Das Sandsteinrelief aus dem Jahr 1305 befindet sich an der Südostecke der Kirche und zeigt einerseits einen Rabbiner, der einem Schwein unter den Schwanz schaut, andererseits Juden, die an den Zitzen der Sau trinken. Nun fordert ein "Bündnis zur Abnahme der Judensau im Reformationsjahr 2017" und der britische Theologe Richard Harvey die Entfernung dieses Reliefs durch die Stadt. Um den Druck zu erhöhen, sollen mehrere Mahnwachen abgehalten werden.

Diese Petition dient dem Erhalt des Schmäh-Reliefs als Teil unserer Geschichte und Teil unserer Stadt!

Begründung

Das Relief stellt einen Teil der deutschen Geschichte dar. Sollte es entfernt werden, drängt sich die Frage auf, welche historischen Kunstwerke folgen, weil sie zu einem Teil der Geschichte gehören, der heute lieber verdrängt wird? Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und ihrer Darstellung sind ein unabdingbares Element, um ein reflektiertes und selbstreflexiven Geschichtsbewusstseins zu fördern und zu entwickeln. Hierfür benötigen wir geschichtliche Bezüge, welche unsere Einstellungen und unser Handeln prägen und beeinflussen.

Hinweis: Mit dieser Petition möchten wir niemanden auf irgendeine Art und Weise diskriminieren oder beleidigen. Der Name des Schmäh-Reliefs "Judensau" ist ein historisches Wort aus dem Mittelalter und wurde ebenso in der Diskussion ausgehend vom Stadtrat verwendet. Wir sowie die Unterstützenden der Petition befürworten den Erhalt von diesem historischen Relief, um sich über unsere Geschichte bewusst zu sein und darüber reflektieren zu können.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Matthias Lieschke aus Kemberg
Frage an den Initiator
  • Liebe Unterstüzende,

    das Anliegen wurde an den zuständigen Petitionsausschuss weitergeleitet und hat das Geschäftszeichen 7-K/00059 erhalten. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten und regelmäßig über Neuigkeiten informieren.


  • openPetition hat die von Ihnen unterstützte Petition offiziell im Petitionsausschuss von Sachsen-Anhalt eingereicht. Jetzt ist die Politik dran: Über Mitteilungen des Petitionsausschusses werden wir Sie auf dem Laufenden halten und transparent in den Petitionsneuigkeiten veröffentlichen.

    Für die Zukunft wünschen wir uns, dass alle Petitionen, die auf unserer Plattform gestartet werden, einen formalen Beteiligungsprozess anstoßen. Als Bürgerlobby vertreten wir die Interessen von Bürgerinnen und Bürgern. Deswegen helfen wir unseren Petenten, dass ihre Anliegen eingereicht und behandelt werden.

    Damit wir auch anderen Petitions-Startern und Unterstützern helfen können, würden wir uns als gemeinnützige Organisation über eine Spende von Ihnen sehr freuen.

    Jetzt Bürgerbeteiligung fördern unter www.openpetition.de/spenden

    Schön, dass Sie sich beteiligen.

    Mit besten Grüßen,
    das Team von openPetition

Pro

Das Relief stammt aus dem Jahr 1305 (andere Quellen: um 1440) und ist für mich als Zeitzeugnis unbedingt an der ihm zugedachten Stelle ohne wenn und aber zu erhalten! Auch Landesbischöfin Ilse Junkermann ist für einen Verbleib des Reliefs. Junkermann sagte, die Kirche stehe zu ihrer Geschichte, auch wenn sie schmerzhaft sei. Ein Verbleib des Spottbilds sende das Signal in die Welt, dass nichts beschönigt werde. Die Kirche glaube an die Kraft der Vergebung.

Contra

Zitat aus der Petition: "Begründung: Das Relief stellt einen Teil der deutschen Geschichte dar." Mit dieser Begründung hätte man auch alle Hakenkreuzreliefs an Gebäuden etc.. bestehen lassen müssen.