Entlastung könnte es hier geben, wenn Leitungen grundsätzlich komplett freigestellt würden und deren pädagogische Stundenzahl mit in die Personalstunden fließen würde.

Die gewünschte Qualität den Bildungsauftrag umzusetzen und die individuelle Förderung erfordert qualifiziertes Personal. Es zeigt sich ein Fachkräftemangel, der sich noch drastisch erhöhen wird. Stellen sind jetzt schon kaum noch zu besetzen. Die Forderung nach mehr Personal setzt eine bessere Wertschätzung des Berufes und eine bessere Bezahlung voraus.Der Gedanke bei einer künftigen Änderung des Kibiz Gesetzes die Randzeiten der Kitas zu erweitern, kann in jedem Fall nur mit deutlich mehr Personalstunden geleistet werden. Bei dieser Gelegenheit möchten wir aber auch an das Wohl der Kinder appellieren. Erwachsene Menschen sind gewerkschaftlich geschützt und haben in der Regel eine Arbeitszeit von 39 Stunden wöchentlich. Kinder sind bis zu 45 Stunden in der Kita und bei einer Gesetzesänderung gegebenenfalls sogar länger. Für Kinder ist der Besuch einer Kita auch als Arbeit anzusehen. Sie sind den ganzen Tag mit vielen Menschen zusammen, müssen sich organisieren, austauschen, streiten, vertragen, Dinge aufnehmen und verarbeiten. Wir wünschen uns, dass bitte an das Wohl der Kinder gedacht wird.

Die Mitglieder der AG 78 Moers fordern deshalb:

  • Die Erhöhung des Betreuungsschlüssels der Blockkinder

  • Erhöhung des Perssonalschlüssels, da Urlaubs-, Kranken-, Fortbildungs- und Vorbereitungszeiten nicht berücksichtigt werden.

  • Ganztätige Hauswirtschaftskräfte für die Kitas, damit das Fachpersonal sich den pädagogischen Arbeiten widmen kann.

  • Komplettte Freistellung der Leitung.

  • Bei einer Erweiterung der Betreuungszeiten im Kibiz Gesetz, das Wohl der Kinder im Auge zu behalten.

Reason

In Moers gibt es im Kitajahr 2017/2018 insgesamt 3055 Betreuungsplätze. Davon werden 1173 Blockkinder mit 35 Stunden und 1285 Ganztagskinder mit 45 Stunden in den Tageseinrichtungen betreut. Die Anzah der Blockkinder entspricht mitlerweile fast der Zahl der Ganztagskinder. Die Tendenz zur Blockbetreuung steigt durch die Berufstätigkeit der Eltern. Die Betreuungszeit von 35 Stunden geteilt, ist ein Auslaufmodell. Die meisten Blockkinder erhalten in der Kita ein Mittagessen, einige einen Snack.

Fakt ist, dass alle Kinder gleichermaßen betreut werden müssen. Mehr als die Hälfte der Kinder sind täglich bis zu 10 Stunden in der Kita. Die tägliche Arbeitszeit der pädagogischen Fachkräfte beträgt 8 Stunden, so dass in Früh-, Mittel- und Spätdiensten gearbeitet wird., dies ist kein Problem, wenn alle Mitarbeiter*innen da sind.

Im Kibiz werden Urlaub, Krankheit, Ausfall durch Schwangerschaften, Fortbildungs- und Vorbereitungszeiten nicht eingeplant. Die Pausenzeiten müssen sehr früh oder spät durchgeführt werden. In der Mittagszeit wird in den Gruppen oder im Bistro in mehreren Gängen gegessen. danach wird gewickelt, gewaschen, die Schlafkinder schlafen gelegt und begleitet, die anderen Kinder führen eine Leserunde zur Entspannung durch, die Gruppenräume / das Bistro müssen gereinigt werden. Dies fordert einen hohen Personaleinsatz in der Mittagszeit.

Hier ein Beispiel aus dem Kibiz Personalrechner: Wenn in der Gruppenstufe I 10 Kinder in der 35 Std Betreuung (geteilt oder Block) sind, gibt es 38,5 Fachkraftstunden. Für eine 45 Stunden Betreuung mit 22 Kindern wären es 108,9 FK Std. Gesamt also 147,4 FK Std. Sind die 32 Kinder aber alle nur in der 45 Std Betreuung gemeldet, ergeben sich 158,4 FK Std.Das macht einen Unterschied von 11 FK Std. bei der Personalbelegung aus. Diese zusätzlichen Stunden würden die Übermittagbetreuung erheblich vereinfachen.

Zu bedenken ist auch die räumliche Situation in den Kitas. Das Kibiz Gesetz sieht vor, dass alle Kinder mit einer Betreuungszeit von 35 Stunden, auf Wunsch der Eltern, ein Mittagessen erhalten. Diese gesetzliche Forderung wurde erst nach dem U3 Ausbau ins Gesezt geschrieben, so dass die meisten Einrichtungen räumlich nicht auf die Versorgung so vieler Kinder eingestellt sind. Zu kleine Küchen, fehlende Bistros stellen erhebliche Probleme dar. Viele Kinder müssen in den Gruppen essen, die aber aus pädagogischen Gründen nicht mit Tischen und Stühlen vollgestellt sein sollen. Das bedeutet für Erzieher*innen ein tägliches umräumen der Gruppen.

Die Hauswirtschaftskräfte werden über eine Verfügungspauschale beschäftigt, die je nach Größe der Kita nicht auskömmlich ist. Einige Kräfte sind nur 2-3 Stunden in der Kita. Hauswirtschaftliche Arbeiten fallen aber den ganzen Tag an. Frühstück vorbereiten, Einkäufe, Spülmaschinen einräumen, Wäsche waschen und falten, Mittagstische decken und abräumen, den Snack zubereiten sowie weitere Spülmaschinen ein- und ausräumen, sind tägliche Arbeiten, die vom Fachopersonal durchgeführt werden. Erzieher*innen nehmen dies als Bestandteil ihrer Aufgaben hin, aber die zeitlichen Ressourcen dafür sind nicht gegeben, ohne dass den Kindern Zeit genommen wird. Weitere Aufgabn, wie Türen, Lampen, Schränke, Spielzeug abwaschen, fegen, staubsaugen, Stühle hoch und runter stellen gehören ebenso zum täglichen Arbeitsbereich. Dies ist bitte nicht zu unterschätzen.

Der qualitative Anspruch einer Kita steht an vorderster Stelle. Die pädagischen Fachkräfte füllen den Bildungsanspruch der Kinder aus. Die Bildungsdokumentation und die Sprachförderung sollen für jedes Kind individuell umgesetzt und dokumentiert werden. Dies ist ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Austauschs. Inklusion und der immer höhere Anteil an Kindern mit Förderbedarf und erhöhtem Betreuungsbedarf nehmen zu. Entwicklungsgespräche mit den Erziehhungsberechtigten, Kontakte zu Institutionen, Ärzten und Schulen, sowie Berichte über Kinder schreiben, damit Eltern Institutionen in Anspruch nehmen können, sind mittlerweile regelmäßige Aufgaben von Fachkräften, die zeitnah eingeplant werden müssen.

Thank you for your support, Marina Kiehlmann from Moers
Question to the initiator
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