Region: Bremen

S20-252 Schulbegleitung

Petitioner
Petition is directed to
Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft
255 Supporters 255 in Bremen
7% from 3.900 for quorum
  1. Launched 18/11/2021
  2. Time remaining > 4 Wochen
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision

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Die Bremer Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport plant eine Umstrukturierung der Unterstützung und Begleitung gemäß §35a SGB VIII. So sollen neuerdings auch ungelernte Kräfte im Bereich der Jugendhilfe eingesetzt werden können. Das bisherige Fachkräftegebot nach §72 SGB VIII soll damit unter dem Deckmantel des Fachkräftemangels ausgehebelt werden. Geld wird auf Kosten der Kinder und Jugendlichen gespart, die durch ihre seelische Behinderung in Schule ohnehin schon benachteiligt werden. Aktuell fordert die Bremer Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport die freien Träger der Jugendhilfe in Bremen auf Entgeltvereinbarungen einzugehen, die vorsehen, dass auch ungelernte Hilfskräfte im Bereich der Schulbegleitung eingesetzt werden. Die fadenscheinige Begründung dafür liegt im akuten Fachkräftemangel und der Ansicht der Behörde, eine fachlich unangemessene Begleitung sei besser als keine Begleitung. Bei näherer Betrachtung wird aber deutlich: Es wird Geld an der falschen Stelle gespart! Die Begleitung von Schüler:innen gemäß §35a SGB VIII ist ein besonderes Feld in der Jugendhilfe, da hier individuelle pädagogische Begleitung im Spannungsfeld zwischen Schüler:in, Klasse, Schulteam und Eltern geleistet wird. Dabei werden nicht nur angepasste Lern- und Handlungsstrukturen erarbeitet, sondern auch Bewältigungsstrategien in Krisensituationen. In akuten Krisen ist der Schutz des Kindes/Jugendlichen und der anderen Menschen in Schule vor Gefahren eine der Aufgaben einer Schulbegleitung. Besonders hier ist hohe fachliche und persönliche Kompetenz der Schulbegleitung besonders wichtig. Die Sicherstellung der fachlichen Kenntnis und des nötigen Verantwortungsbewusstseins gelingt nur über eine einschlägige pädagogische Ausbildung bzw. ein pädagogisches Studium mit nicht nur hohen theoretischen, sondern auch praktischen Anteilen. Statt die Ausbildung von Fachkräften – auch in Zusammenarbeit mit den Trägern der Landesarbeitsgemeinschaft – zu fördern wird auf weitere Abwertung der Qualität der pädagogischen Begleitung von Kindern gesetzt. Eltern müssen sich sicher sein können, dass ihr Kind in der Schule die bestmögliche und angemessene Unterstützung zur Teilhabe erhält, die es bekommen kann. Die Begleitung durch ungelernte Hilfskräfte kann den hohen Erfordernissen und der Verantwortung dieser Tätigkeit nicht nur nicht gerecht werden, sondern stellt womöglich selbst eine Gefahr für die Kinder als auch die Schulbegleitung selbst dar. Ebenso kann es nicht im Interesse der Schulen und Lehrkräfte sein, mögliche Unzulänglichkeiten der Schulbegleitung dauerhaft ausgleichen zu müssen. Schon jetzt gibt es einen akuten Mangel an Lehrer:innen an Bremer Schulen. Weitere Aufgaben auf den Schultern des Lehrer*innenkollegiums abzuladen kann nicht die Lösung sein! So wird Inklusion nicht nur zum Sparkonzept, sondern verletzt auch die Rechte und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen. Wir fordern: - Umsetzung des gesetzlichen Fachkräftegebotes (§72 SGB VIII) in der Jugendhilfe - Förderung der Ausbildung von Fachkräften - Möglichkeiten zur berufsbegleitenden Nachqualifizierung - Nicht bei den Schwächsten der Gesellschaft zu sparen - Kein gegeneinander Ausspielen von Fachkräftemangel und Hilfebedarf - Keine Abwertung sozialer Arbeit

Not yet a PRO argument.

No CONTRA argument yet.

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