• Von: Thuy Nonnemann mehr
  • An: BAMF
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Außenpolitik mehr
  • Status: Die Petition wurde eingereicht
  • In Bearbeitung
  • 202 Unterstützer
    Sammlung abgeschlossen

Rückkehrhilfe für Vietnamesen verstetigen!

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Seit dem Jahr 2012 läuft ein sehr erfolgreiches Reintegrationsprogramm in Vietnam, der freiwillige Rückkehrer aus Deutschland bei der Gründung einer Existenz in ihrer Heimat unterstützt. Das Programm wird durch den Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrations-fonds der Europäischen Union (AMIF) und der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in Berlin finanziert. Die Menschen, die diese Hilfe in Anspruch nahmen bzw. nehmen, haben erfolgreich in Vietnam wieder Fuß gefasst und Unternehmen gegründet, von denen sie und ihre Angehörigen leben können. 80% der Menschen, die diese Hilfe in Anspruch nehmen, stammen aus Zentralvietnam. Seit Beginn des Projekts wurden über 70 Rückkehrer unterstützt, 33 davon Frauen.

Das Programm läuft leider im März 2017 aus.


Wir fordern, dass die Finanzierung des Reintegrationsprogramms verlängert wird, damit die Menschen in Vietnam nach ihrer Rückkehr weiter Hilfe für einen Neuanfang
Bekommen können.

Bitte unterschreiben Sie diese Petition, damit das BAMF das Programm weiter finanziert und freiwillige vietnamesische Rückkehrer in ihrer Heimat weiterhin eine Startchance bekommen.

Begründung:

Der Krieg in Vietnam ist am 30.4.1975 zu Ende gegangen. Die Wirtschaft hat sich inzwischen gut entwickelt. Dennoch gibt es eine Gegend in Vietnam, die nicht vom Wirtschaftserfolg des Landes profitiert.

Zentralvietnam war schon immer eine von der Regierung vernachlässigte Region. Sie liegt zwischen den Bergen von Laos und dem Stillen Ozean und ist ca. 50 km breit. Die Menschen dort leben ausschließlich von der Agrarkultur. Da es in diesem Abschnitt des Landes keine Bodenschätze gibt, sah die Regierung von Vietnam nie die Notwendigkeit, in seine Entwicklung zu investieren. Im Sommer wird die Erde von der Sonne so ausgetrocknet, dass sie im Herbst das Regenwasser nicht aufsaugen kann. Die Herbststürme sind so heftig, dass sie das Land verwüsten. Sowohl Regenfluten als auch die steigenden Wasser des Ozeans reißen Menschen, Häuser und die gesamte Ernte mit sich.

Anfang April dieses Jahres kam es zu einem Massenfischsterben an den Küsten von Vietnam. Das Stahlwerk Formosa Ha Thin Steel Company (FHS / ein Stahlwerk der taiwanesischen Gesellschaft Formosa Plastics) hat das Gift ca. ein Kilometer vor der Küste ins Meer abgeleitet. Die Katastrophe begann in der Provinz Ha Tinh in Zentralvietnam und breitete sich anschließend auf über mehr als 200 km Küstenlinie, in die Provinzen Quang Binh, Quang Tri, Thua Thien Hue und Da Nang aus. Seitdem wurden hunderttausende (weit mehr als 115 Tonnen) von toten Fischen, an die Strände der Region gespült und zehntausende von Vietnamesen sind in Ihrer Existenz bedroht. Am 4. Mai 2016 hatte die vietnamesische Regierung ein Verbot der Fangtätigkeiten, der Verarbeitung und des Verkaufs von Meeresfrüchten angekündigt, die innerhalb von 20 Seemeilen der zentralen Provinzen Vietnams gefangen wurden. Die Katastrophe unterbrach den Lebensunterhalt der Fischer in vier Provinzen an der zentralen Küste Vietnams. Nach Angaben der lokalen Regierung von Quang Binh hatten die Fischer dieser Provinz bereits $ 5,2 Millionen verloren; darüber hinaus hat die Katastrophe auch die Tourismusbranche stark beeinträchtigt. Fast 30% Touristen haben ihre geplanten Reisen ab dem 30. April abgesagt.
(Quelle: Deutsche Welle, Wikipedia, Deutsche Stiftung Meeresschutz)

Die Mehrheit der Vietnamesen, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind, stammt aus dieser Gegend. Sie versuchen, in Deutschland Arbeit zu finden, um ihre Angehörigen zu Hause finanziell zu unterstützen und ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen, damit diese eine Perspektive bekommen.
Diese Menschen verlassen ihr Land nicht freiwillig! Sie sind durch Naturkatastrophen gezwungen, in einer anderen Gegend ihr Leben und das ihrer Familien neu zu organisieren.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Berlin, 09.11.2016 (aktiv bis 06.12.2016)


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