Kinder vor Ort ohne Schulplatz, während auswärtige Kinder Plätze bekommen - NRW-Schulrecht ändern

Petition richtet sich an:
Landtag Nordrhein-Westfalen, die Fraktionen im Landtag NRW, Petitionsausschuss und Ausschuss für Schule und Bildung

511 Unterschriften

Sammlung beendet

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Sammlung beendet

  1. Gestartet April 2026
  2. Sammlung beendet
  3. Einreichung vorbereiten
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Petition richtet sich an: Landtag Nordrhein-Westfalen, die Fraktionen im Landtag NRW, Petitionsausschuss und Ausschuss für Schule und Bildung

Wir fordern den Landtag Nordrhein-Westfalen auf, das Schulrecht so zu ändern, dass Kommunen bei dauerhafter Übernachfrage an weiterführenden Schulen rechtssichere Steuerungsinstrumente erhalten. Dazu gehören insbesondere die vorrangige Berücksichtigung von Kindern aus dem Gebiet des jeweiligen Schulträgers, hilfsweise Kontingente für auswärtige Aufnahmen sowie ein verbindlicher interkommunaler Kosten- und Lastenausgleich.

Begründung

Dieses Problem betrifft Familien in ganz Nordrhein-Westfalen nicht nur z.B. Bornheim: Tausende Eltern wissen jedes Jahr nicht, ob ihr Kind einen Platz an der gewünschten oder wohnortnahen Schule bekommt.

Seit Jahren erleben Familien in NRW dieselbe unhaltbare Situation: Kinder erhalten innerhalb der eigenen Stadt keinen Platz an einer weiterführenden Schule, obwohl ihre Kommune erhebliche Mittel in das örtliche Schulangebot investiert.

Ich weiß, wovon ich spreche: Mein eigener Sohn war selbst davon betroffen und wurde an der 2 km entfernten Gesamtschule abgelehnt und pendelt jetzt jeden Tag 30km zu einer Realschule.
Gleichzeitig erhalten in diesem konkreten Fall fast 40% Jahr für Jahr auswärtige Kinder einen Schulplatz im Losverfahren.

Dabei wurde mir – ebenso wie in der politischen Diskussion – immer wieder entgegengehalten, dass das Landesrecht auswärtige Schülerinnen und Schüler grundsätzlich gleich behandelt und die Kommunen deshalb nur begrenzte Steuerungsmöglichkeiten haben.

Genau darin liegt das Problem:
Wenn Nachbarstädte kein vergleichbares eigenes Angebot vorhalten oder sich auf rechtliche Hürden berufen, können sie sich faktisch darauf verlassen, dass andere Kommunen ihre Kinder mitbeschulen. Die Last tragen dann die aufnehmenden Städte, ihre Schulen, ihre Haushalte – und am Ende die betroffenen Familien vor Ort. Städte die Pleite sind bauen keine Schulen, da Nachbarkommunen Sie faktisch gratis mitversorgen.

Für die Kinder gilt dann: Nach aktueller Rechtslage ist eine einfache Pendelstrecke zur Schule von 90 Minuten zumutbar: So sind nach der Schülerfahrtkostenverordnung (SchfkVO) für Schüler weiterführender Schulen Fahrtstrecken von jeweils 1 ½ Stunden zumutbar (vgl. § 13 Abs. 3 Satz 1 SchfkVO).

Dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, zeigen aktuelle Berichte aus der Region deutlich: Im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis haben für das Schuljahr 2026/27 insgesamt 84 Kinder, die sich an Gesamtschulen in Bornheim, Merten und Swisttal beworben hatten, zunächst keinen Platz erhalten. An allen Schulen entscheidet ein Losverfahren, wenn die Anmeldungen die Kapazitäten übersteigen.

