PNOG - Ambulante Pflegedienste und Versorgung pflegebedürftiger Menschen stark gefährdet

Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

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Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

Pflege findet nicht im Gesetzestext statt. Sie findet bei Menschen zu Hause statt – morgens, abends, an Wochenenden und immer dann, wenn Angehörige Unterstützung brauchen. Doch der vorliegende Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes gefährdet genau diese Versorgung.
Wir sind ein zugelassener ambulanter Pflegedienst nach § 72 SGB XI. Unsere Arbeit umfasst weit mehr als einzelne Pflegeeinsätze: Wir organisieren Verordnungen, Rezepte und Medikamente, übernehmen Bestandskontrollen, Lagerung, Nachbestellungen und Dokumentation, stimmen uns mit Arztpraxen ab und führen unverzichtbare Gespräche mit Pflegebedürftigen und Angehörigen. Vieles davon ist für eine sichere Versorgung notwendig, wird aber bereits heute kaum oder gar nicht vergütet.

Statt diese Versorgung nachhaltig zu sichern, sollen bewährte Leistungen umgebaut oder entfallen. Der bisherige Entlastungsbetrag von 131 Euro und die Verhinderungspflege brechen für Pflegedienste als bisher nutzbare Finanzierungsbausteine weg. Gleichzeitig sollen 175 Euro aus einem neuen flexiblen Budget beziehungsweise Sozialraumbudget für Angebote nach § 45a SGB XI, Nachbarschaftshilfe oder andere Unterstützungsleistungen zur Verfügung stehen – zugelassene Pflegedienste nach § 72 SGB XI können diese Mittel jedoch nicht ohne Weiteres abrechnen.

Das ist widersinnig: Ausgerechnet die Anbieter, die Fachpersonal vorhalten, Qualitätsvorgaben erfüllen, Verantwortung tragen und die häusliche Versorgung täglich sicherstellen, werden benachteiligt. Eine zusätzliche Zulassung oder gar ein weiteres Unternehmen ist keine realistische Lösung. Zusätzliche Fachkräfte, Fahrzeuge, Versicherungen, Verwaltung, gesonderte Konten, Institutionskennzeichen und Steuerberatung verursachen Kosten, die kleine und mittlere Dienste nicht tragen können.

Eine Erhöhung der Sachleistung um beispielsweise 93 Euro bei Pflegegrad 3 ersetzt weder den wegfallenden Entlastungsbetrag noch die Verhinderungspflege. Werden Budgets bei Pflegegrad 2 und 3 zusätzlich halbiert, müssen Angehörige Versorgungslücken auffangen, die sie zeitlich, körperlich oder finanziell oft nicht schließen können. Besonders betroffen sind Alleinlebende, ältere Angehörige, Menschen mit Demenz und Familien im ländlichen Raum.

Auch das vorgesehene Überbrückungsbudget von 1.600 Euro reicht bei kurzfristigem Ausfall pflegender Angehöriger häufig nicht aus, um eine verlässliche professionelle Versorgung sicherzustellen. Werden zugleich Tagespflegeangebote geschwächt, fallen weitere unverzichtbare Entlastungsmöglichkeiten weg. Pflegeberatung darf nicht durch unverbindliche Modelle ersetzt werden: Pflegebedürftige brauchen qualifizierte Begleitung und persönliche Beratung vor Ort. Digitalisierung muss Arbeitsabläufe tatsächlich erleichtern, statt neue Dokumentationspflichten und zusätzlichen Papierkrieg zu schaffen. Die Aussetzung der Tariftreueregelung lehnen wir ab. Wer Pflege stärken will, darf faire Löhne und die Gewinnung von Fachkräften nicht gefährden.

