openPetition wird europäisch. Wenn Sie uns bei der Übersetzung der Plattform von Deutsch nach Deutsch helfen wollen, schreiben Sie uns.
close
Bild zur Petition mit dem Thema: Psychisch schwerkranke Menschen brauchen in lebensbedrohlichen Krisen aufsuchende Hilfen Psychisch schwerkranke Menschen brauchen in lebensbedrohlichen Krisen aufsuchende Hilfen
  • Von: Angehörige psychisch Kranker, Landesverband ...
  • An: Frau Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, Vorsitzende ...
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Gesundheit mehr
  • Status: Petition in Zeichnung
  • 141 Tage verbleibend
  • 1.548 Unterstützer
    1.532 in Deutschland
    1% erreicht von
    110.000  für Quorum  (?)

Psychisch schwerkranke Menschen brauchen in lebensbedrohlichen Krisen aufsuchende Hilfen

-

Psychisch schwerkranke Menschen, insbesondere, wenn sie unter Psychosen leiden, sind oftmals nicht mehr in der Lage, ihre Erkrankung und ihre Hilfsbedürftigkeit zu erkennen. Daher sind sie in solchen Fällen zu oft nicht bereit, sich in ärztliche oder gar Klinikbehandlung zu begeben. Dies kann zu einer erheblichen Krankheitsverschlimmerung mit gravierenden Folgeschäden für den Erkrankten und auch für seine Umwelt führen. Aufsuchende ambulante Hilfen können als vertrauensbildende Maßnahme gegenüber dem Erkrankten eine Unterstützung sein. Es gibt sie in Deutschland anbetracht des Bedarfs viel zu selten. Die psychisch erkrankten Menschen und ihre Familien werden zu oft damit allein gelassen. Die gesundheitlichen, rechtlichen und sozialen Folgen für die betreffenden Menschen, ihre Familien und das soziale Umfeld können beträchtlich sein.

Begründung:

Beispielhaft der Bericht einer Mutter: „Wir haben bei einer Klinik in der Notfallambulanz angerufen und die Krankheitssymptome geschildert, woraufhin der Arzt uns sagte, es handele sich um eine Psychose und wir sollten uns im Internet informieren.
Wir haben dann im Internet nach einer Klinik gesucht, die sich besonders um junge erster-krankte Patienten bemüht und dort angerufen. Der Chefarzt war sehr nett und hat sich viel Zeit genommen, sagte uns, dass es sich hier schon um eine lebensbedrohliche Erkrankung handele und wir unbedingt versuchen sollten, ihn in die Klinik zu bringen, notfalls über eine Zwangseinweisung, da es keine Möglichkeit gäbe, zu Hause Hilfe zu bekommen.“

Dies ist kein Einzelfall, sondern tägliches Erleben in Deutschland. Der Politik ist das Problem seit Jahren bekannt, wie aus dem folgenden Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz hervorgeht.

Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz der Länder vom 28. Juni 2012:

Es bestehe „die Gefahr einer Unterversorgung derjenigen, die zumeist schwer chronisch krank sind, jedoch von sich aus nicht selbst um Hilfe nachsuchen sowie derjenigen Patienten und Patientinnen, die krankheitsuneinsichtig und nicht compliant sind. Diese Menschen werden von den bestehenden Hilfesystemen häufig nicht erreicht; die Folgen sind erheblich. Gerade für diese Personengruppe erhöht sich das Risiko, in Obdachlosigkeit, im Strafvollzug oder im Maßregelvollzug zu landen. Hier gilt es, verstärkt systemübergreifende, nachgehen-de und aufsuchende Hilfen zu entwickeln bzw. auszubauen.“ (…) „Aufgabe von Psychiatrie-politik ist es, zukunftsfähige Strukturen zu schaffen, welche die Übernahme von Verantwor-tung für alle psychisch erkrankten Menschen gewährleisten und dabei öffentlich kontrolliert sind.“

Im Januar 2016 haben sämtliche Verbände der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen in Deutschland in einem Aufruf gefordert:

