Region: Saxony
Family

Kinderbetreuung trotz Corona

Petition is directed to
Sächsischer Landtag Petitionsausschuss
89 Supporters 78 in Saxony
1% from 12.000 for quorum
  1. Launched 26/04/2020
  2. Collection yet 3 weeks
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Die gegenwärtige Situation des Shutdowns stellt uns alle vor große Herausforderungen. Eine Gruppe, der dabei bisher viel zu wenig Beachtung geschenkt wird, sind Kita-, Schulkinder und ihre Eltern. Ohne eine klare zeitliche und inhaltliche Perspektive, wie es weitergehen soll, entstehen materielle, vor allem aber soziale und psychische Probleme für die Betroffenen. Es geht uns darum, umsetzbare Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen der Kleinsten – und ihrer Eltern – entsprechen.

Es mag sein dass die Forderunugen etwas exterm sind. Aber es geht darum die Politik wachzurütteln. Denn so geht es so nicht weitergeht.

Wir fordern:

  1. Einen Betreuungsplatz für alle Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden. Egal ob im Unternehmen oder im Home-Office.

  2. Einen Betreuungsplatz für Kinder, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Egal ob im Unternehmen oder im Home-Office.

  3. Einen Betreuungsplatz für von Corona genesene Kinder.

  4. Wenn es einen zuverlässigen Antikörpertest gibt, müssen Eltern Ihre Kinder testen lassen können. Wenn ein Kind Antikörper aufweist, muss es einen Betreuungsplatz erhalten.

Dabei muss berücksichtigt werden:

• Es müssen individuelle, über die bekannten Denkmuster hinausgehende Lösungen erarbeitet werden, welche die Verschiedenartigkeit aller Formen der Betreuung berücksichtigen. Zum Beispiel könnten Räumlichkeiten in Kirchen. Gemeindesälen, Gaststätten genutzt werden um kleine Betreuungsgruppen zu formen.

• Viele Eltern geben Ihre Kinder gezwungenermaßen zur Betreuung zu den Großeltern. Das ist keine Lösung, da die Großeltern die Risikogruppe sind. Zudem sind diese oft selbst noch berufstätig oder wohnen weit entfernt.

• Die bisherige Entschädigung in Höhe von 67 Prozent des Nettoeinkommens mit einem Höchstbetrag von 2.016 Euro kann angewendet werden wenn jemand auf einen Betreuungsplatz verzichtet. Dadurch können die Betreuungsgruppen kleiner gehalten werden. Allerdings sollte die Höhe auf mind. 80% des Nettoeinkommens steigen, denn die Fixkosten (Miete, Raten etc.) bleiben. Die die Dauer der Zahlung darf nicht zeitlich begrenzt sein (aktuell max. 6 Wochen).

• Home-Office darf keine mittel- und langfristige Lösung der Kinderbetreuung darstellen. Es dient lediglich der erhöhten Flexibilität und Verkürzung von Anfahrtszeiten.

• Eltern die die Möglichkeit haben vom Homeoffice aus zu arbeiten dürfen nicht von der Beantragung der 67% Entschädigung ausgeschlossen sein. Aktuell darf der Arbeitgeber darf diese Eltern nicht freistellen, damit Sie sich der Kinderbetreuung widmen und dann vom Staat die Entschädigung von 67% des Nettoeinkommens erhalten. Das ist nicht nachvollziehbar.

Solidarität, Schutz und Fürsorge der Jüngeren für die Älteren und Vorerkrankten ist wichtig und richtig! Doch auch die Jungen und die Kleinen brauchen und verdienen die Solidarität, den Schutz und die Fürsorge ihrer (älteren) Mitbürgerinnen und Mitbürger! Denn wir (Eltern und unsere Kinder) sind die Generation, die heute für die menschliche und ökonomische Zukunft unserer Gesellschaft sorgen will und muss (Generationenvertrag). Deswegen unsere Bitte an die Gesellschaft: Helft uns, dass unsere Kinder nicht länger in Isolationshaft leben müssen und wir unsere Familien versorgen können!!

Reason

Familien sind systemrelevant. Wenn es keine Familien und Kinder gibt, bricht das System zusammen.