Wir fordern Bundestag und Bundesregierung auf:

  1. Zugelassene Pflegedienste nach § 72 SGB XI müssen sämtliche für die häusliche Versorgung vorgesehenen Budgets direkt und ohne zusätzliche Zulassung nach § 45a abrechnen dürfen.
  2. Entlastungsleistungen und Verhinderungspflege dürfen nicht ersatzlos entfallen oder wirtschaftlich entwertet werden.
  3. Leistungen der Pflegegrade 2 und 3 dürfen insbesondere zu Beginn der Pflegebedürftigkeit nicht gekürzt werden.
  4. Keine pauschale steuerfreie Auszahlung von 175 Euro ohne nachvollziehbaren Unterstützungsbedarf und qualitätsgesicherte Leistung.
  5. Das Überbrückungsbudget muss den tatsächlichen Kosten professioneller Pflege entsprechen.
  6. Ambulante Pflege und Tagespflege brauchen verlässliche, auskömmliche Finanzierung und langfristige Planungssicherheit.
  7. Beratung vor Ort, echte Entbürokratisierung und die Tariftreueregelung müssen erhalten bleiben.

Diese Petition betrifft nicht nur Pflegeunternehmen. Sie betrifft alle Menschen, die heute oder künftig auf Hilfe angewiesen sind. Wenn ambulante Pflegedienste schließen, verschwinden nicht nur Arbeitsplätze: Menschen verlieren die Möglichkeit, sicher und würdevoll zu Hause zu leben.
Pflege darf nicht kaputtgespart werden. Unterstützen Sie unsere Petition für eine Reform, die Pflegebedürftige schützt, Angehörige entlastet und professionelle ambulante Versorgung erhält.

Begründung

Diese Petition ist wichtig, weil die geplante Pflegereform die häusliche Versorgung von Millionen Menschen gefährdet.

Ambulante Pflegedienste sichern täglich die Betreuung pflegebedürftiger Menschen. Sie übernehmen nicht nur Pflege, sondern organisieren Medikamente, Verordnungen, Arztkontakte und vieles mehr. Trotzdem sollen ihnen wichtige Finanzierungsgrundlagen entzogen werden.

Der bisherige Entlastungsbetrag von 131 Euro und die Verhinderungspflege fallen als bisherige Leistungsbausteine weg. Gleichzeitig dürfen zugelassene Pflegedienste nach § 72 SGB XI das neue Budget von 175 Euro nicht ohne zusätzliche Zulassung abrechnen. Eine Erhöhung der Sachleistung um beispielsweise 93 Euro bei Pflegegrad 3 kann diese Verluste nicht ausgleichen.

Besonders schwerwiegend sind geplante Budgetkürzungen bei Pflegegrad 2 und 3, ein unzureichendes Überbrückungsbudget, die Gefährdung der Tagespflege sowie die mögliche Aussetzung der Tariftreueregelung.

Die Folgen treffen uns alle: Pflegedienste geraten wirtschaftlich unter Druck, Arbeitsplätze gehen verloren, Angehörige werden überlastet und Pflegebedürftige bleiben ohne ausreichende Unterstützung zurück. Besonders im ländlichen Raum drohen Versorgungslücken, die kaum zu schließen sind.

Wir brauchen eine Pflegereform, die professionelle Pflege stärkt, Leistungen bedarfsgerecht finanziert und zugelassenen Pflegediensten Zugang zu allen relevanten Budgets ermöglicht. Denn wenn ambulante Pflege wegbricht, verlieren Menschen mehr als eine Leistung: Sie verlieren Sicherheit, Selbstständigkeit und die Möglichkeit, in Würde zu Hause zu leben.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Pflegedienst Lebensgeister, Eggersdorf
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 24.08.2026
Sammlung endet: 23.02.2027
Region: Deutschland
Kategorie: Gesundheit

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Warum Menschen unterschreiben

Weil es jeden betreffen kann, das Hilfe notwendig ist.

Weil ich selber im ambulanten Pflegedienst arbeite

Ich arbeite in der ambulanten Pflege

Weil die Versorgung für jeden sichergestellt sein sollte. Gesundheit und Pflege sollte kein Luxus sein, sondern eine Selbstverständlichkeit

Ich finde die Arbeit der Lebensgeister unheimlich wichtig und glaube, dass genau solche Betriebe das Leben in einer Dorfgemeinschaft bereichern und einen extrem wichtigen Baustein in einer sozialen Gesellschaft liefern. Wenn man dort spart, spart man an der Zukunft von dieser Gemeinde, erst recht bei einer überalterten Gesellschaft, die soziale Unterstützung braucht.

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