„Das psychiatrische Versorgungssystem ist weiter zu entwickeln. Es sind aufsuchende Hilfsangebote zu schaffen. Es sind auch dann Hilfen anzubieten, wenn der psychisch kranke Mensch sie nicht selbst anfordert oder zunächst sogar ablehnt. Ziel muss sein, ohne Zwang die Zustimmung des kranken Menschen zu einer Hilfe zu erreichen.“

www.lapk-hamburg.de/index.php/aufruf-aufsuchende-behandlung-staerken

Im November 2016 beschloss der Deutsche Bundestag ein Gesetz (PsychVVG), welches den Kliniken die Möglichkeit zur Behandlung schwerkranker Menschen zu Hause eröffnet. (Hometreatment). Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Aber er genügt keinesfalls. Auch wird die praktische Umsetzung des Hometreatment ein Prozess von mindestens einem Jahrzehnt sein. Weitere in der Psychiatrie tätige Institutionen und Berufsgruppen, z.B. der öffentliche Gesundheitsdienst, die sozialpsychiatrischen Einrichtungen, die niedergelassenen Fachärzte und die Soziotherapeuten, müssen an den systemübergreifenden aufsuchenden Hilfen beteiligt werden.

Im Juni 2016 haben sämtliche Verbände der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen in Deutschland in einer Resolution gefordert: „Wir fordern alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, im Bund, in den Ländern und den Kommunen auf, ihrer Verpflichtung zur Daseinsvorsorge für psychisch erkrankte Bürger nachzukommen und die notwendigen zukunftsfähigen Strukturen zu schaffen, die auch Hilfen für die betroffenen Familien vorsehen“.

Unterstützen Sie diese Forderung als GMK, denn Aufsuchende Hilfen bieten die Chance: - das Leid schwerkranker Menschen zu lindern - soziale Folgeschäden zu vermeiden - die beteiligten Familien zu entlasten - ein sozial verträgliches Zusammenleben zu fördern - Zwangsmaßnahmen vorzubeugen

Dieser Petition haben sich die Verbände der Angehörigen psychisch kranker Menschen aus folgenden Bundesländern angeschlossen: Baden-Württemberg,Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Hamburg, 06.03.2017 (aktiv bis 05.03.2018)


Neuigkeiten

Der Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker hat sich der Petition angeschlossen. Neue Begründung: Beispielhaft der Bericht einer Mutter: „Wir haben bei einer Klinik in der Notfallambulanz angerufen und die Krankheitssymptome geschildert, ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Ich halte aufsuchende Hilfen für ausgesprochen wichtig. Diese sollten fester Bestandteil in der Betreuung psychisch Erkrankter sein oder zumindest als freiwilliges Angebot bestehen und unkompliziert nutzbar sein. Leider neigen manche Erkrankten v.a. in ...

Noch kein CONTRA Argument.
>>> Schreiben Sie das erste CONTRA-Petition Argument


Warum Menschen unterschreiben

Weil ich diese Mißstände kenne!

Ich arbeite im Bereich Therapie und Betreuung. Hilfe zu erhalten wenn benoetigt ist ein Menschenrecht und sollte nicht buerokratisch kompliziert werden.

Rechtzeitige Hilfe/Diagnose/Therapie/Wiedereingliederung ist relevant für die Gesellschaft

Aufsuchende Hilfe kann für den Patienten wie für Angehörige/Nachbarn/Freunde die Rettung bedeuten

Mein Sohn ist psychisch krank und ich weiß nicht mehr weiter.

>>> Zu den Kommentaren


Formular auf der eigenen Webseite einbinden


Banner auf der eigenen Webseite einbinden

Code-Snippet Horizontal:      
Code-Snippet Vertikal:           
Code-Snippet Vertikal:           

Letzte Unterschriften

  • Nicht öffentlich Frankfurt vor 1 Tag
  • Annemarie W. Hamburg vor 4 Tagen
  • Nicht öffentlich Lauterbach vor 5 Tagen
  • Nicht öffentlich Hamburg vor 6 Tagen
  • Nicht öffentlich Hamburg vor 6 Tagen
  • Alexander K. Bad Feilnbach vor 6 Tagen
  • Nicht öffentlich Winsen am 06.10.2017
  • Nicht öffentlich München am 04.10.2017
  • Irene S. Heidelberg am 02.10.2017
  • Monika M. Lindlar am 01.10.2017
  • >>> Alle Unterschriften

Petitionsverlauf

Unterstützer Betroffenheit