/leipzig-zwangsversteigerung-aldi-sichert-sich-ehemaligen-connewitzer-bahnhof-W2PA5PQNJVBXRD22JIR3SD3GAE.html

Tag24, 27.02.2026:
https://www.tag24.de/leipzig/lokales/ehemaliger-lost-place-in-leipzig-connewitz-das-plant-aldi-mit-dem-frueheren-bahnhofsgebaeude-3474827

Pressemitteilung von Aldi, 20.04.2026:
https://www.aldi-nord.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/aldi-nord-modernisiert-connewitzer-bahnhofsgelaende.html

LVZ, 17.04.2026
https://www.lvz.de/lokales/leipzig/leipzig-einkaufen-wohnen-parken-die-aldi-plaene-fuer-ehemaligen-bahnhof-connewitz-DGSEXII73RH3BMGTTTJQY4YXTQ.html

Radio Leipzig, 21.04.2026: 
https://www.radioleipzig.de/beitrag/bahnhof-connewitz-kriegt-mikro-wohnungen-889791/

LVZ, 23.04.2026
https://www.lvz.de/lokales/leipzig/leipzig-ringen-um-connewitzer-bahnhof-uebernimmt-aldi-das-ganze-areal-ZQ5I6GN3UVFNPI3GZ56XC4HHGM.html

Thank you so much for your support, Stadtteilinitiative Vernetzung Süd, Leipzig
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Petition details

Petition started: 05/08/2026
Collection ends: 11/07/2026
Region: Leipzig
Topic: Construction

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News


  • Samstag, 19. September 2026, 16:30-22:00 Uhr
    Start: Exil/Alexis-Schumann-Platz (Südvorstadt)
    Route: Exil/Alexis-Schumann-Platz – Connewitz Kreuz – S-Bhf Connewitz – Herderplatz
    Live-Acts: MC Dauerwelle und Flausen, Acid. Milch & Honig & [surprise act]
    On Decks: DJ RaverPik, DJ Bat Lady, freihändig
    Redebeiträge/Shoutouts: Mietgewerkschaft Leipzig, Recht auf Stadt-AG der iL, Mieter:innenvernetzung united capitulation, AWC, LWB-Mietenstopp-Initiative, Leika-Genossenschaft sowie Stadtteilinitiative Vernetzung Süd.

    Keine Scheiße bauen!

    „Alle sollen was bauen, da kann man allen trauen…“ dichtete Bertolt Brecht.* Diese schöne Hoffnung scheint heute völlig verschüttet zu sein. Beispiel Connewitz: In den letzten 10 Jahren wurden im Stadtteil über 1100 neue Wohnungen gebaut, doch keine einzige Sozialwohnung** ist seitdem hier entstanden. Die Freude über Neubauten ist deshalb schon beim Anblick und erst recht bei den Preisen stark getrübt. 

    Wir nennen sie deshalb Verdrängungsbauten, weil sie direkt oder indirekt Menschen entweder aus der Wohnung, dem Viertel oder dem Lebensstandard drängen. Als wäre dies nicht genug, laufen aktuell Vorbereitungen von ALDI Nord, als auch von LEWO, die Zahl der Mikroapartments (möbliert, teuer, renditeorientiert) im Stadtteil auf insgesamt 571 noch zu steigern. 

    Die Scheiße geht also weiter. Der Markt regelt, aber nur für Reiche. Doch wir wollen nicht gegeneinander um teure Wohnungen konkurrieren, um damit die Taschen anderer zu füllen! Sondern wir möchten mitentscheiden, was und wie gebaut wird und wer mit welchem Ziel das macht. Wir wollen Wohnraumversorgung statt Wohnungsmarkt! 

    Recht auf Stadt für Alle

    Bevor die Zeit dafür reif ist, werden wir unsere Perspektive auf ein „Wohnen für alle“ und eine „Stadt für alle“ vehement einfordern müssen. Und statt Konkurrenz unter den Mieter*innen möchten wir, dass die Menschen sich untereinander helfen, sich in Hausgemeinschaften organisieren und ihre Rechte als Mieter*in verteidigen und ausbauen!