Im Grundgesetz Artikel 2 steht: Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. Das ist momentan nicht gegeben.

Im Grundgesetz Artikel 6 steht: Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

Aktuell werden schrittweise Lockerungen diskutiert und umgesetzt. Die Erfordernisse von jungen Familien werden dabei ausgeklammert. In den Empfehlungen der Leopoldina gibt es zu den Kitas nur einen einzigen Satz: „Da kleinere Kinder sich nicht an die Distanzregeln und Schutzmaßnahmen halten, gleichzeitig aber die Infektion weitergeben können, sollten die Kitas […] bis zu den Sommerferien weiterhin im Notbetrieb bleiben.“ Basierend darauf werden Kita-Kinder pauschal von jeglichen Überlegungen zur Lockerung des Lockdowns ausgeschlossen. Dabei ist aktuell unklar, ob Kinder überhaupt das Virus verbreiten können und ob Kita-Schließungen wesentliche Faktoren bei der Eindämmung der Pandemie waren.

www.welt.de/wissenschaft/article207391373/Frankreich-Kind-infiziert-sich-mit-Coronavirus-und-steckt-niemanden-an.html

Die bisherigen Studien dazu sind widersprüchlich. Die Öffnung von Betreuungseinrichtungen dogmatisch auszuschließen ist daher nicht nachvollziehbar.

Wir benötigen eine Perspektive. Wie wichtig Perspektiven sind, um schwerwiegende psychologische und soziale Auswirkungen abzufedern, wird in den Empfehlungen der Leopoldina betont. Es gibt keinerlei Vorstellungen darüber, wie Eltern der bundesweit von Millionen. Kita- und Schulkindern ihren beruflichen Verpflichtungen mittel- und langfristig nachkommen sollen, wenn keinerlei Betreuungsmöglichkeit für deren Kinder besteht. Wenige Berufe sind als systemrelevant eingestuft, sodass für die breite Masse keine Notbetreuung in Frage kommt. Auch eine Erweiterung der Notbetreuung ist keine flächendeckende Lösung, sondern verschärft vielmehr die soziale Ungerechtigkeit. Gerade jetzt, da wir auch in einer Wirtschaftskrise sind, sollten Eltern nicht an Ihrem Arbeitsplatz fehlen.

Dieser berufliche Ausnahmezustand war für einen begrenzten Zeitraum zu bewältigen, kann aber nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden. Zahlreiche Eltern nehmen derzeit Urlaubstage oder arbeiten nachts, um die durch die Kinderbetreuung verlorene Arbeitszeit zu kompensieren. Sie sind am Limit. Oft ist eine Nachtarbeit nicht möglich da es in dem jeweiligen Beruf keinen Sinn macht. Wir können diesen Zustand nicht endlos verlängern, ohne schwerwiegende psychische, soziale und finanzielle Folgen hervorzurufen.

Werden nun für alle anderen die Regeln weiter schrittweise gelockert, verschärfen sich berufliche Nachteile für Eltern jüngerer Kinder. Der Rückfall in ein konventionelles Rollenbild mit einem Hauptverdiener wird damit als einzig mögliches Familienmodell aufgezwungen. Neue Familienmodelle sind aber nicht nur ideologisch, sondern auch ökonomisch begründet. Werden Eltern aus dem Berufsleben gedrängt, entgehen dem Staat wichtige qualifizierte Arbeitskräfte und Steuereinnahmen.

Kitas und Schulen sind nicht nur Betreuungseinrichtungen, sie haben auch einen Bildungsauftrag. Je länger der Lockdown, umso gravierender die Auswirkungen für das frühkindliche Lernen. Besonders betroffen davon sind sozial schwache Familien und Familien mit Migrationshintergrund.

Millionen von Kleinkindern werden gerade kommentar- und alternativlos in die soziale Isolation verbannt. Die langfristigen Auswirkungen einer monatelangen Isolation werden nicht hinterfragt. Kinder brauchen viel Bewegung. Spielplätze sind seit Anfang des Lockdowns alternativlos geschlossen. Das Familienleben muss vielfach in engen Wohnungen organisiert werden und birgt höhere Konflikt- und Belastungspotenziale, die auch zu Gewalt führen können. Darum soll für diese Familien der Spielplatz wieder geöffnet werden.

