Region: Bavaria
Education

#KeineUniOhneUns! - Keine Innovation auf Kosten der Demokratie und der Lehrqualität #ReformTheReform

Petition is directed to
Bayerischer Landtag, Bayerische Landesregierung, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
920 Supporters 879 in Bavaria
4% from 24.000 for quorum
  1. Launched 07/12/2020
  2. Time remaining >4 Months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Das bayerische Hochschulgesetz wird aktuell erneuert und es soll ein großer Wurf werden, das Hochschul-„Innovations“-Gesetz. Es soll die Hochschulen entfesseln, deregulieren, unternehmerische Aktivität stärken und den Hochschulen im Rahmen einer Körperschaftsumwandlung die Möglichkeit geben, ihre Strukturen und Prozesse selbst zu definieren. Das Hochschulgesetz regelt alle Angelegenheiten, Rechte, Pflichten, Strukturen und Abhängigkeiten der Universitäten und Hochschulen in Bayern, also bspw. wie die Hochschulleitung bestimmt wird, an welche Gremienbeschlüsse sich diese halten muss, wie Gelder vom Bundesland verteilt werden, wie ein Studiengang gegründet wird, usw. Das neue Hochschulgesetz soll möglichst wenige Details enthalten und somit den Hochschulen maximale Freiheit geben. Natürlich müssen die Prozesse dann immer noch definiert werden, aber das soll nur direkt an der Hochschule für die Hochschule passieren. Mit großer Freiheit kommt große Verantwortung. Die Erneuerung bietet auch Chancen für die Zukunft der bayerischen Hochschulen, aber diese müssen sinnvoll genutzt werden. Expert*innen kritisieren an den bisher bekannten Positionen - zu finden in einem Eckpunktepapier [1] - das Risiko einer Entmachtung demokratischer Strukturen („Aufgehübschtes Führerprinzip“[2]) und den Untergang drittmittelschwacher oder kleiner Fächer [3] sowie die einseitige Ausrichtung bestehender Fächer in Richtung kurz- bis mittelfristiger wirtschaftlicher/ politischer Ziele.

Wie könnte eine Hochschule der Zukunft nach diesem Eckpunktepapier zum Hochschul-Innovations-Gesetz aussehen? Und was hat das mit dir zu tun?

  • Du studierst Nordische Philologie (oder ein anderes kleines Fach)? In Bayern vielleicht bald nicht mehr!
  • Du findest schon, dass die Studierenden mitbestimmen sollten, wer sie in Zukunft unterrichtet? In Bayern könnte das bald anders aussehen!
  • Du findest Sprachkurse für alle sollten schon zum Standard-Programm an der Hochschule gehören? In Bayern muss sich das deine Hochschule erstmal leisten können.
  • Du findest es gut, wenn auch die Hochschulleitung nicht einfach ohne Checks & Balances entscheiden kann? In Bayern gilt das bald nur noch, wenn die Hochschulleitung das auch möchte.
  • Du findest, dass gute Lehre eine Priorität von Hochschulen sein sollte? Dann bist du im falschen Land.
  • Du findest, ein neues Hochschulgesetz sollte dafür sorgen, dass sich Betreuungsschlüssel verbessern? In Bayern leider nicht.
  • Du willst, dass die Zukunftschancen und Arbeitsbedingungen im Akademischen Mittelbau und für Promovierende an Unis besser werden? Dann wirst du leider enttäuscht.
  • Du findest, dass ein neues Hochschulgesetz die Studienbedingungen für alle Fachbereiche verbessern sollte? In Bayern leider nicht.

Das klingt dramatisch? Es ist dramatisch! Damit diese Befürchtungen nicht wahr werden, muss das Gesetz die Interessen aller Statusgruppen berücksichtigen #ReformTheReform Durch den bisher sehr schnellen, intransparenten Prozess und in den aktuell vorliegenden Entwürfen, sehen wir das noch nicht vollumfänglich gewährleistet. Was die Studierenden sich von so einem Hochschulgesetz erwarten würden, hat der studentische Konvent der FAU in einem Positionspapier [4] zusammengefasst, das unter anderem folgende Punkte beinhaltet:

  1. Eine angemessene demokratische Repräsentation von Studierenden und anderen Statusgruppen in allen Entscheidungsprozessen.
  2. Für besondere Projekte zur Verbesserung der Studienbedingungen sollen Studierende (weiterhin) über ein festgelegtes Budget paritätisch mitentscheiden dürfen.
  3. Unternehmerische Aktivitäten der Universität dürfen Forschungs- und Lehraktivitäten nicht stören.
  4. Ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Fragestellungen bezüglich Infrastruktur und Strategie müssen von der Hochschule langfristig gedacht und angewendet werden.
  5. Gleichstellung, Diversität und Ermöglichung des Studiums und Arbeiten mit jeder Form von psychischer und physischer Einschränkung muss durch geeignete Maßnahmen gefördert werden.

Die Hochschule, das sind wir alle, auch gerade wir Studierenden. Ein Gesetz FÜR die Hochschulen darf nicht die Interessen der meisten Statusgruppen komplett unbehandelt lassen. Wir sagen #keineUniOhneUns! #ReformTheReform!

