10 Unterschriften
Petition richtet sich an: Landtag Brandenburg
Mehr Selbstbestimmung. Mehr Wahlmöglichkeiten. Mehr Würde – auch über den Tod hinaus!
Wir fordern den Landtag Brandenburg und die Landesregierung auf, das bestehende Bestattungsrecht grundlegend zu überarbeiten und den heutigen Wünschen und Lebensrealitäten der Menschen anzupassen.
Jeder Mensch sollte möglichst selbst entscheiden können, wie und wo er nach seinem Tod seine letzte Ruhe finden möchte.
Denn Familien, Lebensgemeinschaften und persönliche Vorstellungen haben sich verändert. Die gesetzlichen Möglichkeiten halten damit nicht immer Schritt.
Deshalb fordern wir die Prüfung und gesetzliche Ermöglichung folgender Bestattungsformen:
- Reerdigung ermöglichen: Eine neue Bestattungsform, bei der der Körper unter kontrollierten Bedingungen auf natürliche Weise in humusähnliches Material umgewandelt und anschließend beigesetzt wird.
- Familiengrabstätten für mindestens sechs Urnen: Familien sollen leichter die Möglichkeit erhalten, über mehrere Generationen gemeinsam beigesetzt zu werden. Auch die gemeinsame Nutzung von Grabstellen für Särge und Urnen soll erweitert werden.
- Gemeinsame Grabstätten für Mensch und Haustier: Menschen sollen auf Wunsch gemeinsam mit der Asche ihres Hundes oder ihrer Katze beigesetzt werden können. Gerade für viele ältere und alleinstehende Menschen sind ihre Tiere wichtige Familienmitglieder und Lebensbegleiter.
- Weitere moderne Bestattungsarten: Neue, umweltverträgliche und würdevolle Bestattungsformen sollen geprüft und bei entsprechender Eignung zugelassen werden.
- Urnen zu Hause aufbewahren: Die Aufbewahrung sicher verschlossener und registrierter Urnen in der eigenen Wohnung soll unter klaren gesetzlichen Voraussetzungen möglich werden.
- Beisetzungen auf eigenen Grundstücken: Unter Einhaltung verbindlicher Auflagen sollen insbesondere Urnenbeisetzungen im eigenen Garten oder auf privaten Familiengrundstücken ermöglicht werden können.
Die Menschen in Brandenburg sollen mitentscheiden!
Wir fordern zusätzlich eine landesweite, repräsentative Bevölkerungsbefragung im Jahr 2027.
Alle Generationen, sowohl in Städten als auch in Dörfern und ländlichen Regionen, sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Wünsche, Vorstellungen und Bedenken einzubringen.
Dabei soll untersucht werden, welche Bestattungsarten sich die Menschen wünschen, welche Angebote fehlen und welche Kosten sie für angemessen halten.
Die Ergebnisse sollen Grundlage für politische Entscheidungen und mögliche Gesetzesänderungen werden.
Auch unsere Städte, Gemeinden und die Wirtschaft könnten profitieren!
Neue Bestattungsmöglichkeiten könnten zugleich neue Chancen für Brandenburg schaffen:
- Mehr Angebote und Wahlmöglichkeiten auf kommunalen Friedhöfen.
- Neue Einnahmemöglichkeiten für Friedhofsträger und Kommunen.
- Neue Arbeitsplätze im Bestattungswesen, Handwerk und weiteren Dienstleistungsbereichen.
- Neue Unternehmen und Wirtschaftszweige, die sich in Brandenburg ansiedeln könnten.
- Mehr regionale Wertschöpfung, gerade auch in ländlichen Gebieten.
Ob und in welchem Umfang diese Vorteile entstehen, soll wirtschaftlich geprüft werden.
Die Städte, Gemeinden und Friedhofsträger benötigen dafür klare gesetzliche Grundlagen, damit ihre Friedhofssatzungen entsprechend angepasst werden können.
Warum uns das wichtig ist
Nicht jeder Mensch möchte auf die gleiche Weise bestattet werden. Nicht jede Familie besteht aus zwei oder vier Personen. Und nicht für jeden Menschen sind ausschließlich andere Menschen die engsten Lebensbegleiter.
Wer zu Lebzeiten selbstbestimmt Entscheidungen treffen darf, sollte auch für die eigene letzte Ruhestätte möglichst frei vorsorgen können.
Selbstverständlich müssen dabei die Menschenwürde, die Totenruhe, gesundheitliche Schutzvorschriften und der Umweltschutz gewahrt bleiben.
Wir wollen niemandem traditionelle Bestattungsformen nehmen. Wir möchten den Menschen zusätzliche Möglichkeiten eröffnen!
Deshalb fordern wir den Landtag Brandenburg auf, diese Vorschläge politisch zu beraten, gemeinsam mit Fachleuten und der Bevölkerung zu prüfen und die notwendigen gesetzlichen Änderungen auf den Weg zu bringen.
Denn der letzte Wille eines Menschen verdient Respekt – und echte Wahlmöglichkeiten sollten nicht mit dem letzten Atemzug enden.
Unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift! Für mehr Selbstbestimmung, mehr Menschlichkeit und eine zeitgemäße Bestattungskultur in Brandenburg.
Begründung
Der Tod gehört zum Leben. Irgendwann betrifft er uns alle. Wir verlieren Eltern, Großeltern, Partner, Kinder, Geschwister, Freunde oder auch unsere geliebten Haustiere.