    Deshalb machen wir diesmal eine Ravedemo: Party & politics Hand in Hand am Samstag, den 19. September von der Südvorstadt (Alexis-Schumann-Platz) nach Connewitz zum ALDI-Mikroapartment-Projekt am S-Bahnhof Connewitz und zum Herderplatz. 

    Krachparade nennen wir es, weil es immer noch viel zu ruhig ist, wenn es darum geht die Rechte und die Mitsprache von Mieter*innen und Stadtbewohner*innen zu verteidigen und zu stärken. 

    My house is your house – no microliving

    Mit der Krachparade begehen und betanzen wir auch den Abschluss der Petition „Keine Scheiße bauen – Gegen die Mikroapartmentexplosion in Connewitz“ – und möchten damit auch die Stadträt*innen aufrütteln, für ein Bauen, das man sich wirklich trauen kann, zu votieren. – Oder mit den Worten eines alten House-Klassikers: My house is your house and your house is mine!***

    Zum Mitmachen

    Die Krachparade ist ein Mitmachformat! Wenn ihr euch kreativ einbringen wollt, mit Schildern, Transparenten oder sonstigem Stuff: malt, bastelt und bringt alles was ihr einbringen und zeigen wollt am 19.9. mit auf die Straße.  Bei Fragen meldet Euch rechtzeitig unter: vernetzung-sued[at]protonmail.com 

    Fußnoten:
    * Zitat aus Bertolt Brechts Gedicht „Bitten der Kinder“ von 1951.  
    ** In den nächsten Monaten werden zum ersten Mal wieder 19 Sozialwohnungen in Connewitz fertiggestellt: im Neubau der jungen Leika-Genossenschaft. Doch diese 19 Sozialwohnungen sind im Vergleich zu den 1100 neugebauten, frei finanzierten und entsprechend teuren Wohnungen im Stadtteil der letzten zehn Jahre ein Tropfen auf den heißen Stein – im wahrsten Sinne des Wortes.
    *** My house is your house…war Ende 80er/Anfang 90er ein bekannter House-Titel, mehrfach als Sample in DJ Sets eingegangen und auch einmal Love Parade-Motto.


  • Am Mittwoch, den 2. September 2026, überreichten wir im Neuen Rathaus Leipzig die ersten 2100 Unterschriften unserer Petition. Baubürgermeister Thomas Dienberg und Vertreter:innen des Petitionsausschusses der Stadt Leipzig nahmen sie entgegen. Bis 18.09. wird entschieden, ob die Petition dem Stadtrat oder lediglich dem Oberbürgermeister zur Besprechung vorgelegt werden wird. Wir wünschen uns, dass der Stadtrat sich mit der Sache befasst.

    Uns wurde bei der Übergabe gesagt, dass man doch noch nicht im Allgemeinen gegen Mikroapartments sein könne. Wir denken aber, dass 571 solcher renditeorientierter Mikroapartments (davon 146 noch in Planung oder Bau) allein im Stadtteil Connewitz für eine klare Ablehnung dieser Wohnform sprechen lassen. – zumal das Verhältnis für dringend benötigte Sozialwohnungen im Stadtteil immer noch 571 zu Null(!) beträgt.

    Bitte unterstützt weiter die Keine-Scheiße-bauen-Petition – jede Unterschrift zählt!

    Und lasst miteinander für eine andere Stadtentwicklung protestieren und für solidarische Nachbarschaften kämpfen, auf der Krachparade / Ravedemo am Samstag, den 19.09.!

Why people sign

Ich kann mir meine Wohnung bald nicht mehr leisten

Für bezahlbares wohnen und Wohnraum für alle

Weil es echten Wohnbedarf sozialverträglich braucht.

Wegen fairem Wohnraum

Weil es um Leipzig geht, eine Stadt, die allen gehören soll, nicht nur den Begüterten, die vorwiegend aus den ALTEN Bundesländern gekommen sind !

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