Unterschreibe unsere Petition, wenn auch Du deine Interessen an der Hochschule weiterhin gesetzlich gesichert sehen willst!

Reason

zu 1.: Eine angemessene demokratische Repräsentation von Studierenden und anderen Statusgruppen in allen Entscheidungsprozessen.

Aktuell sichern die Hochschulleitungen vielerorts zu, dass sich die Mitbestimmungsmöglichkeiten verglichen mit den heutigen Regeln nicht verändern werden, sondern genauso in den neuen Grundordnungen der einzelnen Hochschulen festgeschrieben werden. Aber Grundordnungen lassen sich leicht ändern und Vertrauen auf Zusicherung von Privilegien macht uns erpressbar. Transparente Prozesse mit umfassenden Mitbestimmungsmöglichkeiten für alle Studierenden ergeben sich bereits aus der Bayerischen Verfassung (§ 138) und sollten sich daher adäquat im Gesetz widerspiegeln.

zu 2.: Für besondere Projekte zur Verbesserung der Studienbedingungen sollen Studierende (weiterhin) über ein festgelegtes Budget paritätisch mitentscheiden dürfen.

Dieses Budget existiert aktuell und davon werden Wahlfächer, Lernraumaustattungen, Tutor*innen und weitere Verbesserungen für das Studi-Leben bezahlt. In Zukunft soll es einen Globalhaushalt geben; also alle Ausgaben der Hochschule aus allen Bereichen sollen aus einem großen Topf bezahlt werden. Das könnte dazu führen, dass der Konkurrenz-Kampf zwischen Forschungs-, Gebäude- und Lehrfinanzierung noch härter wird und die Lehre benachteiligt werden könnte.

zu 3.: Unternehmerische Aktivitäten der Universität dürfen Forschungs- und Lehraktivitäten nicht stören.

Themen, die beispielsweise von der Wirtschaft nachgefragt und (finanziell) gefördert werden, dürfen nicht mehr wert sein, als Grundlagen- und Industrieferne Fächer. In Verbindung mit dem neuen Gesetz fällt oft das Schlagwort der „unternehmerischen Hochschule“. Auch wenn wir die Kooperation mit externen Partner*innen (Industrie, Wirtschaft, NGOs, gesellschaftliche Institutionen, etc.) dort, wo es Sinn ergibt, befürworten, müssen Forschung und Lehre drittmittel-unabhängig funktionieren. Wir finden, alle Fachbereiche brauchen eine ausreichende Grundfinanzierung.

[1] https://www.stmwk.bayern.de/allgemein/meldung/6576/talente-foerdern-und-wettbewerb-staerken-freistaat-bringt-umfassende-hochschulreform-auf-den-weg.html [2] https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-hochschulgesetz-reform-soeder-1.5063066 [3] https://www.br.de/nachrichten/bayern/aufgehuebschtes-fuehrerprinzip-wirbel-um-hochschulgesetz,SDP1WmA [4] https://wiki.stuve.fau.de/_media/uniweit:gremien:konvent:positionspapier_zur_novellierung_des_bayhschg.pdf

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Not yet a PRO argument.

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • Christian Greller Wilhelmsdorf

    2 days ago

    Ich will nicht, dass die Unis verwirtschaftlicht werden. Dafür sind die Fachhochschulen da. Ich bin generell auch dafür, die Verschulung zu stoppen.

  • Not public Erlangen

    3 days ago

    Ich studiere und das betrifft mich als Student

  • Not public Burgkunstadt

    3 days ago

    Ich bin selbst Student und finde es wichtig gehört zu werden!

  • Not public Cadolzburg

    3 days ago

    Da ich Sozialwissenschaftlerin bin, bin ich direkt davon betroffen. Und grundsätzlich werde ich nicht tatenlos dabei zu sehen wie der letze raus für Bildung und aus und Weiterbildung des Geistes Ökonomisiert wird und essenzielles Wissen dadurch verdrängt wird. Mir scheint es nur eine weitere Geldoptimierung zu sein die herangezogen wird um die Coronageplder von Staatlicher seine wieder einzuholen. Und das zum Leidwesen von Studierenden, Lehrenden, Professoren und Universitätsmitarbeitern.

  • 5 days ago

    Der neoliberale Pazifismus hat Trump ermöglicht, er ermöglicht die Verstärkung der Schere zwischen Arm und Reich, er verringert die Freiheit der Bildung (auch wenn er das Gegenteil behauptet) und er führt zur Korporatisierung der Universitäten, um wettbewerbsfähig zu werden ausgerechnet mit den Unis in den USA, die durch private Gelder das Humboldt-Ideal ausführen. Dadurch wird die Masse zur Dummheit erzogen und die Macht der Wirtschaftseliten steigt. Das ist das Ende der Bildung, wie wir sie kennen. Und Söder ist dumm genug, um auf die intelligent gemachte Werbung der Wirtschaftslobby hereinzufallen: "im Namen der Freiheit".

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