Die schwarz-gelbe Landesregierung hat ihren Wahlkampf im vergangenen Jahr maßgeblich mit den Themen „Bildung“ und „Freiheit“ bestritten. Ein offener, freier Austausch innerhalb der Universitäten scheint aber nun nicht Ziel der Bildungspolitik eben jener Landesregierung zu sein. Dies entnimmt man dem Eckpunktepapier zu einer Novellierung des Hochschulgesetzes (url.nrw/HG). Darin steht die Wiederermöglichung von Anwesenheitspflichten, die massive Einschränkung studentischer Mitspracherechte innerhalb der Universität und die Fesselung Studierender an Studienverläufe. Freiheit bedeutet für die Landesregierung damit nicht Studierfreiheit, sondern umgekehrt die Freiheit für die Universitäten, Studierende von Partizipation auszuschließen. Die Studierenden der Universität Münster lehnen diese Pläne entschieden ab!

Begründung

1. Aufhebung des Verbots von Anwesenheitspflichten

Das von der Landesregierung vorgeschlagene neue Hochschulrecht will die tatsächlichen Lebensumstände der Studierenden „sensibel wahrnehmen“. Es ignoriert jedoch, dass das Verbot der Anwesenheitspflicht dafür Sorge trägt, dass Menschen mit Kindern, mit chronischer Krankheit oder Behinderung, die Angehörige pflegen oder die auf Arbeit neben ihrem Studium angewiesen sind, überhaupt studieren können! Die Landesregierung baut damit gezielt Hürden auf! Studierende wissen am besten selbst, wie sie sich ihre Zeit einteilen. Obendrein: Nur durch eine Anwesenheitspflicht wird die Lehre nicht verbessert!

2. Einschränkung studentischer Beteiligung

Hier wird die studentische Beteiligung an Hochschulen massiv eingeschränkt. Konkret: Die Gruppenparität im Senat wird nicht länger durch das Hochschulgesetz vorgeschrieben. Eine #DiskussionaufAugenhöhe ist schon jetzt durch die Übermacht professoraler Stimmen nicht möglich. Jetzt soll auch noch die Verpflichtung entfallen, dass Hochschulen Studierende überhaupt in ihre Entscheidungsprozesse einbinden. Ebenso sollen Studienbeiräte nicht mehr verbindlich für die Uni sein. Das bedeutet einen Wegfall der einzigen vorgeschrieben Einflussmöglichkeit von Studierenden auf ihre Prüfungsordnungen. Aus unserer Sicht sind diese Änderungen untragbar und atmen den Geist vergangener Jahrzehnte.

3. Abschaffung der SHK-Vertretung

Die Vertretung der studentischen Hilfskräfte (SHK) existiert erst seit der letzten Novelle des Hochschulgesetzes und gibt den SHK eine Interessensvertretung. Und das ist richtig so! SHK brauchen eine eigene Interessensvertretung, denn sie arbeiten anders als viele andere Beschäftigte an der Uni oft ohne festgelegte Arbeitszeit und unter schlechten Arbeitsbedingungen. Damit Studierende hier eine niedrigschwellige Anlaufstelle haben, benötigt es weiterhin die SHK-Vertretung!

4. Einführung von Online-Assessments

Die Hochschulzugangsberechtigung, das Abitur, auf welchem Weg auch immer erlangt, muss ausreichend sein, um jeden Studiengang studieren zu dürfen! Die geplanten Assessments dienen dazu, Menschen vom Start eines Studiums abzuhalten. Sollte es Defizite geben, sind diese auch nach der Immatrikulation feststellbar. Es liegt an den Hochschulen, durch Einführungsveranstaltungen für ein einheitliches Level zu sorgen. Menschen mit Hochschulzugangsberechtigung muss zugetraut werden, dass diese Schwächen ausbessern und angebotene Veranstaltungen der Hochschulen besuchen.

5. Einführung verbindlicher Studienverlaufspläne

Die Einführung verbindlicher Studienverlaufspläne nimmt den Studierenden nun vollends die Selbstbestimmung. Es gibt keinen Spielraum, wenn unvorhersehbare Ereignisse Einfluss auf das Studium nehmen und die Vereinbarungen am Ende nicht eingehalten werden können. Diese Regelung beschneidet die Studierende in ihrer Autonomie, was dem aktuellen Trend der Bildungspolitik entspricht. Bildung wird immer mehr auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zugeschnitten und entfernt sich weiter von dem gesellschaftlichen Ideal der Bildung als Selbstzweck! Vielmehr bedarf es flächendeckender, freiwilliger Beratungsangebote!

Weitere Informationen auf www.lasstmichdochdenken.ms

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Viele nutzen die Anwesenheits-Freiheit aus, leisten ihre Pflicht ab und kommen dann nicht mehr. Die Fluktuation ist besonders in Vorlesungen erschreckend. Ich habe Anwesenheitspflicht und darf maximal 2 Mal fehlen, was aber bisher auch immer gut geklappt hat. Schließlich ist das Studium eine Ausbildung; in einem Betrieb könnte man auch nicht einfach mal fehlen. In besonderen Fällen kann man mit jedem Dozenten reden, die waren ja schließlich auch mal Studenten.

Warum Menschen unterscheiben

  • vor 2 Std.

    Die Hochschulnovelle veranlasst einen unglaublichen Rückschritt für jeden Studenten.

  • vor 2 Std.

    Weil für mich das schönste am Studium die Freiheit ist, die man im Vergleich zur Schulzeit hat (zB keine Anwesenheitspflicht in Vorlesungen)

  • vor 13 Std.

    Für mich ist diese Petition wichtig, da in meinen Augen jeder Mensch das Recht auf Bildung und dies nicht abhängig sein soll vom nötigen Kleingeld.

  • vor 20 Std.

    Weil die bindende Anwesenheitspflicht nicht dem Stand der Technik entspricht und Kreativität und freies Arbeiten wichtiger für uns alle ist.

  • vor 21 Std.

    Diese Petition ist wichtig, da hier viele Probleme geschaffen und nicht beseitigt werden. In einer Welt wie unseren, wo Flexibilität unglaublich wichtig ist, soll sie in der Hochschulpolitik eingegrenzt werden (um hier nur einen Punkt zu nennen)? Ein ziemlich dummer und unüberlegter Schritt, wie ich finde.

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