Keine neuen Ölbohrungen an der Küste MVs!

Die deutsch-kanadische Firma Central European Petroleum (CEP) plant in Vorpommern an Land sowie vor dessen Küste nach Öl zu bohren. Das Bergamt Stralsund hat hierfür bereits Aufsuchungserlaubnisse für mehrere Gebiete an das nach Medienberichten bilanziell überschuldete* Unternehmen CEP vergeben. Auch wurden in den Jahren 2011 und 2012 bereits die ersten Probebohrungen an Land durchgeführt. Eine erneute Erdölförderung wäre sowohl für die Umwelt als auch das Naturpotential des Tourismuslandes Mecklenburg-Vorpommern höchst riskant und würde die zügige Umsetzung der Energiewende gefährden. Daher darf es in keinem Fall zur Erteilung weiterer Betriebserlaubnisse durch das Bergamt Stralsund an CEP kommen.

Uns liegen die nachhaltige Entwicklung und die Unversehrtheit der Natur in Mecklenburg-Vorpommern am Herzen. Deshalb fordern wir: - Keine weitere Erteilung von Bohrlizenzen durch das Bergamt Stralsund an CEP sowie Transparenz gegenüber der Bevölkerung. - Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Erdölexploration und -förderung auf Mensch und Umwelt durch die Landesregierung. - Ein deutliches Bekenntnis der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns gegen die klimaschädlichen Machenschaften von CEP und ein konsequentes Eintreten für einen maßvollen und bestimmten Ausbau erneuerbarer Energien unter Beteiligung der Kommunen und der Bevölkerung.

Weitere Informationen unter www.greenpeace.de/greifswald * Quelle: Ausgabe des Cicero 12/2012

Begründung

Ölförderung ist in Mecklenburg-Vorpommern nichts Neues; schon zu DDR-Zeiten wurde in kleinstem Stil in Vorpommern nach Öl gesucht. Heute da der Mensch erkannt hat, dass nur nachhaltiges Handeln zukunftsfähig ist und die Bundesregierung die Energiewende ausruft, ist ein erneutes Aufleben der Ölförderung unzeitgemäß. Dies gilt auch aufgrund des mit der Förderung verbundenen enormen Risikos für die Umwelt. Bei der Suche und Förderung von Öl ist mit der Freisetzung stark verschmutzter Schlämme und anderer kontaminierter Rückstände zu rechnen. Da CEP Ende 2011 offenbar schon an Land Probleme hatte, die eigenen Bohrungen zu kontrollieren, ist die beabsichtigte Förderung von Öl in dem sensiblen Ökosystem Ostsee nicht zu verantworten. Hinzu kommt, dass sich einige der Offshore-Aufsuchungsgebiete mit ausgewiesenen Natura 2000- und FFH-Schutzgebieten überschneiden. Eine Verletzung des in den Europäischen Richtlinien (92/43/EWG; 79/409/EWG) festgelegten Verschlechterungsverbotes wäre in diesen Gebieten zu erwarten. Das Risiko von Ölunfällen wird oft unterschätzt. Im Ernstfall hätten Land, Mensch und Natur vor Ort die Folgen von Bohr- und Förderunfällen sowie die Langzeitfolgen der Ölförderung zu tragen. Wäre Ölförderung unter deutschen Standards nicht eine Alternative zu Erdöl, welches in anderen Teilen dieser Erde ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt gefördert wird?

Die von CEP in Vorpommern vermutete Menge Erdöl beläuft sich auf 18 Mio. Tonnen*. Rechnerisch könnte diese Menge den Öl-Bedarf der Welt nur 36 Stunden decken². Vorpommerns Öl ist damit ein vergleichsweise sehr kleiner Tropfen. Eine Förderung würde die Förderung weltweit nicht messbar beeinträchtigen.

Wollen wir ein solches Risiko für die Umwelt eingehen, um 36 Stunden länger am Ölzeitalter festzuhalten?

Grundsätzlich ist klar, dass wir zum Beispiel unsere Fortbewegung und unseren Warenkonsum nicht von heute auf morgen Öl-unabhängig gestalten können. Wir sollten jedoch nicht aus bloßer Gewohnheit weiter in der Erde bohren, sondern unseren Blick zur Sonne und auf die erneuerbaren Energien richten. Ein solches Handeln ist wirtschaftlich, nachhaltig und gegenüber unseren Kindern vertretbar, daher wird es unter anderem von der Bunderegierung gefordert: „Die Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die alle Teile unserer Gesellschaft betrifft. Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ist für eine sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung. Und nur gemeinsam ist der Weg dorthin zu schaffen: Alle – Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – müssen ihren Beitrag zur Energiewende leisten.“ (Bundesregierung 2013)

Dass eine ganzheitliche Energiewende machbar ist, zeigt das Energieszenario ‚Der Plan‘, welches Greenpeace 2011 veröffentlich hat. Deutschland gilt weltweit als Modellregion für erneuerbare Energien und die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende.³ Wollen wir diese Vorreiterrolle aufs Spiel setzen?