Doch wenn ein Mensch stirbt, geht es nicht nur um eine Bestattung. Es geht um Liebe, Erinnerungen, familiäre Verbundenheit, persönliche Wünsche, religiöse Überzeugungen und die Frage, wie wir Abschied nehmen und unseren Verstorbenen dauerhaft nahe sein möchten.
Und genau hier setzt unsere Petition an.
Wir möchten erreichen, dass die Menschen in Brandenburg künftig mehr Möglichkeiten erhalten, selbst zu bestimmen, wie und wo sie nach ihrem Tod beigesetzt werden möchten.
Denn unsere Gesellschaft verändert sich. Familien leben anders zusammen als noch vor Jahrzehnten. Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen vom Sterben, vom Abschiednehmen und von ihrer letzten Ruhestätte.
Was für den einen Menschen die traditionelle Erdbestattung auf einem Friedhof ist, kann für einen anderen die Urne im Familiengrab, eine Naturbestattung, die Reerdigung oder die gemeinsame letzte Ruhestätte mit einem geliebten Haustier sein.
All diese Wünsche verdienen es, ernst genommen und rechtlich geprüft zu werden.
1. Weil persönliche Wünsche nicht an veralteten gesetzlichen Möglichkeiten scheitern sollten
Es geht darum, zusätzliche freiwillige Möglichkeiten zu eröffnen. Niemand soll eine bestimmte Bestattungsform wählen müssen.
2. Weil Familien zusammenbleiben möchten – auch über Generationen hinweg
Eine gemeinsame Familiengrabstätte ist mehr als ein Ort der Beisetzung. Sie kann ein gemeinsamer Ort der Erinnerung für Kinder, Enkel und kommende Generationen sein.
3. Weil für viele Menschen auch Hunde und Katzen zur Familie gehören
Doch für diejenigen, denen dieser Wunsch viel bedeutet, würde überhaupt erst eine zusätzliche Möglichkeit geschaffen.
4. Weil Trauer, Abschied und Erinnerung sehr unterschiedlich gelebt werden
5. Weil das eigene Zuhause oder der Familiengarten für manche Menschen ein besonderer Ort ist
Wir möchten klare Regeln, verlässliche Kontrollen und eine zusätzliche Möglichkeit für Menschen, deren persönliche Lebensgeschichte eng mit einem bestimmten Ort verbunden ist.
6. Weil neue Bestattungsformen nicht grundsätzlich ausgeschlossen bleiben sollten
Fortschritt bedeutet nicht, Bewährtes abzuschaffen. Fortschritt kann auch bedeuten, Bewährtes durch sinnvolle neue Möglichkeiten zu ergänzen.
7. Weil Bestattungen auch eine finanzielle und soziale Frage sind
Eine würdevolle Bestattung darf nicht allein eine Frage des Geldbeutels sein.
8. Weil auch unsere Friedhöfe, Städte, Gemeinden und Dörfer davon profitieren könnten
Wir möchten, dass sich Friedhöfe entsprechend den Bedürfnissen der Bevölkerung weiterentwickeln können und dabei langfristig erhalten bleiben.
9. Weil neue Angebote auch wirtschaftliche Chancen für Brandenburg schaffen könnten
Denn eine gesellschaftliche Weiterentwicklung kann zugleich neue Chancen für unsere regionale Wirtschaft eröffnen.
10. Weil nicht der Wohnort allein über alle Wahlmöglichkeiten entscheiden sollte
11. Weil die Menschen in Brandenburg selbst gefragt werden sollten
Ein besonders wichtiger Bestandteil dieser Petition ist unsere Forderung nach einer landesweiten, repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Jahr 2027.
Denn bevor Politik und Verwaltung darüber entscheiden, welche Bestattungsmöglichkeiten künftig angeboten werden sollen, sollten die tatsächlichen Wünsche und Bedürfnisse der Bevölkerung systematisch ermittelt werden.
Denn wer von gesetzlichen Regelungen betroffen ist, sollte auch die Möglichkeit erhalten, seine Wünsche, Erwartungen und Bedenken einzubringen.
12. Weil andere Bundesländer bereits zeigen, dass Veränderungen rechtlich möglich sind
13. Weil mehr Freiheit auch klare Verantwortung braucht
Mehr Selbstbestimmung und staatliche Verantwortung schließen sich nicht aus. Beides muss gemeinsam gedacht werden.
Was wir letztlich erreichen möchten
Unsere Grundidee ist einfach: Niemand soll anders bestattet werden müssen. Aber jeder Mensch sollte möglichst selbst entscheiden dürfen, welche würdevolle Bestattungsform von den verfügbaren für ihn die richtige ist.
Denn Menschen leben unterschiedlich. Sie glauben unterschiedlich. Sie lieben unterschiedlich. Sie trauern unterschiedlich.
Warum sollten deshalb für alle ausschließlich dieselben begrenzten Möglichkeiten bestehen bleiben?
Die letzte Ruhestätte ist eine sehr persönliche Entscheidung. Sie sollte den eigenen Wünschen und der eigenen Lebensgeschichte so weit wie möglich gerecht werden können.
Dafür möchten wir mit dieser Petition eine politische und gesellschaftliche Befassung erreichen.
Für mehr Selbstbestimmung. Für mehr Wahlmöglichkeiten. Für eine zeitgemäße, menschliche und würdevolle Bestattungskultur in Brandenburg.
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Angaben zur Petition
Petition gestartet:
25.10.2026
Sammlung endet:
24.04.2027
Region:
Brandenburg
Kategorie:
Verwaltung
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Bei einer Einäscherung sollten die Angehörigen selbst entscheiden können wo sie die Urne aufbewahren möchten.