Wir fordern das Vorhaben unter aktiver Einbeziehung der Öffentlichkeit umfassend unter Einbeziehung folgender Punkte zu prüfen.

  • Vorschaltung eines Raumordnungsverfahrens, da raumbedeutsames Vorhaben

  • Erstellung einer fundierten Landschaftsbildanalyse

  • Fundierte Prüfung der Immissionen unter besonderer Berücksichtigung der Hydro- und Luftschallimmissionen in Bau- und Betriebsphase auf Fauna

  • Auswirkungen des Windparks auf den Tourismus in Bau und Betrieb

  • Nutzung der Vorhabenflächen nach Ablauf der Nutzungsdauer

  • Finanzierung des späteren Rückbaus der Anlage

  • Haftungsgefahren bei Schiffskollisionen und deren Auswirkungen (ohne Festsetzung von Minderungsmaßnahmen)

Begründung

Geplanter Windpark gefährdet Ihr Urlaubsparadies

Vor der Halbinsel Fischland-Darß- Zingst soll ein neuer Windpark mit 103 Windrädern entstehen. Dieser grenzt unmittelbar an die Naturschutzgebiete und die berüchtigte Kadettrinne.

Die 103 geplanten Windräder sind mit 175 Metern über 50% höher als die 21 Windräder des bereits bestehenden Pilotprojektes "Baltic 1".

Der Windpark belegt am Nordstrand den gesamten Horizont. Einen Sonnenuntergang ohne blinkende Windräder wird es nicht mehr geben.

Menschen kommen zu uns ans Meer um die Weite und unberührte Natur zu erleben! Echte Erholung am Meer braucht den natürlichen Horizont.

Die Kadettrinne gilt als einer der meistbefahrenen Seewege der Welt. 2014 gab es 54.592 Schiffsbewegungen, davon 8719 Öltanker. An der schmalsten Stelle verringert sich der schiffbare Bereich je nach Tiefgang der Schiffe auf 500 bis 1000 Meter; gleichzeitig wird hier ein Kurswechsel von etwa 90° erforderlich.

Glaubt man der „Seeverkehrs-Prognose 2025“, so müssen 2025 durch dieses Nadelöhr rund 95.000 Schiffe.

Das sind über 260 Schiffe/ Tag, darunter 42 Öltanker/ Tag.

Die Kadettrinne ist ein unfallträchtiges, enges Fahrwasser. Schon kleinste Navigationsfehler können hier zur Havarie führen. Zudem versuchen immer wieder Schiffsführer aus Zeit- und Kostengründen den Umweg um das Flachwasser abzukürzen. Dies beweisen die zahlreichen Havarien der letzten Jahre. Der Windpark erhöht dieses Risiko erheblich. Vorgeschriebene Mindestabstände werden nicht eingehalten, ein Notfallplan für eine Havarie im angrenzenden Windpark existiert nicht. Die Seenotrettung muss im Havariefall erst das Windparkgebiet umfahren bzw. als Fahrthindernis bei schwierigen Witterungsverhältnissen berücksichtigen, was zu lebensbedrohendem Zeitverlust führt. Ab ca. 2m Seegang kann hier eine Ölpest nicht mehr bekämpft werden, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Ein Seeheilbad und Gesundheitstourismus sind dann Geschichte.

Nearshore-Windparks erhöhen die Gefahr von katastrophalen Schiffsunfällen. Denn es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ein Windrad onshore fern einer Straße oder offshore an einer der meist befahrendsten Schifffahrtsstraße ohne Leitplanken steht. Was passiert wenn ein Tanker an einer Anlage zerbricht und eine Ölpest Natur und Strände verschmutzt?

Betroffen wären im touristischen Einzugsgebiet rund 11.600 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. 224 Beherbergungsbetriebe, sowie eine Vielzahl von Ferienwohnungen- die rund 2,17 Mio. Übernachtungen generieren- wären ebenfalls direkt betroffen. Die direkte touristische Wertschöpfung hieraus beläuft sich auf rund 200 Mio. € p.a. Darüber hinaus wären eine Vielzahl touristischer Dienstleister wie z.B. Gaststätten, Cafés, Reinigungsfirmen, Garten und Landschaftspflege… betroffen. Die gesamte Wertschöpfung ginge der Region im schlimmsten Fall auf Jahre ersatzlos verloren. Die Mehrzahl der Betriebe müsste schließen, die betroffenen Arbeitnehmer fielen in die Arbeitslosigkeit.

Ein Naturparadies im Nationalpark mit einer einmaligen Vogelwelt und mehr als 70 km teilweise urwüchsigen Stränden wären ölverseucht. Die Ostsee als Binnenmeer wäre auf Jahre hinaus nachhaltig geschädigt.

Ihr Urlaubsparadies ist dann auf Jahre zerstört.

Betrachtet man die Einflüsse der Verlärmung bei Bau und Betrieb der Anlage, so sind diese auf die Vielzahl der Tiere z.B. Kranichzug, Schweinswale nicht erforscht. Gerade bei Schweinswalen wird eine Beeinträchtigung der Wanderungen durch elektromagnetische Felder angenommen. Es ist auch denkbar, dass Kraniche ihre Route durch dieses über 17 Km breite Hindernis verändern. Damit würde eine große touristische Attraktion der Halbinsel verloren gehen.

103 Fundamente der Windräder sollen auf Pfahlgründung basieren, das bedeutet viele Monate Rammarbeiten in Sichtweite.

Ein nach unserem Verständnis sinnvolles und dringend notwendiges Raumordungsverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit wurde nicht durchgeführt. Die Landesregierung gibt nach unserem Eindruck unzureichend Informationen über Wirtschaftlichkeitsanalysen und Beteiligungen heraus. Die Fortschreibung des Landesraumentwicklungsprogramms erfolgte unter Nichtachtung unserer Bedenken, mitgeteilt über die Gemeinde Ostseeheilbad Zingst, die gemeindeeigene Kur- und Tourismus GmbH Zingst und den in unserer Region die Wirtschaft vertretenden Tourismusverband Fischland-Darß- Zingst e.V.

Wir brauchen Ihre Unterschrift um dies in letzter Sekunde zu verhindern.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Unternehmerstammtisch Zingst aus Zingst
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Pro

...eine alternative Energiegewinnung ist mir wichtig; insbesondere wenn es darum geht, die immer noch laufenden Atomreaktoren endgültig und mit keinem weiteren Aufschub, abzuschalten. Jedoch nicht unter der Maßgabe, die nächste nicht korrigierbare Umweltsünde zu begehen. Wir in Mecklenburg-Vorpommern leben in vielen Bereichen von unsrer Natur, oder sind mit ihr durch die ausschließlich darauf ausgerichteten und verschiedensten Wirtschaftszweige mit ihr verbunden. Das kann und darf nicht durch die nicht zu Ende gedachte Aufstellung von immer größer werdenden Windrädern, insbesondere an unseren

Contra

Bei "42 Öltankern/Frachtschiffen am Tag" stören mich die 100 Windräder auch nicht mehr im Genuss des Sonnenuntergangs. Elektromagnetische Felder bei Windenergieanlagen sind also stärker als die Radar-Anlagen der Tanker, Fähren und Yachten? Aha, ist mir neu. Vor dem Hintergrund eines exponentiell wachsenden Energiebedarfs in den kommenden 100 Jahren könnte man ja stattdessen ein umweltfreundliches Atomkraftwerk am Stammtisch in Zingst hinstellen. Dann hat man freie Sicht aufs Meer.