  • Quelle: Nordkurier 28.10.12 ‚Liegt hier in Vorpommern der große Schatz?‘ ² Quelle: Oil Consumption World: 88762*103 barrel/Tag (U.S. Energy Information Administration / Mothly Energy Review 2012) ³ Quelle: FAZ 24.4.2011 „Die Welt schaut auf Deutschland“
Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Liebe Unterzeichner unserer Petition „MV tut gut ohne Öl! - Gegen
    geplante Ölbohrung an der Küste Mvs!“,
    wir danken Ihnen vielmals für ihre Unterschrift und Zuschriften.

    Die Petition selbst endete mit dem vergangenem Jahr. 3701 Menschen
    haben sich on- und offline gegen Ölbohrungen in MV positioniert.

    Doch das ist erst der Anfang weiterer Bemühungen denn das
    Erdölunternehmen
    Central Europen Petroleum GmbH (CEP) hält an seinen Bestrebungen fest,
    so wie wir an den unseren.

    Am 27. Februar 2014 werden wir nun Ihre Unterschrift an den
    Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern Erwin Sellering
    übergeben.
    Begleitet wird diese Übergabe von einem Aktionstag vor dem Schweriner
    Schloss bei dem wir Ihren und unseren Standpunkt erneut verdeutlichen
    werden.
    Parallel findet an diesem Tag eine öffentliche Anhörung des
    Wirtschaftsausschusses zum Prozess der Onshore – Ölfeldentwicklung in MV
    statt.

    Bereits morgens werden wir beginnen, für jede Unterschrift einen
    kleinen Strandkorb aufzustellen. Außerdem weden um 12 Uhr einige
    Aktivisten
    mit einem schwimmenden Bohrturm im Schweriner See gegen erneute
    Ölbohrungen in MV protestieren.

    Zu der gesamten Veranstaltung sind Sie recht herzlich eingeladen.
    Wir freuen uns auf Sie und danken Ihnen aufrichtig für Ihre
    Unterstützung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Alexander

    GREENPEACE
    Greifswald - Stralsund

  • Liebe Unterstützer unserer Petition „MV tut gut ohne Öl! - Gegen geplante Ölbohrungen an der Küste MVs!“,

    auch in den letzten Wochen haben wir von der Greenpeace Gruppe Greifswald-Stralsund unsere Protest- und Informationskampagne zu den von Central European Petroleum (CEP) geplanten Ölbohrungen in Mecklenburg-Vorpommern fortgesetzt.
    Während einer dreitägigen Fahrradtour sind wir von Stralsund aus über Ribnitz-Damgarten, Zingst, und Barth bis nach Mesekenhagen geradelt um mit Anwohnern, Touristen und Politikern in den betroffenen Regionen auf dem Darß und in Nord-Vorpommern über die Vorhaben von CEP zu sprechen.
    Vereinzelte Befürworter, die auf die Schaffung von Arbeitsplätzen hoffen, konnten wir mit unserem Bericht über die verheerenden Folgen für den Naturraum und dem Verweis auf bessere zukunftsfähigere Alternativen durch Ausbau von Tourismus und erneuerbaren Energien zum Nachdenken bringen.
    Andere wussten noch nichts über das Thema, waren überrascht, interessiert und schließlich entsetzt angesichts der umweltgefährdenden Pläne, in der Region nach Erdöl zu suchen und dieses zu fördern. Viele Leute haben uns mit der Unterschrift auf einer Protestpostkarte ihre Unterstützung bekundet, sodass Petition und Protestpostkarte inzwischen von über 2000 Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern und ganz Deutschland unterzeichnet wurden.
    Das zeigt nicht nur uns sondern vor allem den zuständigen Politikern und Behörden, dass die Menschen nicht am Erdölzeitalter festhalten möchten, sondern ein Umdenken fordern, das ganzheitlich auf sauberere Alternativen setzt.
    Inzwischen hat sich auch der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern in einer Debatte mit dem Titel "Prozess der Onshore-Ölfeldentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern positiv begleiten" mit dem Thema auseinandergesetzt. Energieminister Volker Schlotmann sprach sich für eine „Erdölförderung mit Augenmaß und unter Berücksichtigung des Naturschutzes und des Tourismus“ aus und kündigte an, dass die Prüfung von Förderanträgen über die Anforderungen des Bergrechts hinausgehen werden (Pressemeldung Nr. 150/13 des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung am 05.09.2013). Dies ist jedoch kaum ausreichend, um die Region zu schützen. Erdölförderung ist nie vollkommen sauber. Wir fordern weiterhin, dass es on- wie offshore keine Erkundungen oder neue Erdölförderung in Mecklenburg-Vorpommern geben wird. Noch bleibt uns etwas Zeit. Derzeit liegen noch keine neuen Anträge von CEP vor. Diese Zeit wollen wir nutzen unsere Informationsarbeit fortzusetzen und weitere Unterstützer zu mobilisieren. Daher haben wir uns entschlossen die Petition zu verlängern.
    Wir machen weiter und bitten Sie uns weiterhin bei unserer Kampagne zu unterstützen. Schicken Sie den Link zur Petition an Freunde und Bekannte. Verbreiten Sie die Information zu diesem unzeitgemäßen Vorhaben in Ihrem Umfeld, denn viele der betroffenen Menschen wissen leider noch nichts davon.

