22.741 Unterschriften
Sammlung beendet
Petition richtet sich an: Landrat Ali Doğan, Kreis Minden-Lübbecke
Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Minden-Lübbecke muss die Kommunikation mit der Waldfrieden-Events GmbH sofort wieder aufnehmen, die Abstimmung von vereinbarten Schutzmaßnahmen ermöglichen und die Genehmigung für das Hai in den Mai 2026 auf Basis des vorliegenden Artenschutzgutachtens erteilen.
Begründung
Seit 1997 gibt es den Waldfrieden in Stemwede-Wehdem. Was als selbstorganisierte Partys in einer alten, leerstehenden Gaststätte begann, ist heute eines der ältesten kontinuierlich laufenden Open-Air-Festivalgelände für elektronische Musik in Europa. In den vergangenen Jahren kamen jeweils zwischen 5.000 und 9.000 Besucher:innen zu den beiden Festivals im Wald, Künstlerinnen und Künstler von allen Kontinenten treten auf, Besucher:innen reisen aus aller Welt an, und genauso kommen Nachwuchstalente aus der Region zu ihrer ersten großen Bühne. Neben der Musik gibt es in der Healing Area ein umfangreiches Kulturprogramm, von Yoga über naturkundliche Workshops bis hin zum gemeinschaftlichen Foodsharing-Picknick. Der Waldfrieden ist ein Ort der Gemeinschaft, der Begegnung und des gelebten Miteinanders, wie er im ländlichen Raum selten zu finden ist.
Und genau dieser Ort kämpft gerade um seine Zukunft.
Was gerade passiert
Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Minden-Lübbecke hat zwei Monate vor Festivalbeginn, nachdem bereits tausende Tickets verkauft und zahlreiche Verträge mit Künstlerinnen, Künstlern und Dienstleistern abgeschlossen waren, plötzlich eine vollständige Artenschutzprüfung gefordert. Eine Prüfung, die üblicherweise Monate in Anspruch nimmt und fachlich erst im Sommer abgeschlossen werden kann. Jahrelang gab es keinerlei Probleme mit der Genehmigung, 2025 wurde das Festival von derselben Behörde noch ohne Aufhebens genehmigt.
Der Waldfrieden hat dennoch umgehend reagiert und auf eigene Kosten ein Gutachten erstellen lassen. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Festivalbetrieb ist mit dem Schutz der vorkommenden Arten vereinbar. Alle empfohlenen Schutzmaßnahmen wollen wir umsetzen, das Material ist bereits beschafft, wir sind bereit.
Aber die Behörde verweigert die notwendige Abstimmung. Keine Kommunikation mehr. Stattdessen unangemeldete Kontrolleure und Hinhalten. Bis heute liegt noch nicht einmal ein rechtsmittelfähiger Bescheid vor. Der Waldfrieden ist bereit, alle Auflagen zu erfüllen, wird aber von derselben Behörde daran gehindert, die gleichzeitig die Genehmigung verweigert.
Das ist kein Naturschutz. Das ist Willkür.
Was auf dem Spiel steht
Dutzende lokale Handwerks-, Dienstleistungs- und Zuliefererbetriebe sind direkt in Aufbau und Betrieb des Festivals eingebunden, von der Elektrik über Bühnenbau bis hin zu Sicherheit und Logistik. Tausende Besucher:innen aus ganz Deutschland und dem Ausland sorgen jedes Jahr für volle Restaurants, Hotels, Taxis und Läden in der Region. Was hier auf dem Spiel steht, ist nicht allein ein Festival, sondern ein Stück regionaler Wirtschaftsstruktur, die sich nicht einfach ersetzen lässt. Nach Corona hat der Bund den Waldfrieden ausdrücklich als förderungswürdige Kulturinfrastruktur anerkannt und gefördert. Fällt das Hai in den Mai aus, droht die Insolvenz, und wir riskieren, diesen Ort für immer zu verlieren. Im Stundentakt entstehen bereits jetzt Kosten, die im schlimmsten Fall nicht nur den Waldfrieden, sondern auch langjährige Partner wie die Bielefelder Firma Provisuell und viele weitere Unternehmen, die die Veranstaltungstechnik, den Aufbau und den Betrieb der Festivals stemmen, in ernsthafte existenzielle Not treiben würden.
Ein Kulturort, der Verantwortung lebt
Der Waldfrieden ist kein Verursacher von Umweltschäden, er hat ökologisches Wirtschaften von Anfang an gelebt. Strom aus erneuerbaren Energien seit 2011, ausschließlich vegetarisches Bio-Verpflegung an den Essensständen, Möbel aus eigenem Holz, aktives Recyclingmanagement. Und ausgerechnet dieser Ort ist jetzt durch eine Naturschutzbehörde in seiner Existenz bedroht. Das vorliegende Artenschutzgutachten bestätigt sogar ausdrücklich, dass die umliegende Fauna sich über die Jahre an den Waldfrieden gewöhnt hat und friedlich koexistiert.
Was wir von euch brauchen
Unterzeichnet die Petition und zeigt den Verantwortlichen im Kreis Minden-Lübbecke, in der Gemeinde Stemwede und im Land NRW: Dieser Ort hat eine Community hinter sich, die nicht schweigt.
Teilt diese Petition. In euren Gruppen, auf euren Kanälen, mit euren Freund:innen. Jede Unterschrift zählt.
Kulturorte im ländlichen Raum entstehen nicht auf Knopfdruck. Was einmal verloren geht, kommt nicht wieder.
Rettet den Waldfrieden. Jetzt.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
18.04.2026
Sammlung endet:
30.04.2026
Region:
Kreis Minden-Lübbecke
Kategorie:
Kultur
Diese Petition wurde in folgende Sprachen übersetzt
Debatte
Meiner Meinung nach soll der Waldfrieden als Eventlocation erhalten bleiben. Die Festivals sind weit über die Grenzen bekannt und bringen jedes Jahr wieder Gäste in den schönen Mühlenkreis. Dies sollte auch für die nächsten Generationen erhalten bleiben. Eine Festivalkultuigung die ihre Berechtiung hat. Zudem ist es für die ländliche Region eine Einnahmequelle.
Zunächst mal finde ich es toll dass es diese Diskussionoption gibt! Ich habe kein Bild dazu warum aus politischer Ebene gegen das Festival vorgegangen wird. Den Umweltschutz anzuführen kann ich mir ohne weiteres als Scheinargument gegen linke, alternative Kultur vorstellen. Trotzdem finde ich es sehr wichtig mit zu denken, dass ein Festival mit möglichst niedrigem ökologischem Fussabruck nie "gut" für die Umwelt in der sie stattfindet ist! Jedem Lebewesen dort geht es besser ohne Festival!