Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Petition zur Priorisierung von Kindern und Jugendlichen bei der Corona-Impfung
Obwohl die Corona-Impfungen von Kindern und Jugendlichen bald möglich sein werden, sind unsere Kinder vielleicht die letzten, die geimpft werden, obwohl sie seit über einem Jahr größten psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt sind und als Leidtragende der Coronakrise von der Politik oft gar nicht oder nur zu spät beachtet wurden. Das muss endlich ein Ende haben!
Solange die Stiko bei den Vorschlägen zur Impfpriorisierung rein medizinische Maßstäbe im Sinne der Krankheitslast anlegt und sonstige Gründe für eine Priorisierung dem Handeln der Politik überlässt, die Politik ihrerseits aber den Empfehlungen der Stiko folgt, werden unsere Kinder beim Impfen außen vor bleiben.
Heute (01.05.2021) ist bei Spiegel Online im Interview mit dem Stiko-Mitglied Dr. Martin Terhardt zu lesen:
„SPIEGEL: Kinder haben vielleicht seltener schweren Verläufe, dafür leiden sie psychisch sehr stark unter den Auswirkungen der Pandemie. Wie wägt die Stiko hier zwischen Nutzen und Risiken ab?
Terhardt: Die Stiko hat ganz strenge Regeln und trifft Entscheidungen so evidenzbasiert wie möglich. Unsere Empfehlungen beziehen sich immer auf die aktuelle Studienlage, also etwa die Daten von Impfstoffstudien oder die Erkenntnisse zu Krankheitsverläufen der ersten beiden Wellen. Wir entscheiden also auf der Basis von medizinischen Daten und orientieren uns hauptsächlich an der Krankheitslast. Die psychischen Belastungen durch Homeschooling sind eher Gegenstand von politischen Entscheidungen, und weniger die der Stiko.“
Quelle: https://www.spiegel.de/gesundheit/coronavirus-impfungen-fuer-kinder-ich-haette-nicht-gedacht-dass-das-so-schnell-geht-a-edbe2c11-be2b-4b94-9580-5272cd11852b, abgerufen am 01.05.2021
Diese einseitige Wahrnehmung führt zu einer dauerhaften Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen, die in der Corona-Krise bereits genug Solidarität gezeigt haben und endlich wieder ein Stück normales Leben zurückbekommen müssen.
Wir fordern daher die Politik, die Regierung, den Bundestag, die Ausschüsse dazu auf, sich vom reinen Festhalten an real zu erwartenden Erkrankungsverläufen zu lösen und auch andere medizinische Bereiche wie psychische Probleme durch Homeschooling und Vereinsamung, Bewegungsarmut, Einschränkung auf das häusliche Umfeld und damit einhergehende Entwicklungsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen, die Gefahr von häuslicher Gewalt usw. zu beachten und dies bei den Impfpriorisierungen zu berücksichtigen.
Außerdem muss bei der Priorisierung der Umstand berücksichtigt werden, dass Kinder durch die teils nur schleppend anlaufenden Tests in den Schulen und die gar nicht vorgesehenen Testungen in den Kindergärten einem deutlichen höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind als viele Erwachsene in ihrem beruflichen Umfeld.
Dies bedeutet ausdrücklich keine Forderung nach einem Impfzwang, sondern nach angemessenen Möglichkeiten, Impfungen für Kinder und Jugendliche auf Wunsch zeitnah wahrnehmen zu können.
Die Bundesregierung hat versprochen, dass die Belange von Kindern und Jugendlichen bei den zu treffenden Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung an vorderster Stelle in den Blick genommen würden. Gerade, weil man davon immer noch wenig sieht, fordern wir: Die Kinder und Jugendlichen dürfen nicht die letzten sein, die geimpft werden! Priorisieren Sie die Kinder und Jugendlichen, sodass sie ohne die Gefahr einer Corona-Erkrankung wieder ein normales und gesundes Leben aufnehmen können.
Begründung
Kinder und Jugendliche dürfen in der Corona-Krise nicht länger benachteiligt werden oder gar unbeachtet bleiben. Die Politik soll über die real zu erwartende Krankheitslast hinaus auch andere medizinische Bereiche wie physische und psychische Belastungen in ihre Impfpriorisierung aufnehmen, sodass Kinder und Jugendliche bald geimpft werden und wieder ein normales Leben führen können.