L 20/298 - Schaffung eines Unterrichtsfachs zu den Themen Klimaschutz, Tierschutz und globale Gerechtigkeit

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft

24 Unterschriften

Die Petition wurde abgeschlossen

24 Unterschriften

Die Petition wurde abgeschlossen

  1. Gestartet 2021
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Beendet

Dies ist eine Online-Petition der Bremischen Bürgerschaft.

Petition richtet sich an: Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft

Es ist fünf vor zwölf! Einführung des Schulfachs „Mensch, Tier, Klima“ - für eine sinnvollere Bildung. Unsere Forderung: Ein Unterrichtsfach mit thematischen Inhalten zum Klimaschutz, Tierschutz und zur globalen Gerechtigkeit. „Es ist kurz vor Zwölf“, warnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, und so hallt es – je nach aktuellen Ereignissen – in den Nachrichten wider. Dass es kurz vor Zwölf ist, rufen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auf den Straßen – weltweit. Die Schule beginnt kurz vor Acht. Und mit dem Gong zum Unterricht: Binomische Formeln, Goethe und das französische Verb être - sein. Aber wo wir schon einmal beim Thema „sein“ sind: Wo auf den Lernplänen finden aktuelle Themen ihren Platz, die entscheidend für die Gegenwart der Schülerinnen und Schüler und für die Zukunft sind? Es ist kurz vor Acht, und an Deutschlands Schulbänken brütet die Generation ‚for Future‘ über Gedichtinterpretationen. Wie Klimaschutz und Klimagerechtigkeit funktionieren, das lernen Kinder und Jugendliche weder im Biologie- oder Erdkundeunterricht noch in der Schulmensa, wo die CO2-Bilanz natürlich nicht mit auf den Essensplan gedruckt wird. Und auch während der Fridays For Future-Proteste kommt die kritische Frage, was jeder von uns zu einer gerechteren Welt beitragen kann, leider zu kurz. All das wollen wir ändern, indem wir fordern: Fakten, Bildung, Orientierung, kritische Reflexion und Sensibilisierung hinsichtlich Klimawandel, Tierethik sowie sozialer Ungerechtigkeit. Und im selben Atemzug ein Unterrichtsfach „Mensch-Tier-Klima“. Eine Debatte darum, unsere Kinder und Jugendlichen für die Zukunft zu wappnen, sollte höchste Aktualität besitzen. Man kann es auch positiv sehen: Es ist kurz vor Acht, und es gibt so viel zu lernen, bevor die Uhr Zwölf schlägt. Eine Metaanalyse hat gezeigt, dass nicht nur unsere Werte und unsere politische Ausrichtung, sondern ebenso die Erfahrungen aus Kindheitstagen (bzgl. Naturschutz) sowie unsere Persönlichkeit eine Rolle bei umweltethischen Fragen spielen. So zeigten sich offene und experimentierfreudige Menschen eher bereit, Normen und Werte zu hinterfragen. Und zur Offenheit, Experimentierfreudigkeit und zum kritischen Hinterfragen von Wertesystemen sollte unser Schulsystem doch animieren, oder nicht? - Die Metastudie der University of Edinburgh umfasst 38 Studien mit insgesamt 44.000 Versuchspersonen Eine detaillierte Auflistung unserer Vorstellungen finden sie hier: Begründung: Begründungen in Stichpunktform: - Erlernen wichtiger Grundlagen, um die Umwelt zu schützen, z.B. das Pfandsystem - Animierung selbst zugunsten der Umwelt und des Tierwohls tätig zu werden, z.B. Recyclingprojekte, Müllsammelaktionen etc. - min. 5,25 Billionen Plastikteile befinden sich in den Meeren; dieser Müll verletzt Meerestiere, findet sich in den Mägen vieler Tiere wieder und landet über die Nahrungskette im Menschen - ausführliche Reflexion des menschengemachten Klimawandels (interdisziplinär) - 99,94 % der Wissenschaft, die den Klimawandel als menschengemacht ansehen. Deswegen sollten schon Kinder & Jugendliche ein klimafreundliches Leben erlernen. So wird ein stärkeres Bewusstsein geschaffen. - Sensibilisierung bzgl. der Verschwendung von Konsumgütern: In Deutschland werden jährlich (nach Schätzungen des WWF) 18 Mio. Tonnen an Lebensmitteln weggeschmissen - Transparenz hinsichtlicher globaler Verschwendung, die Klimaungerechtigkeit sowie Hunger provoziert: - rund 800 Mio. Tonnen der Weltgetreideernte sowie 250 Mio. Tonnen Sojaschrot werden für die Tierfütterung eingesetzt - 1/3 der nutzbaren Ackerfläche dient dem Anbau von Futtermittel für Nutztiere - 70% des verfügbaren Frischwassers wird in der Landwirtschaft verbraucht, während 3,5 Menschen jährlich an den Folgen schlechter Wasserversorgung sterben - Kennenlernen verschiedener Tierarten, deren menschengemachten Kategorien (Haustier, Wildtier, Nutztier) sowie kritische, kindgerechte Auseinandersetzung mit Haltungsformen (Käfighaltung, Zoo, Aquarium, Tiermast) - Hinterfragen des durch den Konsum provozierten Tierleids der breite Konsum tierischer Produkte geht mit der Ausbeutung von Arbeitskraft und den Masttieren einher die konventionelle Tierhaltung soll betrachtet und die Alternativen kritisch reflektiert werden - wir fordern ein Unterrichtsmodell, das ohne Interessenvertretung - bspw. durch Landwirtschaftsverbände oder Tierschutzorganisationen - beim Schulmaterial auskommt - wir fordern einen differenzierten und mehrperspektivischen Umgang mit kritischen Fragen hinsichtlich Umwelt, Klima, Tierwohl und Menschenrechten - wir wünschen uns, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine eigene Position entwickeln und sich ein Bewusstsein der oben angesprochenen Themen entwickelt

