572 Unterschriften
Petition richtet sich an: Regierungspräsidium Karlsruhe (höhere Raumordnungsbehörde) · DB InfraGO AG · Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg
Wir, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Waghäusel, fordern das Regierungspräsidium Karlsruhe auf, die als Vorzugsvariante gehandelte Trassenführung R4 der geplanten Neu- und Ausbaustrecke Mannheim–Karlsruhe abzulehnen und stattdessen die Variante R5 mit gleicher Untersuchungstiefe und ergebnisoffen zu prüfen.
Es geht dabei nicht um ein einzelnes Baugebiet oder einen einzelnen Stadtteil. Betroffen ist Waghäusel als Ganzes – der historische Ortskern ebenso wie Wiesental, bestehende Wohngebiete ebenso wie das Kulturdenkmal Eremitage, gewachsene Straßenzüge ebenso wie die Zukunft unserer Stadt als lebenswerter Wohnort.
Wir fordern:
- Keine abschließende positive Bewertung der Variante R4, solange kein vollständiger, nachvollziehbarer Vergleich mit R5 vorliegt.
- Gleichwertige, ergebnisoffene Prüfung der Variante R5 – nicht nur als Alternative, sondern mit echter Priorität, da sie bestehende Siedlungsstrukturen in der gesamten Stadt spürbar entlastet.
- Offenlegung belastbarer Messdaten zu Erschütterungen und Resonanzeffekten im Untergrund, bevor eine Entscheidung fällt – zum Schutz von Wohngebäuden, Infrastruktur und der Eremitage.
- Realistische Verkehrsprognosen (mindestens bis 2040 statt 2030), damit Lärmschutz nicht von vornherein zu knapp bemessen wird.
- Korrektur fehlerhafter Gebietseinstufungen, damit Wohngebiete überall in Waghäusel den ihnen zustehenden Schutz erhalten – nicht nur in einzelnen Quartieren.
- Vollständige Untersuchung des geplanten Überwerfungsbauwerks in Wiesental einschließlich abgesenkter oder unterirdischer Alternativen.
Wer sich tiefer in die Thematik einlesen will, die Stellungnahme durchgehen möchte oder sich fragt, wie jetzt aktiv geholfen werden kann, der kann gerne unseren online Ordner besuchen und dort die Stellungnahme sowie eine Anleitung mit konkreten Möglichkeiten zum Mithelfen finden:
https://mega.nz/folder/38B30TqB#B6a2Ln-j8G6Z6I_0fQDj-A
Begründung
Waghäusel zählt zu den am stärksten von der geplanten Neu- und Ausbaustrecke betroffenen Kommunen entlang der gesamten Trasse. Die Vorzugsvariante R4 würde nicht nur einen Ortsteil oder ein neues Baugebiet treffen, sondern das gesamte Stadtgebiet: von Lärmbelastung bei Tag und vor allem bei Nacht über Erschütterungen im Untergrund bis hin zur dauerhaften Zerschneidung gewachsener Wohnquartiere und der Beeinträchtigung des Ortsbilds.
Selbst mit den derzeit vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen bleibt eine erhebliche Zahl an Wohneinheiten in Waghäusel von Grenzwertüberschreitungen betroffen – mit unmittelbaren Folgen für Schlaf, Erholung und Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner. Hinzu kommen gesundheitliche Belastungen durch Feinstaub aus Rad-, Schienen- und Bremsabrieb, die besonders Kinder, ältere Menschen und Vorerkrankte treffen.
Bislang fehlen belastbare, öffentlich zugängliche Daten zu Erschütterungs- und Resonanzwirkungen im Untergrund. Ohne diese Grundlage lassen sich mögliche Langzeitschäden an Wohngebäuden, der Eremitage, Kanalisation und Versorgungsleitungen nicht seriös bewerten. Auch die zugrunde gelegten Verkehrsprognosen für 2030 unterschätzen die tatsächlich zu erwartende Belastung, da eine Inbetriebnahme der Strecke absehbar erst deutlich später erfolgt und die Zugzahlen langfristig eher steigen.
Der Variantenvergleich zwischen R4 und R5 ist bislang nicht transparent nachvollziehbar. Dabei spricht vieles für R5: Sie folgt dem anerkannten Grundsatz der Trassenbündelung entlang bestehender Verkehrsachsen, schont bestehende Wohngebiete in der ganzen Stadt und reduziert Zerschneidungswirkungen deutlich. Auch das im Bereich Wiesental geplante Überwerfungsbauwerk in Dammlage würde eine zusätzliche Barriere schaffen, Sichtbeziehungen stören und die Schallausbreitung verstärken – ein Eingriff mit Wirkung weit über den unmittelbaren Baubereich hinaus.
Zudem wurden in mehreren Bereichen Waghäusels Wohngebiete als Mischgebiete eingestuft, obwohl sie tatsächlich zu Wohnzwecken genutzt werden – mit der Folge, dass ihre Schutzwürdigkeit im Verfahren unterbewertet wird. Auch das betrifft nicht nur ein einzelnes Quartier, sondern zieht sich durch mehrere Straßenzüge der Stadt.
Nicht zuletzt drohen bei dauerhaft hoher Lärm- und Erschütterungsbelastung spürbare Wertverluste bei Wohnimmobilien – Erfahrungen vergleichbarer Bahnprojekte zeigen Größenordnungen von 20 bis 30 Prozent. Für viele Familien in Waghäusel ist das selbstgenutzte Wohneigentum die wichtigste Altersvorsorge. Auch dieser Aspekt betrifft die Stadt als Ganzes und darf im Variantenvergleich nicht ausgeblendet werden.
Wir stehen dem Ausbau der Schieneninfrastruktur nicht grundsätzlich entgegen. Wir fordern jedoch eine Lösung, die technisch leistungsfähig und zugleich menschen- und raumverträglich ist – für ganz Waghäusel, nicht nur für einzelne Gebiete. Solange kein vollständiger, transparenter Vergleich zwischen R4 und R5 vorliegt, darf keine abschließende positive Bewertung der Variante R4 erfolgen.
Unterstützen Sie diese Petition – für den Schutz unserer gesamten Stadt.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
29.07.2026
Sammlung endet:
30.09.2026
Region:
Waghäusel
Kategorie:
Wohnen
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Wertverlust unserer Häuser, Lärmbelästigung,