4 Unterschriften
Petition richtet sich an: Alle Bürger im Bundesgebiet Deutschland
Deutschland verfolgt seit Jahren einen massiven Ausbau der Windenergie, gesteuert vor allem anhand installierter Leistung, Flächenzielen und angestrebter Anteile erneuerbarer Energien. Auch Berlin trifft in diesem Rahmen eigene Ausbau- und Flächenentscheidungen.
Doch für die Beurteilung weiterer Windenergieanlagen reicht es nicht, deren installierte Leistung oder jährliche Stromproduktion zu betrachten. Entscheidend ist, welchen zusätzlichen Nutzen eine weitere Anlage im gesamten Energiesystem tatsächlich erbringt und welche zusätzlichen Kosten und Folgen damit verbunden sind.
Dazu gehören nutzbare Stromerzeugung, Netzkapazitäten, Abregelung, Redispatch, Netzausbau, Speicher- und Reservebedarf, Stromimporte und -exporte, Marktwert, Förder- und Entschädigungsmechanismen sowie die tatsächlich vermiedenen CO₂-Emissionen.
Netzkapazität und Versorgungssicherheit
Bundesregierung und Netzbetreiber weisen inzwischen darauf hin, dass verfügbare Netzanschlusskapazität knapp wird. Zugleich sollen der Ausbau erneuerbarer Energien und der Netzausbau stärker synchronisiert werden.
Damit stellt sich die Frage: Welchen zusätzlichen systemischen Nutzen besitzt eine weitere Windenergieanlage, wenn ihre Leistung zeitweise nicht aufgenommen oder sinnvoll genutzt werden kann?
Hinzu kommt: Die Nennleistung einer Windenergieanlage ist ihre maximale Leistung unter geeigneten Windbedingungen, nicht die jederzeit verfügbare Leistung. Bei großräumigen Wetterlagen können viele Anlagen gleichzeitig viel oder wenig Strom erzeugen. Entscheidend ist deshalb auch, welchen zusätzlichen Beitrag weitere Anlagen zur gesicherten Versorgung leisten.
Der Grenznutzen weiterer Windenergieanlagen
Mit zunehmender installierter Windleistung kann sich der Nutzen zusätzlicher Anlagen verändern. Bei starkem Wind kann zusätzliche Erzeugung zunehmend mit niedrigen oder negativen Marktpreisen, Exporten, Abregelung oder zusätzlichem Netz- und Speicherbedarf zusammentreffen. Bei Windflauten kann dagegen auch wesentlich mehr installierte Leistung nur begrenzt zusätzliche gesicherte Leistung bereitstellen.
Deshalb muss untersucht werden, wie sich der tatsächlich nutzbare zusätzliche Nutzen jeder weiteren Einheit Windkraft mit zunehmender Gesamtkapazität verändert. Dazu gehört die Frage, welche fossile Stromerzeugung und welche CO₂-Emissionen tatsächlich zusätzlich vermieden werden und welche zusätzlichen Systemkosten entstehen.
Klima, Umwelt und Lebenszyklus
Windenergieanlagen entziehen der bewegten Luft kinetische Energie und verändern Luftströmungen hinter den Rotoren. Wissenschaftlich untersucht werden unter anderem Veränderungen von Turbulenz, vertikalem Luftaustausch, bodennahen Temperaturen, Verdunstung und Feuchtigkeitsverhältnissen.
Bei einem umfangreichen Ausbau reicht deshalb die Betrachtung einzelner Anlagen nicht aus. Auch mögliche kumulative Auswirkungen größerer Windenergiegebiete müssen untersucht werden.
Zur Windenergienutzung gehören außerdem Fundamente, Zufahrtswege, Kranstellflächen, Leitungen und Umspannwerke. Hinzu kommen Auswirkungen auf Böden, Landschaft, Tiere und Ökosysteme.
Eine Gesamtbilanz muss deshalb den vollständigen Lebenszyklus berücksichtigen: Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport, Errichtung, Betrieb, Wartung, Netzinfrastruktur, Repowering, Rückbau, Recycling und Entsorgung.
Warum ein Moratorium?
Windenergieanlagen haben eine begrenzte technische Nutzungsdauer. Entscheidungen über Flächen, Böden, Landschaft und Infrastruktur können dagegen Folgen haben, die wesentlich länger bestehen. Sind Flächen ausgewiesen und Infrastruktur geschaffen, entstehen Pfadabhängigkeiten, die spätere politische Entscheidungen beeinflussen.
Deshalb soll das Moratorium kein Ergebnis vorwegnehmen. Es soll gerade ermöglichen, die offenen Fragen unabhängig und ergebnisoffen zu untersuchen, bevor weitere irreversible Tatsachen geschaffen werden.
Die zentrale Frage lautet:
Welchen nachweisbaren zusätzlichen Nutzen bringt die nächste Windenergieanlage für Energieversorgung, Klima und Gesellschaft – und welche vollständigen ökologischen, technischen und volkswirtschaftlichen Folgen entstehen dafür?
Bis diese Frage umfassend beantwortet ist, fordern wir ein Moratorium für den weiteren Windenergieausbau in Berlin.
Nach Abschluss der Untersuchung sollen die Berliner Ausbau-, Flächen-, Energie- und Planungsvorgaben anhand der Ergebnisse neu bewertet werden. Berlin soll sich außerdem über den Bundesrat für eine entsprechende Überprüfung der bundesrechtlichen Ausbau- und Fördervorgaben einsetzen.
