Das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main soll vor der geplant für Ende 2016 Wiedereröffnung eine gründliche Provenienzforschung seiner Bestände vorlegen!

Begründung

In den letzten Jahren haben viele Museen ihre Bestände im Sinne der Washingtoner Konferenz einer jahrelangen Provenienzforschung unterworfen und die Ergebnisse nach und nach veröffentlicht. Das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank nicht.

Der Grundstock (23.265 Objekte) dieser Einrichtung stammt aus dem ehemaligen Geldmuseum der Reichsbank und weist provenienzmäßig besonders verdächtige Aspekte auf. Seine Gründung und sein Zuwachs (nicht weniger als 170.000 Münzen in dem Zeitraum 1933‒1945) sind am engsten mit der NS-Kultur- und -Wirtschaftspolitik verbunden.

Zahleiche Schriftstücke bezeugen von bedenklichen Erwerbsmechanismen: - Ankauf geschossener Sammlungen, die unter Mitwirkung der Gestapo erwirkt wurden. - Ersteigerungen aus Auktionen, wo Münzsammlungen jüdischer Emigrierende versteigert wurden. - Tauschgeschäfte mit numismatischen Objekten, die jüdischen Vorbesitzern über Pfandleihanstalt und Finanzverwaltung abhandenkamen.

Der aktuelle Wissenstand zum Geldmuseum ist durchaus mangelhaft und beschränkt sich auf eine Belobigung dieser musealen Institution und derer kultureller Bedeutung. Der in der Nazizeit erfolgte Ausbau des Geldmuseums ‒ wenn überhaupt angesprochen ‒ wird unkritisch als beachtlich bezeichnet. Durch eine unparteiische, wissenschaftliche Beobachtung des Geldmuseums wird dennoch leicht ersichtlich, dass ein dringlicher Bedarf nach einer transparenten und gründlichen Provenienzforschung im Geldmuseum besteht.

Ein wirkungsvoller Ansatzpunkt und ein günstiges Zusammentreffen für die vorliegende Initiative bestehen darin, dass dieser Bedarf anlässlich der von der Österreichischen Nationalbank organisierten Tagung zum Thema „Stabilität und Instabilität von Geldsystemen“ (19.-20. Mai) zum Ausdruck gebracht werden konnte, das heißt: kurz bevor das Geldmuseum Ende 2016 (nach zwei Jahren Umbauarbeiten) planmäßig wiedereröffnet werden soll. Anliegen dieser Petition ist die Erlangung einer Verschiebung der Wiedereröffnung des Geldmuseums bis eine regelrechte Provenienzforschung eingeleitet wird. Erst nachdem eine systematische Untersuchung der Provenienzen abgeschlossen und veröffentlicht sein wird, dürfte das Museum eine Sammlung ausstellen, die ihm unzweideutig rechtmäßig auch gehört.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Emanuele Sbardella aus 13629
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  • Referat von Emanuele Sbardella zum Thema: "Das Geldmuseum der Reichsbank und der Zuwachs dessen Sammlung, Berlin 1933-1945".

    Wien, 19. Mai 2016.

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