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 08.02.2021
Sammlung endet: 23.03.2021
Region: Freie Hansestadt Bremen
Kategorie:  

Neuigkeiten

  • Auszug aus dem Bericht des Petitionsausschusses (Land) Nr. 21 vom 10. September 2021

    Der Ausschuss bittet, folgende Petition der Enquetekommission „Klimaschutz für das Land
    Bremen“ zur Kenntnis zu geben:

    Eingabe Nr.: L 20/298

    Gegenstand: Schaffung eines Unterrichtsfaches zu den Themen Klimaschutz, Tierschutz und
    globale Gerechtigkeit

    Begründung:
    Der Petent begehrt die Einrichtung eines Unterrichtsfaches „Mensch, Tier, Klima“, welches sich
    inhaltlich mit Themen Klimaschutz, Tierschutz und globaler Gerechtigkeit auseinandersetzen soll.
    Diese seien in keinem Fach curricular verankert, weshalb die Schüler:innen nicht hinreichend auf
    die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet würden.

    Der Petitionsausschuss hat zu dem Vorbringen des Petenten eine Stellungnahme der Senatorin für
    Kinder und Bildung eingeholt. Außerdem hatte der Petent die Möglichkeit, ihr Anliegen im Rahmen
    der öffentlichen Beratung mündlich zu erläutern. Unter Berücksichtigung dessen stellt sich das
    Ergebnis der parlamentarischen Beratung zusammengefasst folgendermaßen dar:

    Der Bildungs- und Erziehungsauftrag gründet sich in Artikel 26 der Landesverfassung der Freien
    Hansestadt Bremen sowie § 5 des Bremischen Schulgesetzes. Gemäß Absatz 3 dieser Norm hat
    die Schule den Auftrag, „Basiskompetenzen und Orientierungswissen sowie Problemlösefähigkeiten
    zu vermitteln, die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft von Schülerinnen und Schülern zu fördern und
    zu fordern und sie zu überlegtem persönlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Handeln zu
    befähigen“.

    Die Themenbereiche „Mensch, Tier und Klima“ betreffen besondere gesamtgesellschaftliche
    Herausforderungen, die nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche einschließen. Wenngleich die
    Bildung als die zentrale Voraussetzung zu betrachten ist, geht das genannte Themenspektrum über
    den Bereich der Bildung hinaus. Dabei setzt der Bildungsauftrag im Sinne des Schulgesetzes bei
    Querschnittsthemen mit hoher gesamtgesellschaftlicher Relevanz bewusst auf die
    fächerübergreifende unterrichtliche Vermittlung. Auch bei den angeführten Themen „Mensch, Tier,
    Klima“ handelt es sich um Querschnittsthemen, die von der Senatorin für Bildung unter „Bildung
    nachhaltige Entwicklung“ (BNE) subsumiert werden.

    Die Schulen des Landes Bremen sind über alle Stufen hinweg dem UNESCO-Weltaktionsprogramm
    „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sowie insbesondere dem 2015 verabschiedeten 17 Zielen für
    Nachhaltige Entwicklung verpflichtet. Vor diesem Hintergrund soll der Bereich „Bildung nachhaltige
    Entwicklung“ gerade nicht als einzelnes Fach, sondern vielmehr in allen Fächern, in
    fächerübergreifenden Projekten und außerunterrichtlichen Aktivitäten vermittelt werden. Diese
    Entwicklung spiegelt sich unter anderem in den eingereichten Prüfungsaufgaben in den
    gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Bereichen wider. Zudem ist das Thema Klimabildung
    auch ein Aufgabenbereich in der Enquetekommission der Bremischen Bürgerschaft, die
    entsprechende Empfehlungen ausarbeitet.

    Sollte ein neues Schulfach eingerichtet werden, bedürfte es zunächst einer entsprechenden
    Fachrichtung beziehungsweise eines grundständigen Studiengangs an der Universität, um
    entsprechende Lehrkräfte ausgebildeten Lehrkräfte verfügbar wären.

    Zudem würde die Einführung eines neuen Unterrichtsfaches zugleich die Streichung eines anderen
    Faches oder die inhaltliche Kürzung mehrerer anderer Fächer bedingen.
    Aufgrund des Sachzusammenhanges soll die Petition der Enquetekommission
    „Klimaschutzstrategie für das Land Bremen“ zur Kenntnis gegeben werden.

    Begründung (PDF)

Noch kein PRO Argument.

Schule sollte Bildung vermitteln und nicht weltanschauliches Gedöns.Die Lehrpläne sind heute schon mit allerlei unnötigem Unsinn vollgestopft,was kommt als nächstes?Mülltrennung leicht gemacht?Vollkornlehre im Kontext eines integrativen Veganertums?

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