Wir beobachten mit großer Sorge, dass die bauliche Sanierung des Denkmalensembles am Ritterplan, in dem das Städtische Museum untergebracht ist, seit längerem stagniert. Dieses Areal am Ritterplan mit seinen Gebäuden und Gebäudeteilen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert zählt zu den stadtgeschichtlich und baugeschichtlich bedeutendsten Ensembles innerhalb des Walles. Es zu bewahren, angemessen zu sanieren und nach Möglichkeit für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten, ist gesetzlicher Auftrag gemäß dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz. Wir fordern Politik und Verwaltung auf, diesem gesetzlichen Auftrag nachzukommen.

Wir lehnen die Pläne der Verwaltung, das Städtische Museum in die ehemalige Voigtschule an der Bürgerstraße zu verlagern, entschieden ab. Der Standort Bürgerstraße ist vom „touristischen Lauf durch die Innenstadt“ abgeschnitten. Die Denkmalqualität der ehemaligen Voigtschule ist zudem deutlich geringer als die des Areals am Ritterplan. Das Ensemble am Ritterplan wurde durch die über 125‐jährige Nutzung als Museum tiefgreifend geprägt und ist selbst ein hochwertiges und vielschichtiges Zeugnis der Stadtgeschichte. Für das weit über Göttingen hinaus bedeutende Denkmalensemble am Ritterplan ist die Nutzung als Städtisches Museum auch unter stadtgeschichtlichem Aspekt die einzig angemessene.

Im Zusammenhang mit der Diskussion um das „Kunstquartier“ (Kuqua) hat die Stadtverwaltung zugesagt, die Hälfte der jährlichen Betriebskosten zu übernehmen. Wir beobachten mit großer Sorge, dass diese Gelder in Höhe von 180.000,‐ Euro durch Einsparungen im Städtischen Museum, im Stadtarchiv und bei den Kunstausstellungen im Alten Rathaus aufgebracht werden sollen. Die damit verbundenen Kürzungen würden die Arbeits‐ und Funktionsfähigkeit der Bildungseinrichtungen Städtisches Museum und Stadtarchiv aufs schwerste beeinträchtigen, wenn nicht zerstören.

Diese Richtungsentscheidung gegen Museum und Stadtarchiv hätte verheerende Auswirkungen für die Stadt Göttingen. Wir fordern Politik und Verwaltung daher auf, die Realisierung des „Kunstquartiers“ nicht auf Kosten der bestehenden, ohnehin seit langem unterfinanzierten Bildungseinrichtungen Städtisches Museum und Stadtarchiv umzusetzen

‐ verabschiedet durch die Jahreshauptversammlung am 20. Januar 2015 ‐

Begründung

Die unnötig verchleppte Sanierung des Museumsareals schadet diesem bedeutenden Baudenkmal-Ensemble und macht eine sachgerechte Museumsarbeit unmöglich.
Die von der Verwaltung geplanten Etatkürzungen würden die Arbeits- und Funktionsfähigkeit von Städtischem Museum und Stadtarchiv aufs schwerste beeinträchtigen, wenn nicht zerstören

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Prof. Dr. Peter Aufgebauer aus Göttingen
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  • Mit Schreiben vom 7. April 2015 hat der Göttinger Oberbürgermeister auf die Resolution des Geschichtsvereins für Göttingen und Umgebung e.V. reagiert.
    Er begrüßt das Engagement zugunsten von Stadtarchiv und Städtischem Museum ausdrücklich und bescheinigt den beiden Einrichtungen eine "hervorragende Arbeit".
    Gleichzeitig weist er darauf hin, dass noch offen sei, "an welcher Stelle und in welcher Höhe die notwendigen Mittel [für den künftigen Betrieb des Galeriegebäudes im Kunstquartier] eingespart werden müssen", sichert jedoch zu, dass die ihm vorgetragenen Bedenken in die künftigen Beratungen einfließen werden.
    Prof. Dr. Peter Aufgebauer
    14. April 2015

  • Resolution auf "open petition" erfolgreich beendet

    Wie aus der großen Zahl der Unterzeichner (541) und der Tendenz der zahlreichen Kommentare hervorgeht, stoßen die seitens der Verwaltung bewusst verschleppte Sanierung des Areals am Ritterplan, die von der Verwaltungsspitze unsinnigerweise aufgeworfene Standortfrage und der Versuch, das Städtische Museum, das Stadtarchiv und die Ausstellungen im alten Rathaus mit der Hälfte der geschätzten Betriebskosten des „Kunstquartiers“ zu belasten (so die Beschlussvorlage in der gemeinsamen Sitzung von Kultur- und Bauausschuss im Dezember 2014) auf scharfe Kritik und breiten Widerstand.

    Das Städtische Museum ist mehr als 125 Jahre alt, das Stadtarchiv als Institution ist mehr als 700 Jahre alt. Die Funktion und Arbeitsfähigkeit dieser Bildungseinrichtungen für das riskante Projekt eines „Kunstquartiers“ aufs Spiel zu setzen, ist das Gegenteil einer nachhaltigen Kulturpolitik.

    Ein herzlicher Dank an alle Unterzeichner!

    Prof. Dr. Peter Aufgebauer
    Geschichtsverein für Göttingen und Umgebung e.V.

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