Sehr geehrte Politiker. Jahrelang wurde über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert. Es wurden Diskussionsrunden geführt, wie man es erreichen kann, dass in Deutschland wieder mehr Kinder geboren werden. Nun habt Ihr die Chance der Gesellschaft zu beweisen, dass Kinder und Familien in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert genießen.

Quellen und Links: www.openpetition.de/petition/online/bayern-alle-kinder-sind-systemrelevant-gebt-ihnen-und-ihren-eltern-eine-perspektive-corona www.gesetze-im-internet.de/gg/index.html www.welt.de/debatte/kommentare/article207366393/Corona-Krise-Kita-zu-bis-August-Das-ist-absurd.html www.sueddeutsche.de/politik/corona-kinder-kita-kindergarten-schule-1.4882362 www.tagesschau.de/inland/corona-spielplaetze-101.html www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/kita-versorgung-corona-bremen-wehrmann-100.html

Thank you for your support, Gregor Plachno from Leipzig
Question to the initiator

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Why people sign

  • Not public Eisenach

    on 13 May 2020

    Die jetzige Situation ist unmöglich. Eine kurze Zeit vertretbar, aber jetzt sollte man über die Krankheit doch so viel wissen, dass man gezieltere Maßnahmen umsetzen kann. Bis Ende des Jahres ist das nicht zu meistern. Die Vorgaben, die gemacht werden, sind mittlerweile stark widersprüchlich ( warum dürfen Kinder mehrerer Haushalte im Kindergarten zusammen kommen, aber nicht bei mir privat? Damit ist es unmöglich sich mit anderen Eltern bei der Betreuung abzuwechseln. Viel Erfolg!

  • Rita Vogel Leipzig

    on 06 May 2020

    Ich bin berufstätige Oma. Da meine Tochter berufstätige Alleinerziehende ist und sich noch in der Probezeit befindet, teilen wir uns in die Betreuung meiner 3jährigen Enkeltochter. Meine Enkeltochter zeigt bereits seit einiger Zeit psychische Auffälligkeiten in Form von Angst verbunden mit bitterlichen Weinen, weil sie keine Freunde mehr hat. Ich habe auch noch zwei weitere Enkeltöchter, die ebenfalls bereits psychische Auffälligkeiten zeigen. Es muss unbedingt für Alleinerziehende der Zugang zur Kita kommen. Homeoffice in Vollzeit und gleichzeitig den Bedürfnissen eines Kindes gerecht zu werden, ist nicht machbar. Unsere Kraft dafür ist am Ende. Hinzukommt noch, dass ich erst kürzlich meinen geliebten Ehemann, meine Kinder ihren Papa und die Enkelkinder ihren Opa verloren haben. Wir können nicht mehr.

  • on 05 May 2020

    Weil meine Kinder Ihre Freunde vermissen und ich als Elternteil diese Sozialen Kontakte nicht ersetzen kann. Durch diese Zeit ist mir klar geworden das meine Kinder mich nicht so vermissen wenn ich arbeiten bin, wie ich das dachte und ein schlechtes Gewissen hatte! Nein, Sie freuen sich Ihre „Kinder“ Ihre Freunde jeden Tag zu sehen! Ihre erdachten Spiele zu spielen und den Input der Erzieher zu genießen der Sie jeden Tag vor neue Herausforderungen stellt. Wir sind nicht systemrelevant, sollen trotzdem arbeiten gehen und gleichzeitig unsere Kinder betreuen und fördern? Das ist nicht im Einklang! In KKH werden Trakte in Kurzarbeit geschickt weil die Auslastung nicht gegeben ist, trotzdem dürfen die Kinder in die Notbetreuung! Ungerecht und politisch lächerlich, wie man sich so überwirft für eine Grippewelle die einen neuen Namen bekommen hat!!! VG ein frustrierter Vater

  • Andreas Knabe Dessau-Roßlau

    on 05 May 2020

    Die Kinder sollten wieder mit Gleichaltrigen betreut werden

  • on 05 May 2020

    Weil unser kleiner seine Kita und Freunde so sehr vermisst. Und wir manch gut 7 Wochen merken das sein Verhalten und erlerntes abnimmt.

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