Mit §16 Abs (4) Satz 3 der Ausführungsverordnung zum Bayerischen Jagdgesetz (AvBayJG) werden Jägerinnen und Jäger "verpflichtet, den Kopfschmuck des gesamten in ihren Jagdrevieren im letzten Jagdjahr erlegten oder verendet aufgefundenen Schalenwildes bei der öffentlichen Hegeschau vorzulegen."

Diese Regelung - die Verpflichtung zur Vorlage des Kopfschmuckes - soll abgeschafft werden.

Begründung

Das "Präparieren des Kopfschmuckes" empfinde ich als ekelhaft und grausam. Es entwürdigt das erlegte Tier.

Das Präparieren ist zeitaufwendig, verbraucht Ressourcen und verursacht Kosten. Volkswirtschaftlich ist die Regelung negativ zu beurteilen. Sie generiert per se keinerlei Wertschöpfung, im Gegenteil.

Der vorgelegte Kopfschmuck ist keineswegs dazu geeignet, Rückschlüsse auf die Wildschadenssituation, die Waldverjüngung, die Erfüllung der Abschusspläne, die körperliche Verfassung des Wildes oder auf die strukturelle Entwicklung der Wildbestände zu ziehen. Dafür müssten sie eine "repräsentative Stichprobe" darstellen. Das ist keineswegs der Fall, im Gegenteil: das erlegte und somit vorzulegende Wild wurde von der Erlegerin oder dem Erleger gemäß den Vorgaben des Abschussplanes für den Abschuss selektiert. Es gibt auch kein anderes Verfahren, mit dem vom vorgelegten Kopfschmuck auf die genannten Parameter geschlossen werden könnte. Somit verfehlt die Regelung klar den beabsichtigten Zweck.

Diskussionen, die auf der Grundlage des vorgelegten Kopfschmuckes geführt werden, sind von vorneherein sinnlos und unproduktiv.

Es ist denkbar, dass die Regelung gegen die Menschenrechte verstößt. Ein Jäger, der aus ethischen und moralischen Gründen die Vorlage verweigert und gegen den Freistaat Bayern klagen würde, könnte Recht bekommen.

Es gibt keinen Grund, diese Pflicht aufrecht zu erhalten. Das freiwillige Ausstellen des Kopfschmuckes wäre auch ohne diese Pflicht weiterhin möglich.

Die Petition liegt dem Bayerischen Landtag bereits unter dem Aktenzeichen LA.0103.17 vor.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Thomas Grebenstein aus Murnau am Staffelsee
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  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Unterstützer der Petition!

    Heute Morgen bekam ich Nachricht, dass am kommenden Mittwoch, den 31.1.2018 der Landwirtschaftsausschuss über die Petition berät. Die Sitzung beginnt um 9:15 im Zimmer N 401 im Maximilianeum und ist öffentlich. Wer daran teilnehmen möchte, sollte sich vorher telefonisch (89 4126-2783) oder per E-Mail (petitionen@bayern.landtag.de) anmelden und sich vor dem Sitzungssaal beim Offizianten melden. Ob und wann die Petition zur Behandlung aufgerufen wird, hängt von der Abarbeitung der Tagesordnung ab.

    Ich bedanke mich an dieser Stelle schon recht herzlich für Ihre Unterstützung. Natürlich wäre es großartig, wenn Sie in den nächsten Tagen noch einmal tüchtig werben würden und kräftig Unterschriften sammeln.

    Ob der Petition stattgegeben wird hängt, jetzt maßgeblich von den Mitgliedern des Landwirtschftsausschusses ab. Wer diese sind, finden Sie unter:
    www.bayern.landtag.de/parlament/staendige-ausschuesse/landwirtschaftsausschuss/ Wenn Sie den persönlichen Kontakt zu einem Mitglied des Ausschusses herstellen, können Sie ihn oder sie von dem Anliegen überzeugen.

    Die gesammelten Unterschriften möchte ich am Dienstag, den 30.1.2018 an die Mitglieder des Landwirtschaftsausschusses übergeben.

    Über das Ergebnis der Sitzung werde ich Sie selbstverständlich unterreichten.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Thomas Grebenstein

  • Der Landwirtschaftsausschuss berät über die Petition in öffentlicher Sitzung. Wer daran teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen.
    Die Sitzung beginnt um 9:15 Uhr im Maximilianeum im Raum N401.

  • Am Kommenden Mittwoch wird die Petition im Landwirtschaftsausschuss behandelt. Deshalb läuft die Unterschriftensammlung nur noch bis einschließlich kommenden Montag, den 29.1.2018.
    Bitte machen Sie noch einmal tüchtig Werbung für das Anliegen, damit ich am Dienstag möglichst viele Unterschriften einreichen kann.

Pro

An Geweihen lassen sich nur vage Altersklassenangaben machen, geschweige denn das genaue Alter bestimmen. Rückschlüsse vom Abschuss auf den tatsächlichen Bestand sind deshalb nur fadenscheinig, zumal man ja auch an Abschussvorgaben gebunden ist. Wenn man bedenkt, dass manche die Gehörne vom Urgroßvater alle paar Jahre wieder anliefern, ist das grundsätzlich nicht mehr möglich. Anhand überwiegnd phänotypischer Merkmale (Ausprägung des Geweihs) auf die Genetik rückschließen zu wollen ist ein guter Scherz. Dieser Unsinn wird auch noch mit Steuergeldern bezahlt Es wird Zeit!

Contra

Man muss nur mal genau hinsehen, wer am meisten gegen die Trophäenschauen hetzt, dann erkennt man, wie wichtig sie sind. Konsequent umgesetzt - also wirklich ALLE Trophäen ausgestellt, sind die Hegeschauen die einzige vollständige und öffentliche Übersicht zum Altersklassenaufbau und dem Allgemeinzustand des Schalenwildes der ganzen Region und ermöglichen auch die Kontrolle einer artgerechten Bejagung. Das gilt schon bei Rehwild, aber erst recht bei Rotwild und Gemsen. Die Präparation von Trophäen ist mit Aufwand verbunden, das ist den Schiessern lästig, die am liebsten alles nur abknallen.