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Petition richtet sich an: Rat der Stadt Mettmann
Wir fordern den Rat der Stadt Mettmann auf, die 50. Flächennutzungsplanänderung „Hasseler Straße“ (FNP050) sowie den Bebauungsplan MM159 „Auf dem Pfennig/ Am Heimsang“ abzulehnen und den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan MM158 (Supermarkt) aufzuheben.
Mit diesen Planungen soll der Bereich an der Kirchendelle zwischen Metzkausen und Mettmann für den Bau eines neuen Nahversorgungsstandorts mit bis zu 1.500 m² Verkaufsfläche und Wohnungen darüber, zusätzliche Wohnbebauung mit 24 Wohneinheiten sowie weitere Straßen- und Erschließungsmaßnahmen in bisher unbebauten Freiflächen vorbereitet werden.
Gleichzeitig sind im direkten Umfeld auf heutigen Ackerflächen weitere bedeutende Vorhaben wie Gesamtschule, Sporthallen und Schwimmbad vorgesehen. Trotz dieser räumlichen und funktionalen Zusammenhänge werden die einzelnen Vorhaben weitgehend getrennt betrachtet und entschieden.
Mit den anstehenden Beschlüssen würden unumkehrbare Weichen für die Zukunft der Kirchendelle gestellt. Die vorliegenden Planungen rechtfertigen eine solche Entscheidung nicht.
Der erwartete Nutzen des Vorhabens ist bis heute nicht überzeugend nachgewiesen. Die Risiken für Natur, Verkehr, Innenstadt und Stadthaushalt sind dagegen konkret und absehbar.
Kaum ein anderes Stadtentwicklungsprojekt der letzten Jahre hat in Mettmann eine vergleichbare öffentliche Debatte ausgelöst. Über 120 Bürgerstellungnahmen, intensive Berichterstattung in den Medien sowie erhebliche Vorbehalte aus Politik, Verbänden und Bürgerschaft zeigen, wie umstritten die Planungen tatsächlich sind.
Die Kirchendelle ist mehr als eine freie Fläche. Sie verbindet Naturraum, Frischluftschneise und Naherholung mit einer hohen Bedeutung für die Lebensqualität vieler Menschen in Metzkausen und darüber hinaus in Mettmann.
Die vorliegenden Planungen werden dieser besonderen Bedeutung nicht gerecht.
Begründung
Am 13. Oktober 2026 entscheidet der Rat der Stadt Mettmann über die geplante Bebauung eines Teilgebiets der Kirchendelle zwischen Mettmann und Metzkausen.
Weil auf diesem engen Raum mehrere Vorhaben aufeinandertreffen, die auf denselben Naturraum, dieselbe Verkehrsinfrastruktur und denselben Stadthaushalt wirken, reichen die Folgen weit über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus. Sie betreffen ganz Mettmann durch direkte Auswirkungen auf Natur, Verkehr, Innenstadt, Lebensqualität und öffentliche Finanzen.
Konkrete Auswirkungen für Stadt und Bürger:
1.Verkehr und Infrastruktur
Das Vorhaben würde zusätzlichen Verkehr erzeugen und bereits heute belastete Straßen sowie Knotenpunkte weiter unter Druck setzen. Betroffen wären beispielsweise die Hasseler Straße, Bereich Berliner Straße/Nordstraße, Am Heimsang sowie die Florastraße.
Die verkehrlichen Auswirkungen betreffen damit nicht nur die unmittelbaren Anwohner, sondern Pendler, Eltern, Schüler:innen sowie weitere Verkehrsteilnehmer. Aktuelle Verkehrsgutachen liegen nicht vor.
2.Finanzen und Stadthaushalt
Bis heute fehlen Kostenschätzungen und eine nachvollziehbare Bewertung der finanziellen Risiken für den städtischen Haushalt. Gleichzeitig ziehen die Planungen neue Infrastruktur- und Ausgleichsmaßnahmen mit langfristigen Folgekosten nach sich. Die Beteiligung privater Investoren ändert nichts an der offenen Frage, welche Belastungen letztlich bei der Allgemeinheit verbleiben.
Wer jetzt weitreichende Entscheidungen trifft, muss auch deren finanzielle Folgen kennen. Genau diese Transparenz fehlt.
3.Innenstadt und Nahversorgung
Die Annahme, dass an der Kirchendelle ein zusätzlicher Nahversorgungsstandort benötigt wird, beruht lediglich auf abstrakten Statistiken statt auf realen Bedarfserhebungen bei der Bevölkerung; das zugrundeliegende Einzelhandelsgutachten wirft in seiner Methodik zudem erhebliche Fragen auf. Gleichzeitig bestehen begründete Sorgen, dass Kaufkraft aus bestehenden Supermärkten und der Innenstadt abgezogen wird. Auch die IHK sieht Risiken für bestehende Supermärkte, insbesondere in der Innenstad.
