Abschaffung von Schulgeld für die Ausbildung zum Altenpfleger

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 1. Oktober 2014 habe ich nach Beendigung der Regelschulzeit und Absolvierung eines Bundesfreiwilligendienstes meine dreijährige Ausbildung zum Altenpfleger begonnen.

Der Praxisanteil wird in der Seniorenresidenz Sonnenborgen in Horn-Lehe (eine Einrichtung der Convivo-Gruppe) absolviert. Für den theoretischen Teil (Berufsschule) bin ich in der Altenpflegeschule Friedehorst in Lesum angemeldet.

Nun mein Anliegen:

Von der Altenpflegeschule Friedehorst wurde mir mitgeteilt, dass es 14 Schulplätze gibt, deren Kosten vom Land Bremen getragen werden, ich aber die Nr. 15 von etwa 25 Schülern bin. Somit bin ich ein Selbstzahler und muss monatlich ein Schulgeld in Höhe von ca. 364,- Euro zahlen. Eine Mitschülerin, die in der selben Einrichtung wie ich ausgebildet wird, ist von der Zahlung des Schulgelds befreit. Es wäre nicht unwahrscheinlich, dass ich durch Ausfall oder Abbruch eines anderen Schülers aufrücken würde und mein Schulgeld dann übernommen wird.

Nun frage ich mich, wo bleibt da die Gerechtigkeit?

In Zeiten des demografischen Wandels und ständigen Diskussionen über das Thema, dass gutes Personal und qualifizierte Fachkräfte Mangelware sind, kann ich nicht nachvollziehen, warum ich meine Ausbildung mit ca. 13.000,- Euro bezuschussen muss. In anderen Bundesländern wie z. B. Bayern oder Niedersachsen ist die Selbstzahlung des Schulgeldes für Altenpfleger/innen bereits abgeschafft.

Ich bitte Sie um Prüfung meines Anliegens und Schulgeldbefreiung.

Mit freundlichen Grüßen

Kevin Kiel

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Novidades

  • Auszug aus dem Bericht des Petitionsausschusses Nr. 36 vom 17. April 2015

    Der Ausschuss bittet, folgende Eingaben für erledigt zu erklären:

    Eingabe Nr.: L 18/412

    Gegenstand:
    Schulgeld für die Altenpflegeausbildung

    Begründung:
    Der Petent absolviert eine Ausbildung zum Altenpfleger. Da es in diesem Bereich eine Kontingentierung von
    Schulplätzen gibt und das Kontingent geförderter Schulplätze zu Beginn seiner Ausbildung erschöpft war,
    erklärte er sich zunächst bereit, für die schulische Ausbildung die Schulkosten selbst aufzubringen. Er bittet
    darum, auch seine Ausbildung durch das Land Bremen zu fördern und das Schulgeld für die
    Altenpflegeausbildung insgesam t abzuschaffen. Er verweist darauf, dass wegen des demographischen
    Wandels gerade im Bereich der Altenpflege qualifiziertes Fachpersonal gesucht werde. Die Petition wird von
    22 Mitzeichnerinnen und Mitzeichnern unterstützt. In dem zu dieser Petition einger ichteten Internetforum
    wird auf den bestehenden Pflegenotstand hingewiesen. Deshalb bestehe großer Handlungsbedarf. Es sei
    ungerecht, wenn die Kosten der schulischen Ausbildung nur für einen Teil der Schülerinnen und Schüler
    übernommen werde.

    Der Petition sausschuss hat zu dem Vorbringen des Petenten Stellungnahmen der Senatorin für Soziales,
    Kinder, Jugend und Frauen eingeholt. Außerdem hatte der Petent die Möglichkeit, sein Anliegen im Rahmen
    der öffentlichen Beratung mündlich zu erläutern. Unter Berücksi chtigung dessen stellt sich das Ergebnis der
    parlamentarischen Überprüfung zusammengefasst wie folgt dar:

    Mittlerweile hat die Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen mitgeteilt, dass das Schulgeld des
    Petenten bis zum Ende seiner Ausbildung ges ichert sei. Eine Altenpflegeschule in Bremerhaven habe nicht
    alle Erstausbildungsplätze besetzen können und sie zur Verfügung gestellt. Deshalb habe einer dieser
    Plätze mit dem Petenten besetzt werden können.

    Ein Schulgeld ist für die Altenpflegeausbildung im Land Bremen nicht vorgesehen. Die Schulen sind aber
    verpflichtet, ihre Ausbildungsgänge mit Mitteln des Landes bzw. des Jobcenters oder der Agentur für Arbeit
    zu finanzieren. Eine Teilbeteiligung der Schülerinnen und Schüler an den Ausbildungskosten i st in Bremen
    nicht vorgesehen, so dass die Forderung nach einer Abschaffung des Schulgeldes ins Leere läuft. Dies
    schließt aber nicht aus, dass Auszubildende sich im Einzelfall auf privatrechtlicher Basis freiwillig zur
    Zahlung eines Schulgeldes für einen Ausbildungsplatz bereit erklären, wie es der Petent zunächst getan hat.

    Der Petitionsausschuss begrüßt das Bemühen der Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, die
    Anzahl der Erstausbildungsplätze im Jahr 2015 auf 250 zu erhöhen. Damit würde jed em interessierten
    Bewerber ein Erstausbildungsplatz ermöglicht. Die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte in der Altenpflege ist
    angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland ein gesellschaftspolitisch wichtiges und
    notwendiges Ziel. Deshalb sol lte Petition den Fraktionen zur Kenntnis gegeben werden.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.