    Schöne Grüße aus dem herbstlichen Vorpommern
    Levke Henningsen
    von Greenpeace Greifswald-Stralsund

  • Liebe Unterstützer unserer Petition,
    wir sind noch nicht müde und es wird weitergehen. Gemeint ist die Kampagne von Greenpeace Greifswald-Stralsund gegen die geplanten Ölbohrungen in Mecklenburg Vorpommern.

    In den letzten Wochen haben wir nicht nur im Internet nach Unterstützung gesucht, sondern waren auch mit Infoständen vor Ort in den betroffenen Regionen unterwegs. Dies gab uns die Chance mit Bürgern ins Gespräch zu kommen und sie über CEP und die geplanten Bohrungen zu informieren. Hierbei haben wir weitere Unterstützer für unsere Petition gewinnen können:
    Mit derzeit 453 offline und über 700 online Unterschriften sind wir ein gutes Stück weiter gekommen. Über 1100 Menschen aus ganz Deutschland haben bereits gegen das Vorhaben von CEP unterschrieben: Bürger aus MV, Urlauber, Gäste und Sympathisanten.
    Die Kampagne gegen die geplanten Ölbohrungen umfasst aber nicht nur diese Petition. Ziel ist es vor Ort zu informieren und mit den Menschen über die Vorhaben CEPs zu diskutieren. Neben den Gesprächen mit Bürgern haben wir von Greenpeace auch mit Politikern gesprochen.
    So hatten wir die Gelegenheit mit einzelnen Landespolitikern der SPD auf ihrer Sommerklausur über die Ölbohrungen in MV zu reden und unsere Bedenken zu äußern. Sowohl MVs Minister für Energie Volker Schlotmann und der Landwirtschaftsminister Til Backhaus zeigten großes Verständnis für unsere Bedenken.
    Darüber hinaus haben wir der Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Vorpommern-Rügen / Vorpommern-Greifswald Angela Merkel über unsere Sorgen informiert und sie um eine Stellungnahme gebeten. Schließlich soll in ihrem Heimatwahlkreis nach Öl gebohrt werden.
    Um jetzt den Druck der Öffentlichkeit auf die zuständigen Politiker zu erhöhen, ist eine öffentliche Meinung notwendig, welche sich klar gegen die Bohrpläne stellt. Beginnen soll diese Erhöhung des Drucks mit unserer Petition. Damit diese wirkungsvoll und repräsentativ werden kann, müssen noch mehr Menschen unterzeichnen und ihren Unmut mit einer Unterschrift kundtun.

    Bitte helfen Sie uns daher bei unserer Kampagne. Schicken Sie den Link zur Petition an Freunde und Bekannte. Verbreiten Sie die Infos zu diesem unzeitgemäßen Vorhabens in Ihrem Umfeld, denn der Großteil der betroffenen Menschen weiß hiervon leider noch gar nichts.

    Wir von Greenpeace Greifswald-Stralsund werden ebenfalls weitermachen!
    Am 6.9. starten wir eine dreitägige Protest-Fahrradtour. Beginnen wird sie in Stralsund und uns in der Region Barth-Darß-Zingst zu den von Bohrungen betroffenen Orten führen. Wir haben Menschen aus der Regionalpolitik, des Tourismus und des Naturschutzes eingeladen mit uns während der Tour Stopps zu sprechen und hoffen dadurch weitere Unterstützer unseres Protestes zu finden.

    Mit optimistischen Grüßen,
    Bene von Greenpeace Greifswald-Stralsund

Pro

Die weitere weltweite Ausbeutung unserer einzigartigen und schützenwerten Natur (die Erde ist rund und was wir 'heute' loschicken trifft uns 'morgen' wieder) und ist völlig aus dem Ruder gelaufen und für einen Großteil der Umwelt und Gesellschaftsprobleme verantwortlich, die wir zur zeit erleben. Stoppt Ölbohrungen und fördert alternative Energiekonzepte. Nutzt doch bitte außer Eurem Verstand aus Eure Intuition und Ihr werdet wie von selbst den Sinn erkennen. ?Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.? (Mahatma Gandhi)

Contra

Das Fördern der überschaubaren Bodenschätze Deutschlands wird hier mit Profitieren gleichgesetzt. Es wäre nach meiner Einschätzung jedoch überdenkenswert, bei einer Förderung von sogenannten Schätzen des Bodens immer einen "Profit für Deutschland" zu vermuten. Dennoch kann ich diese pauschale Äußerung verstehen, wenn sie beispielsweise von Personen kommt, die ein finanzielles Interesse an der Förderung haben. Diese Personen halten an ihren zunehmend überholten und fossilen Geschäftsmodellen fest, denn Sie haben es so gelernt. Ihr Blickwinkel ist verengt. Das Öl sollten wir für Später aufheben.