Bornheim ist dabei kein Einzelfall. In vielen Städten und Gemeinden in NRW erleben Eltern dieselbe Unsicherheit: Kinder werden an der gewünschten oder wohnortnahen weiterführenden Schule abgelehnt, obwohl sie dort sozial verwurzelt sind, kurze Wege hätten und ihre Kommune das Schulangebot mitfinanziert. In Köln erhielten 2025 laut Auswertung der Stadt und in Berichterstattung rund zehn Prozent der Viertklässler zunächst keinen Platz an ihrer Wunschschule; bei Gesamtschulen scheiterte im ersten Anlauf mehr als jede fünfte Bewerbung.
Weiteres Bsp.: Essen. In Düsseldorf zeigte eine Elternumfrage große Unzufriedenheit mit dem Vergabeverfahren: 68 Prozent bewerteten es als schlecht oder eher schlecht, 70 Prozent wünschten sich Wohnortnähe als Kriterium.

Das Problem betrifft damit nicht nur einzelne Familien in NRW: Wenn Schulplätze knapp sind, entscheiden oft rechtliche Kapazitäten, Losverfahren und kommunale Zufälligkeiten über den Bildungsweg, den Schulweg und das soziale Umfeld eines Kindes. Genau deshalb braucht es eine landesrechtliche Lösung — fair für Familien, fair für Kommunen und verlässlich für alle Kinder in NRW.

Deutlich in Swisttal: Dort haben nach Angaben der Verwaltung 108 Kinder einen Platz an der Gesamtschule erhalten, 26 Kinder wurden abgelehnt – darunter 22 Kinder aus der eigenen Gemeinde. Gleichzeitig kamen nicht alle aufgenommenen Kinder aus Swisttal selbst.
Meckenheim, gleiche Muster: An der Realschule wurden 23 Kinder abgelehnt, darunter 19 aus der eigenen Stadt. Gleichzeitig erhielten zahlreiche Kinder aus Wachtberg Plätze. Daraus ist ein offener interkommunaler Konflikt über Verantwortung und Schulangebote entstanden.
Das ist weder familiengerecht noch kommunal fair:
Deshalb fordern wir den Landtag Nordrhein-Westfalen auf, das Schulrecht so zu ändern, dass bei nachweislich dauerhafter Übernachfrage Kinder aus dem Gebiet des jeweiligen Schulträgers rechtssicher vorrangig berücksichtigt werden können, hilfsweise eine gesetzliche Grundlage für Kontingente oder andere Steuerungsinstrumente bei der Aufnahme auswärtiger Schülerinnen und Schüler zu schaffen, sowie einen verbindlichen interkommunalen Kosten- und Lastenausgleich einzuführen, wenn Kommunen dauerhaft in erheblichem Umfang Kinder aus Nachbarkommunen mitbeschulen.

Kein Kind sollte innerhalb der eigenen Stadt leer ausgehen, nur weil das Landesrecht die kommunale Realität ignoriert.

Der Landtag NRW muss sich mit dieser Regelungslücke endlich ernsthaft befassen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, UWG Bornheim, Bornheim
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 15.04.2026
Sammlung endet: 21.09.2026
Region: Nordrhein-Westfalen
Kategorie: Bildung

