Auslaufgebiete für Hunde

Die Unterzeichnenden setzen sich dafür ein, die derzeitigen Regelungen zum Anleinen von Hunden dahingehend zu überarbeiten, dass in allen Stadtteilen Bremens ganzjährige Möglichkeiten zum Freilauf von Hunden geschaffen werden können, wie in anderen Großstädten der Bundesrepublik Deutschland auch.

Begründung:

Allein in der Stadtgemeinde Bremen werden ca. 12.500 Hunde gehalten; damit leben rund 25.000 Bremerinnen und Bremer mit einem Hund im Haushalt. Die Haltung von Hunden stellt eine Bereicherung für die Gesellschaft dar; zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass Hundebesitzer körperlich aktiver und gesünder als der Durchschnitt der Bevölkerung sind und mehr soziale Kontakte pflegen. Für Kinder bildet ein Hund gerade in Zeiten von Computerspielen und Internet ein wichtiges Bindeglied zur realen Welt; er motiviert zur Bewegung im Freien und hilft dabei, Sozialkompetenzen zu erwerben. Die Tiernahrung- und Zubehörindustrie stellt außerdem gerade in Bremen einen nicht unbedeutenden Arbeitsplatzfaktor dar.

Für die artgerechte Haltung von Hunden ist es tierschutzrechtlich zwingend vorgeschrieben, dass die Tiere ausreichende Möglichkeit zum Auslauf haben. Auch für die sozialverträgliche Erziehung von Hunden sind genügend Bewegung und die freie Interaktion mit Artgenossen unerlässlich. Kann ein Tier seinem Bewegungsbedürfnis nicht nachkommen, sind Fehlentwicklungen die Folge.

Nach Mitteilung des Senators für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa gibt es derzeit innerhalb des bebauten Stadtgebietes der Stadtgemeinde Bremen keine ausgewiesenen Freilaufflächen für Hunde, und nach § 7(2) des Bremischen Feldordnungsgesetzes ist es in der Zeit vom 15. März bis zum 15. Juli zudem außerhalb des bebauten Stadtgebietes untersagt, Hunde frei laufen zu lassen.

Dieses Fehlen legaler Freilaufmöglichkeiten stellt einen Verstoß gegen das in der Landesverfassung verankerte Ziel des Tierschutzes dar und verletzt das Recht von Hundehaltern an der artgemäßen Haltung ihrer Tiere. Das Interesse der Öffentlichkeit an der sozialverträglichen Erziehung und Haltung von Hunden wird hierdurch ebenfalls beeinträchtigt.

Die Bremische Bürgerschaft möge daher den Senat auffordern, die geltenden Regelungen zum Freilauf von Hunden so zu überarbeiten, dass in allen Stadtteilen Bremens ausreichende und ganzjährig nutzbare Freilaufflächen ausgewiesen werden können, wie dies in anderen Großstädten längst selbstverständlich ist.

Auch die Durchsetzung begründeter Fälle von Leinenpflicht (etwa in Naturschutzgebieten) würde deutlich erleichtert, wenn Hundebesitzer auf Alternativen hingewiesen werden könnten.

Für den Bremer Tierschutzverein:

gez. Karin Bohle Lawrenz (MdBB)

gez. Heide Neumann

gez. Jan Scotland

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Neuigkeiten

  • Auszug aus dem Bericht des Petitionsausschusses (Stadt) Nr. 1 vom 18. August 2011

    Der Ausschuss bittet, folgende Eingabe dem Senat und den Fraktionen zur
    Kenntnis zu geben:

