Region: Bremen

S 20/172 - Schutzmaßnahmen in Kitas

Fabian Lohschelder
Petition is directed to
Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft
28 Supporters 28 in Bremen
1% from 3.900 for quorum
  1. Launched 01/02/2021
  2. Time remaining 9 days
  3. Submission
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  5. Decision

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Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Dr. Claudia Bogedan, sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte, wir, die Berufsgruppe der Erzieherinnen im Land Bremen, halten seit Beginn der Pandemie die Stellung. Wir geben alles um die Betreuung der Kinder und somit die Berufstätigkeit der Eltern zu sichern. Wir tun dies unter für uns besonders erschwerten Umständen. Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, fehlten in den meisten Einrichtungen schon vor der Pandemie etliche Fachkräfte. Aufgrund von notwendigen Schutzmaßnahmen für Kolleginnen mit Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, wie zum Beispiel „Erkrankungen, die mit einer Immunschwäche einhergehen“ (Rundschreiben des Senators für Finanzen Nr. 09/2020 vom 8. Mai 2020), wurden die Lücken in den Personaldecken vieler Einrichtungen noch größer. Wir nahmen auch diese Herausforderung an und hielten die Betreuung mit wenigen Einschränkungen auf dem Niveau von vor der Pandemie! Die hohe psychische Belastung, die mit dem Wissen einhergeht, sich am eigenen Arbeitsplatz ohne adäquaten Schutz aufgrund der Unverhältnismäßigkeit des Tragens von Mund-Nasen-Masken bei der Arbeit mit Kleinkindern mit dem Coronavirus zu infizieren und somit möglicherweise auch die eigenen Familienangehörigen in Gefahr zu bringen, macht die Situation nicht gerade erträglicher. Die Berufsgruppe der Erzieherinnen wird seit März sowohl durch die Berichterstattung der Medien als auch die Maßnahmen der Bremer Landespolitik leider immer wieder vergessen. Seit Wiederaufnahme des KiTa-Betriebes nach den Sommerferien steigen die Anforderungen von Politik und Trägern, sowie der Druck durch Eltern an pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen immer höher. Die Entwicklung der Infektionszahlen in ganz Deutschland beobachten wir mit größter Besorgnis. Auch deshalb sind die Beschlüsse der „Fünften Verordnung zur Änderung der Dreiundzwanzigsten Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 “ ein Schlag ins Gesicht für alle in Kindertageseinrichtungen Beschäftigte. Das Abgeben der Verantwortung in der Frage, welche Kinder betreut werden an die Eltern ist ein komplettes Versagen der Politik und lässt einen ganzen Berufsstand im Regen stehen. Der gut gemeinte Appell des Bürgermeisters hatte teilweise nur geringe Effekte. Wir empfinden dieses Handeln als Respektlosigkeit und meinen die Politik muss Verantwortung übernehmen! Dieses Nicht-Handeln, auch im Hinblick auf den Reaktionsstufenplan für Kindertageseinrichtungen, macht den beschlossenen Lockdown zu einer Farce, steigen doch seit Wochen die Infektionszahlen gerade in den Kindertageseinrichtungen an (bildung.bremen.de „Aktuelle Fallzahlen in Kitas und Schulen“). Die Statistiken weisen momentan zwar in den Schulen höhere Fallzahlen aus, hier wird aber auch zum Beispiel in Form von Reihentests weitaus häufiger getestet. Der Umgang der Senatorin für Bildung hiermit ist für uns erschreckend! Erneut wurden Massentests für Mitarbeitende an Schulen sowie Schülerinnen zum Ende der Weihnachtsferien zur Verfügung gestellt, wohingegen Kindergartenkinder weiterhin allenfalls wenn sie Symptome entwickeln getestet werden. Diese Ungleichbehandlung durch die uns überstehende Behörde allein auf der Grundlage der bekannten Fälle ist neben des fehlenden Respekts auch ein verantwortungsloses Handeln im Hinblick auf das momentane gesamtgesellschaftliche Infektionsgeschehen und dem Wissen über eine hohe Zahl an Erkrankungen, die ohnehin nicht nachverfolgt werden können, Stichwort Dunkelziffer. Wir Erzieher*innen erleben ein großes Gefühl von Machtlosigkeit. Auch fällt es schwer die sicherlich notwendigen Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich nachzuvollziehen, wenn wir zeitgleich in unseren Einrichtungen schutzlos zigfachen Kontakten ausgesetzt sind. Diese Doppelmoral, wonach Einschränkungen nur im Privaten gelten, in der Arbeitsstätte aber darauf gepfiffen werden kann, macht uns besonders wütend! Unter den derzeitigen Maßnahmen müssten auch in den Kindertageseinrichtungen die Kontakte stark reduziert werden! Durch welche Maßnahmen werden wir geschützt? An welcher Stelle können wir über den Schutz unserer Gesundheit entscheiden um uns dem steigenden Risiko zu entziehen? Durch den Beschluss der MPK vom 05. Januar 2021 die Maßnahmen in Kitas nicht zu verändern, ist es noch einmal umso wichtiger für unseren Schutz zu kämpfen! Auch die Anpassung ab dem 01.02.21 in Stufe 2 des Reaktionsstufenplans zu wechseln, halten wir für unzureichend schützend und unangemessen. Die notwendige Betreuung in Kindertagesstätten kann nur mit weitreichenden Schutzmaßnahmen durch die Senatorin für Kinder und Bildung gewährleistet werden. Wir fordern deshalb die genannten Maßnahmen zu unserem und damit dem Gesundheitsschutz der Gesamtgesellschaft. ...Wir fordern die Bereitstellung regelmäßiger, nicht anlassbezogenen Tests für alle Betreuenden und Betreuten. ...Wir fordern eine angemessene Anpassung des Reaktionsstufenplans wobei der Betreuungsumfang stark reduziert werden muss! Damit einhergehend eine Festlegung von Belegungsquoten, die an das Infektionsgeschehen gebunden sind und einen von der Politik konkretisierten Katalog für die Vergabe der Notdienstplätze. (Beispiel Vorschlag des Personalrats Kita Bremen vom 20.01.21.) ...Wir fordern, dass Sie dafür Sorge tragen alle Kindertageseinrichtungen schnellstmöglich mit den nötigen technischen Hilfsmitteln (Luftfilter und C02-Ampeln) zum Infektionsschutz auszustatten, dies auch sicherzustellen und in den Hygienekonzepten verbindlich zu verankern! Wir wünschen uns eine klare Positionierung gegenüber unserer Berufsgruppe, denn wir halten mit unserem Einsatz die Wirtschaft am laufen!

Thank you for your support, Fabian Lohschelder

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