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
    vielen Dank für Ihre Unterstützung unserer Petition für faire Schulplätze in Bornheim.
    Auch wenn wir nicht so viele Unterschriften erreicht haben, wie wir uns ursprünglich erhofft hatten, war die Petition ein Erfolg. Sie hat Aufmerksamkeit geschaffen, Menschen zusammengebracht und deutlich gemacht: Die heutige Situation bei der Vergabe von Schulplätzen ist für viele Familien nicht akzeptabel.
    Diese Ungerechtigkeit darf nicht einfach bestehen bleiben.
    Deshalb machen wir weiter.
    Gerade erst haben wir eine Informationsveranstaltung zur Schulsituation in Bornheim durchgeführt. Dort haben wir über die aktuellen Herausforderungen, die Verteilung der Schulplätze und die Frage gesprochen, wie sich unsere Schullandschaft in den kommenden Jahren entwickeln muss.
    Mehr Informationen, Zahlen und Hintergründe finden Sie hier:
    www.frag-den-Rat.de/Schule
    Für uns ist klar: Das Problem ist kein Bornheimer Einzelfall. In vielen Kommunen in Nordrhein-Westfalen stoßen Schulkapazitäten an ihre Grenzen, während Zuständigkeiten, kommunale Grenzen und unterschiedliche Ausbauentscheidungen dazu führen, dass Familien am Ende mit den Folgen leben müssen.
    Das Land NRW muss deshalb die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Schulplanung nicht an Stadtgrenzen scheitert und Kommunen nicht dafür bestraft werden, wenn sie Verantwortung für Schülerinnen und Schüler aus der Region übernehmen.
    Es darf nicht sein, dass Kinder schlechtere Chancen auf einen passenden Schulplatz haben, nur weil Nachbarkommunen zu wenig Kapazitäten schaffen oder weil Finanzierung und Planung nicht mit der tatsächlichen Entwicklung Schritt halten.
    Faire Schulplätze dürfen keine Frage der Postleitzahl sein.
    Die Petition war deshalb kein Abschluss, sondern ein wichtiger Schritt.
    Wir bleiben an dem Thema dran, bringen es weiter in die politische Diskussion ein und setzen uns konsequent für faire Schulplätze, ausreichende Kapazitäten und eine gute Schullandschaft ein – in Bornheim und in Nordrhein-Westfalen.
    Vielen Dank, dass Sie uns dabei unterstützt haben.
    Herzliche Grüße
    Henning Jaeger
    UWG Bornheim

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
    vielen Dank für Deine Unterstützung unserer Petition für faire Schulplätze in NRW.
    Die vielen Rückmeldungen zeigen deutlich: Das Thema betrifft längst nicht nur einzelne Familien oder einzelne Städte wie Bornheim, Swisttal oder Meckenheim. Viele Eltern in ganz Nordrhein-Westfalen erleben dieselbe Unsicherheit bei der Schulplatzvergabe.

    Dabei geht es nicht nur um Familien mit Kindern. Es geht auch um faire Lösungen zwischen den Kommunen – gerade in Zeiten leerer Kassen und steigender Belastungen für Städte und Gemeinden.
    Damit wir wirklich etwas bewegen können, brauchen wir aber noch deutlich mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung.

    Deshalb meine Bitte an Dich:
    Teile die Petition gerne in Euren WhatsApp-Gruppen, Elternvertretungen, Schulklassen, Kindergärten, Vereinen oder Nachbarschaften. Sprich andere Eltern aktiv an – viele wissen gar nicht, dass dieses Problem so viele Familien in NRW betrifft.

    Heute am Vatertag vielleicht auch noch ein besonderer Gedanke:
    Bisher haben deutlich mehr Frauen als Männer die Petition unterschrieben.
    Deshalb: Motiviere gerne auch Väter, sich für ihre Kinder und eine faire Schulplatzvergabe einzusetzen.
    Jede weitere Stimme hilft, den Druck auf Politik und Landtag zu erhöhen.

    Vielen Dank für Deine Unterstützung!

    Zur Petition:
    openpetition.org/vddvy

Wir sollten die Petition unterstützen, damit Kinder vor Ort einen Schulplatz in ihrer eigenen Kommune bekommen, dort, wo ihre Familien leben, ihre Steuern zahlen und mit denen auch der Schulunterhalt mitfinanziert wird.

Der zumutbare Schulweg sollte definitiv überarbeitet werden. Hier sollte ein Kind nicht länger als 30 Minuten pendeln müssen. Pauschal aber alle auswärtigen zu benachteiligen ist auch nicht richtig, wenn es in der dortigen Gemeinde/ Kommune kein dem Leistungsstand entsprechendes Angebot gibt. Warum sollte ein Kind mit sehr guten Noten auf eine Hauptschule müssen, weil es halt nur die eine vor Ort gibt? Hat das Kind nicht auch das Recht auf eine seiner Leistung entsprechende Bildungseinrichtung?

Helfen Sie mit, Bürgerbeteiligung zu stärken. Wir wollen Ihren Anliegen Gehör verschaffen und dabei weiterhin unabhängig bleiben.

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