    Eingabe Nr.: S 17/420

    Gegenstand:
    Freilaufflächen für Hunde

    Begründung:
    Die Petentin regt an, in Bremen ganzjährige Möglichkeiten zum Freilauf von Hunden
    zu schaffen. Sie trägt vor, Hunde stellten eine Bereicherung für die Gesellschaft dar.
    Für ihre artgerechte Haltung sei es zwingend notwendig, den Tieren ausreichende
    Möglichkeiten zum Auslauf zu geben. Auch für die sozialverträgliche Erziehung von
    Hunden seien genügend Bewegung und die freie Interaktion mit Artgenossen
    unerlässlich. Das Fehlen von Freilaufmöglichkeiten für Hunde verstoße gegen das in
    der Landesverfassung verankerte Ziel des Tierschutzes und verletze das Recht der
    Hundehalter auf artgemäße Haltung ihrer Tiere. Die Petition wird von 1827
    Mitzeichnern unterstützt. Im Rahmen des zur Petition eingerichteten Internetforums
    wird gerügt, dass dieses Thema erst so spät von der Politik wahrgenommen worden
    sei. Die Hundesteuer in Bremen sei sehr hoch. Ihr stehe keine Gegenleistung
    gegenüber. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass Hunde soziale Kontakte
    brauchen, um sich zu entwickeln. Diese setzten voraus, dass sie auch unangeleint
    laufen könnten. Es werden mehrere Flächen benannt, die als Freilaufflächen für
    Hunde in Betracht kommen könnten.

    Der Petitionsausschuss hat zu dem Vorbringen der Petentin Stellungnahmen des
    Senators für Inneres und Sport, der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend
    und Soziales sowie des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr eingeholt. Außerdem
    hatte die Petentin die Möglichkeit, ihr Anliegen im Rahmen der öffentlichen Beratung
    mündlich zu erläutern. Unter Berücksichtigung dessen, stellt sich das Ergebnis der
    parlamentarischen Prüfung zusammengefasst wie folgt dar:

    Nach Auffassung des Petitionsausschuss ist es sinnvoll, auch in Bremen
    Hundeauslaufflächen zu schaffen. Allerdings sind ausreichend große Flächen, die für
    einen wirklichen, artgerechten Hundeauslauf geeignet sind, kaum vorhanden. Die
    wenigen stehen in Konkurrenz zu anderen Nutzungen, wie beispielsweise Ballspiel-
    und Liegewiesen. Zudem müsste eine Hundeauslauffläche abgegrenzt und
    eingezäunt sein, damit Fußgänger oder kleine Kinder vor frei laufenden Hunden, die
    möglicherweise nicht gut gehorchen, geschützt sind. Der Pflegeaufwand dieser
    Fläche würde sich wegen der Verschmutzung mit Hundekot erhöhen. Deshalb
    erscheint es hilfreich, wenn zum Beispiel ein Verein einen konkreten Flächenwunsch
    bei den zuständigen Behörden melden würde und dieser auch die Verantwortung für
    die Pflege der Fläche mit übernehmen würde. Eine Flächenausweisung macht nur
    dann Sinn, wenn ein konkreter Bedarf angezeigt wird.

    Die im Forum genannten Flächen, die vermeintlich als Hundeauslaufflächen genutzt
    werden könnten, sind in ihrer Lageschreibung wenig präzise, so dass dazu keine
    konkrete Prüfung erfolgen konnte. Hinzuweisen ist jedoch darauf, dass in Bremen an
    fast allen Gewässerstrecken ein Anleingebot besteht. Die zugänglichen Gewässer
    sind in der Regel von Grünanlagen und/oder Badebereichen, Naturschutzgebieten

    oder Privatflächen umgeben. Auf dem ehemaligen Nordmendegelände ist eine neue
    Grünanlage vorgesehen, weil der Stadtteil Hemelingen mit Grünflächen unterversorgt
    ist. Für eine Hundeauslauffläche bleibt dann kein Raum.

    Wie die große Resonanz auf die Petition gezeigt hat, betrifft die Petition ein wichtiges
    Thema, das für das gesamte Stadtgebiet bedeutsam ist. Deshalb soll die Petition den
    Fraktionen als Material für ihre weitere Arbeit zur Verfügung gestellt werden.

    Begründung (PDF)

Pro

es ist unverständlich,das die bremer die höchsten hundesteu-ern entrichen müssen,aber für freilaufflächen wird kein gehöhr entgegengenommen. das ist ein skandal ohnegleichen. ich überlege, meinen hund in einem anderen bundesland anzu- melden.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.