§ 4 EEG – Ausbaupfad Windenergie an Land
Wake-Effekte, Turbulenz, Impulstransport und Grenzschicht:
Originalstudie – Wind Energy Science
Veränderungen von Low-Level-Jets:
https://wes.copernicus.org/articles/10/117/2025/
Großräumige Windparkcluster / Forschungsbedarf:
Fachpublikation – Wind Energy Science
1.418 Offshore-Turbinen, Windstress, Schichtung, 0,3–0,4 °C, Ozean-Atmosphäre-Rückkopplung:
Originalstudie – Science Advances
Vorsorgeprinzip: Art. 191 Abs. 2 und 3 AEUV.
Begründung
Für mich ist Windenergie keine abstrakte energiepolitische Frage. Ich habe erlebt, wie Windenergieanlagen Landschaften verändern – wie das, was ich als meine Heimat kenne und empfinde, zunehmend von riesigen technischen Anlagen geprägt und aus meiner Sicht verschandelt wird.
Landschaft ist Natur, Lebensraum, Erinnerung und Heimat – keine für industrielle und profitorientierte Zwecke frei verfügbare Fläche. Windenergieanlagen verändern diese Landschaft über Jahrzehnte: Fundamente, Zufahrtswege, Kranstellflächen, Leitungen und weitere Infrastruktur bleiben. Solche Eingriffe lassen sich nicht ungeschehen machen.
Ich stelle eine eigentlich sehr einfache Frage: Welchen nachweisbaren zusätzlichen Nutzen bringt es, immer weitere Windenergieanlagen in die Landschaft zu stellen?
Wenn zusätzliche Anlagen zunehmend Strom zu Zeiten produzieren, in denen bereits große Mengen vorhanden sind; wenn Netze diesen Strom nicht aufnehmen können und Anlagen abgeregelt werden müssen; wenn gleichzeitig zusätzliche Netze, Speicher oder Reservekapazitäten erforderlich werden – dann muss vor einem weiteren Ausbau geklärt werden, was die nächste Anlage für das Gesamtsystem tatsächlich noch bringt.
Diese Frage ist längst nicht mehr nur die Frage von Kritikern des Windenergieausbaus. Auch auf Bundesebene wird inzwischen anerkannt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien stärker mit dem Ausbau der Stromnetze synchronisiert werden muss und verfügbare Netzanschlusskapazität zu einem knappen Gut geworden ist.
Für mich folgt daraus eine einfache Konsequenz: Es kann nicht sinnvoll sein, immer weitere Windenergieanlagen zu errichten und dafür Landschaft und Natur dauerhaft zu verändern, ohne vorher zu klären, welchen zusätzlichen Nutzen diese Anlagen unter den inzwischen erreichten Bedingungen überhaupt noch haben.
Mich interessiert deshalb nicht die Zahl neu installierter Megawatt auf dem Papier. Ich möchte wissen, wie viel zusätzliche Energie tatsächlich genutzt werden kann, welchen Beitrag weitere Anlagen zur Versorgung leisten und welcher zusätzliche Aufwand für Netze, Speicher, Redispatch und Reservekapazitäten dafür notwendig wird.
Dabei geht es mir auch um Verhältnismäßigkeit. Ein Eingriff in Natur und Landschaft kann nicht allein damit gerechtfertigt werden, dass eine Anlage Strom erzeugt. Entscheidend muss sein, was diese zusätzliche Anlage gegenüber dem bereits bestehenden System zusätzlich bewirkt und was dafür in Kauf genommen werden muss.
Genau deshalb halte ich die Frage nach dem systemischen Grenznutzen für so wichtig. Es muss einen Unterschied machen, ob die ersten Windenergieanlagen in einem Stromsystem errichtet werden oder ob zu bereits vorhandenen großen Kapazitäten immer weitere hinzukommen. Der Nutzen der nächsten Anlage darf nicht einfach als selbstverständlich vorausgesetzt werden, sondern muss nachgewiesen werden.
Ich möchte nicht erleben, dass meine Heimat immer weiter verändert wird und wir irgendwann feststellen, dass ein Teil dieser Eingriffe vermeidbar gewesen wäre, weil niemand rechtzeitig die entscheidende Frage gestellt hat: Was bringt die nächste Windenergieanlage tatsächlich noch?
Darum fordere ich ein Moratorium, um eine Untersuchun überhaupt sinnvoll sinnvoll durchführen zu können. Eine Prüfung, deren Ergebnis erst vorliegt, nachdem weitere Flächen ausgewiesen, Anlagen genehmigt und irreversible Tatsachen geschaffen wurden, kommt zu spät.
Erst muss geklärt werden, ob und unter welchen Bedingungen der weitere Ausbau noch einen nachweisbaren zusätzlichen Nutzen bringt und wer die Kosten dafür trägt. Ich möchte nicht, dass meine Heimat für den Profit subventionierter Unternehmen verändert wird.
Das ist für mich der eigentliche persönliche Kern der Petition: Ich will meine Heimat nicht für einen Ausbau verändert sehen, dessen zusätzlicher Nutzen vorher nicht einmal umfassend nachgewiesen wurde.
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Angaben zur Petition
Petition gestartet:
01.09.2026
Sammlung endet:
28.02.2027
Region:
Berlin und ganz Deutschland
Kategorie:
Energie
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Neue SprachversionWarum Menschen unterschreiben
Mir ist diese Petition wichtig, weil ich nicht akzeptieren möchte, dass Europa mit Tausenden weiteren Windenergieanlagen großflächig verändert wird, bevor die kumulativen Auswirkungen dieses Ausbaus überhaupt umfassend untersucht wurden. Für mich gilt: Erst die Folgen untersuchen – dann entscheiden, ob und wie weitergebaut wird.
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Der Tier-und Umwelt zuliebe!
Keine Täuschungen der Menschen mehr!