Die Folgen könnten nicht nur einzelne Supermärkte betreffen, sondern die langfristige Entwicklung der Mettmanner Innenstadt.
4.Wohnraum
Für vergleichsweise wenige zusätzliche Wohnungen sollen wertvolle Natur- und Freiflächen dauerhaft verloren gehen, anstatt die vorhandenen Potenziale im bestehenden Stadtgebiet konsequent zu nutzen. Der Außenbereich mit seiner Hanglage zieht hohe Baukosten nach sich, weshalb hier kein echter bezahlbarer Wohnraum entstehen kann; zudem wurde eine entsprechende Förderung abgelehnt und es wird lediglich auf einen kleinen Anteil preisgedämpfter Wohnungen am Supermarkt verwiesen. Es bleibt also mehr als fraglich, ob die geplante Bebauung einen spürbaren Beitrag zur Lösung der Wohnraumsituation in Mettmann leisten kann.
Der dauerhafte Verlust dieser Natur steht damit in keinem angemessenen Verhältnis zum erwartbaren Nutzen.
5.Klima, Natur und Entwässerung
Die Kirchendelle erfüllt wichtige Funktionen für Kaltluftentstehung, Frischluftversorgung, Naherholung und Artenvielfalt. Die geplante Versiegelung würde diese Funktionen dauerhaft beeinträchtigen. Begrünte Dächer und Ausgleichsmaßnahmen können einen gewachsenen Natur- und Kulturraum und seine klimatische Wirkung nicht ersetzen. Insbesondere der geschützte Landschaftsbestandteil - das Auenwäldchen - in dem Kröten, Bussarde, Fledermäuse, Kauze sowie Dachse, Rehe, Füchse und andere Tiere leben, würde durch eine Umbauung durch die direkt angrenzende geplante 14m breite Straße, Wohnbebauung, Supermarkt und Parkplatzflächen seine Funktion als Natur- und Rückzugsort verlieren!
Während an anderer Stelle öffentliche Mittel in Entsiegelung, Klimaanpassung und Begrünung investiert werden, sollen hier wertvolle Natur- und Freiflächen verloren gehen.
Die Kirchendelle ist heute noch ein offener Natur- und Landschaftsraum zwischen Mettmann und Metzkausen. Was versiegelt, bebaut oder zerschnitten wird, lässt sich später nicht zurückholen.
Die Risiken für Natur, Verkehr, Innenstadt und Stadthaushalt sind konkret und absehbar. Dem gegenüber steht ein Nutzen, der bis heute nicht überzeugend nachgewiesen ist. Eine Zustimmung zu FNP050 und MM159 ist deshalb nicht gerechtfertigt.
Setzen Sie sich gemeinsam mit uns für den Erhalt der Kirchendelle ein und senden Sie ein klares Signal an Politik und Verwaltung: Keine Zustimmung zu FNP050 und MM159.
Unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift. Vielen Dank!
Bürgerinitiative "Weißt du was Kirchendelle"
Weiterführende Informationen:
1.Vorträge unserer Bürgerinitiative im Juni 2026 beim Bürgerverein Metzkausen e.V.
https://drive.google.com/file/d/1vSqzXKIwD4JW4D24nBbNPublt4vLAUau/view?usp=sharing
2.Unterlagen der Stadt Mettmann
https://bit.ly/FNP050BegründungÄnderung
https://bit.ly/MM159Begründung
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Angaben zur Petition
Petition gestartet:
27.09.2026
Sammlung endet:
11.10.2026
Region:
Mettmann
Kategorie:
Bauen
Übersetzen Sie jetzt diese Petition
Neue SprachversionDebatte
Noch kein PRO Argument.
Wir haben zugestimmt, weil Mettmann bis 2030 fast die Hälfte seiner Sozialwohnungen verliert. Unser Ja gilt 24 Wohnungen am Siedlungsrand, angebunden an eine bestehende Straße. Eine Bebauung der gesamten Kirchendelle lehnen wir ausdrücklich ab. Wir haben eine Quote für geförderten Wohnungsbau gefordert, einen kürzeren Wendehammer und wollten die B7n gestrichen haben. Leider erfolglos. Über Nahversorger und Wohnungen wird im eigenen Bebauungsplan entschieden.
Warum Menschen unterschreiben
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