Die Lebenswirklichkeit unserer Kinder hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Immer mehr Kinder verbringen wesentlich mehr Zeit in den Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes. Die Bedingungen, die sie dort vorfinden, sind zwischenzeitlich äußerst unzureichend. Daher sorgen wir uns ernsthaft um die Generation der Kinder, die wir derzeit betreuen.

Wir fordern:

  • Verbesserte Fachkraft-Kind-Relation
  • Personalreserve
  • Verbindliche Verfügungszeiten
  • Zeiten für Anleitung der Praktikanten
  • Ausgleich von Personalausfallzeiten (Urlaub, Krankheit, Fortbildung)

Reason

Wir, die ver.di-Fachgruppe Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe, nehmen unsere gesellschaftspolitische Verantwortung gegenüber den uns anvertrauten Kindern sehr ernst. Wir möchten deshalb auf Probleme im Sozial- und Erziehungsdienst aufmerksam machen, mit denen wir täglich konfrontiert sind und die uns mit großer Sorge erfüllen.

Ebenso gilt unsere Sorge den pädagogischen Fachkräften, die sich täglich mit hohem Engagement den Herausforderungen stellen, unter unzureichenden Bedingungen ihren gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen. Bedingungen, die es schwermachen, gesund zu bleiben, die Arbeitsfreude zu erhalten und sich ein Arbeiten bis ins Alter vorstellen zu können.

Die jetzt im Beruf stehenden pädagogischen Fachkräfte sind durch die mittlerweile permanente personelle Unterdeckung verstärkt extremen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Eine Arbeitszufriedenheit erleben die Wenigsten, ein Gesund-Bleiben und Älter-Werden im Beruf scheint sich positiv nicht gestalten zu lassen.

Die Kinder leiden unter der Personalsituation. Sie werden von pädagogischen Fachkräften begleitet, die für sie wenig Zeit haben, die keine Zeit haben zum Zuhören, für wichtige Gespräche, für Fragestellungen zu ihrem alltäglichen Leben, für ihre vielfältigen Probleme, zum Trösten, Schützen, zum gemeinsamen Spielen, zur Klärung ihrer Weltanschauung, zur Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Selbständigkeit, zur Lösung von Konflikten, zur Berücksichtigung ihrer Wünsche im Sinne der Partizipation.

Wie sollen Kinder unter ungünstigen Bedingungen ihre sozialen, kognitiven, emotionalen und ihre Lern- und Sachkompetenzen ausbilden, wie sollen sie sich auf ihre Spiele - die Arbeit des Kindes - konzentrieren?

Wenn aber schon die Basiskompetenzen unzureichend ausgebildet werden, können sich bei den Kindern multiple Problemlagen in ihrem weiteren Leben entwickeln: Defizite in der Sprachentwicklung und dem Sprachverständnis, geringe Frustrationstoleranz, mangelnde Konfliktfähigkeit, geringe Belastbarkeit, fehlende Lern-Motivation, Unfähigkeiten zur sozialen Interaktion, fehlende Wertvorstellungen, schulisches Versagen bis hin zum Schulabbruch.

Von der Politik wird viel von Chancengleichheit gesprochen, doch fehlendes Fachpersonal und schlechte Rahmenbedingungen stehen einer Chancengleichheit im Wege. Oberste Priorität für die Politik hat es, dass die Eltern dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Dazu muss es ausreichend Betreuungsplätze für die Kinder geben.

Dieses Ziel ist zahlenmäßig in den nächsten Jahren wohl zu erreichen, aber die reine Zahl sagt nichts über die Qualität aus.

Wir fragen besorgt nach der heranwachsenden Generation: Wo bleibt die ganzheitliche Bildung der Kinder, wo die Lust auf lebenslanges Lernen, wo kann sich ein demokratisches Selbstverständnis entwickeln, wo entwickelt sich Gemeinschaftsfähigkeit, wo entsteht die Idee, sich gesellschaftlich zu engagieren?

Wir fordern eine Politik, die vom Kind her denkt. Wir wünschen eine nachhaltige Politik, die auch die Gesundheit und die Arbeitsfreude der pädagogischen Fachkräfte im Blick hat.

Es darf nicht länger nur darum gehen, wie möglichst viele Kinder bei möglichst geringen Kosten untergebracht werden können. Es müssen bessere Bedingungen für kindliche Bildung geschaffen werden, damit wir unserem gesellschaftlichen Auftrag der Werteerziehung und der Befähigung zu gemeinschaftsverträglichem Handeln auf der Grundlage der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nachkommen können.

Thank you for your support, Stefan Schorr - ver.di from Saarbrücken
Question to the initiator

News

  • Petition wurde am 7. Mai 2019 von ver.di an Ministerpräsident Tobias Hans, Sozialministerin Monika Bachmann und Bildungsminister Ulrich Commerçon übergeben. übergeben.

    Als nächstes plant ver.di gemeinsam mit der Arbeitskammer des Saarlandes eine Podiumsdiskussion, zu der die im Landtag vertretenen Fraktionen CDU, SPD und Die Linke eingeladen werden. Im Vorfeld finden einige Workshops statt, um die Themen vertiefend vorzubereiten.

pro

Bitte unterstützt auch die Petition von Sven Nolting. DANKE!

contra

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