Region: Germany
Culture

Schluss mit dem Missbrauch des Nazi- und Faschismusbegriffes in der politischen Auseinandersetzung!

Petition is directed to
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
6.244 Supporters 6.105 in Germany
12% from 50.000 for quorum
  1. Launched 18/02/2020
  2. Collection yet 5 weeks
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Vor dem Hintergrund der furchtbaren Verbrechen der Nationalsozialisten fordern wir die im Bundestag vertretenen Parteien auf, die Verwendung des Nazi- und Faschismusbegriffes in der politischen Auseinandersetzung zu unterlassen. Den politischen Gegner mit solchen Zuschreibungen zu attackieren, läuft auf eine geschichtsverfälschende Verharmlosung des Holocaust und des Nazi-Terrors hinaus und beschädigt unsere Demokratie nachhaltig.

Die Erstunterzeichner: Vera Lengsfeld Henryk M. Broder Monika Maron Cora Stephan Max Otte Alexander Wendt Egon Flaig Matthias Matussek Frank Böckelmann Till Kinzel Thorsten Hinz Dieter Stein Michael Klonovsky Matthias Moosdorf Ulrich Vosgerau Uwe Steimle Uwe Dziuballa Rafael Korenzecher Angelika Barbe

Reason

In einer Demokratie, wie sie das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland konstituiert, sind alle wichtigen Fragen normalerweise hochumstritten.

Die Demokratie kennt keine homogene Volksgemeinschaft, deren Geschlossenheit durch die ständige Wiederholung angeblich allgemeingültiger Parolen bewirkt und eingeübt werden müsste. In einer offenen Gesellschaft ist vielmehr jedes Individuum berufen, sich seinen je eigenen Reim auf die Ereignisse der Zeit zu machen, sich über die unterschiedlichen politisch vertretenen Lösungsansätze für vorhandene Probleme im Geiste der Meinungsvielfalt ohne jede Zensur oder staatliche Beeinflussung zu unterrichten und jederzeit seine eigenen Ansichten zu äußern – ohne Furcht vor staatlicher Verfolgung, „zivilgesellschaftlicher“ Gewalt und medial organisierter oder jedenfalls vermittelter Verfolgung Andersdenkender.

Gegenwärtig sind in Deutschland eminente politische Fragen wie etwa die nach den Grundsätzen einer klugen, auch an deutschen Interessen orientierten Einwanderungs-, Asyl- und Grenzschutzpolitik oder nach dem Intensitäts- und Vertiefungsgrad der europäischen Integration Gegenstand massiver politischer Auseinandersetzungen unter den Bürgern unseres Landes wie auch der politischen Parteien.

In diesem Zusammenhang fällt uns auf, dass die Bezeichnung einzelner Bürger und Politiker als „Faschisten“ oder als „Nazis“ zum alltäglichen und nachgerade standardmäßigen Mittel der politischen Auseinandersetzung geworden ist. Mit solchen Bezeichnungen werden Bürger gebrandmarkt, die weder Straftaten begangen noch geplant noch gutgeheißen haben, sondern denen allein zum Vorwurf gemacht wird, zu politischen Gegenwartsfragen eine andere Ansicht zu vertreten als ihre Verleumder.

Wir halten die Verwendung dieser Begriffe unter den heutigen Bedingungen für geschichtsvergessen und zynisch. Die evident unsinnige Behauptung ideologischer Kontinuitäten zwischen der nationalsozialistischen Judenverfolgung und der heutigen Diskussion über mögliche Reformen in der Asylpolitik nach dem Vorbild anderer westlicher Staaten bedeutet eine offensichtliche Verharmlosung der seinerzeit von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen und eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus. Das muss endlich aufhören!

Diskursteilnehmer, die Mitbürgern gegenüber derart maßlose Anwürfe gebrauchen, tun das, was sie der Gegenseite vorwerfen: Sie spalten die Gesellschaft und verhindern eine Debatte auf der Grundlage von belastbaren Sachargumenten.

Deshalb diese Petition!

P.S. Es wird etwa zeitgleich eine gleichlautende Petition auf der Seite des Deutschen Bundestages beantragt. Über deren Veröffentlichung entscheidet der Petitionsausschuss. Bitte zeichnen Sie nach der erfolgten Veröffentlichung auch dort. Vielen Dank!

Thank you for your support, Vera Lengsfeld from 13187 Berlin
Question to the initiator

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News

Das politische Establishment, die Medien und Teile der sogenannten "Zivilgesellschaft" verabschieden sich immer weiter aus dem demokratischen Diskurs. Sie nennen sich "Demokraten", kriminalisieren jedoch gleichzeitig andere Meinungen, erkennen demokratische Wahlen nicht an, verunglimpfen die demokratische Opposition - und damit Millionen von Mitbürgern, die diese Opposition demokratisch gewählt haben. So kann und darf es in einer Demokratie nicht weitergehen. Ohne Diskurs auf Augenhöhe funktioniert eine Demokratie nicht.

Wer sich sich die vermeintlich illustre Liste der Erstunterzeichner ansieht, wundert sich: Zunächst bleibt offen, wie denn ein missliebiger Sprachgebrauch vom Bundestag beeinflusst werden soll. Viel schwerer wiegt die absurde Gleichsetzung zwischen Tätern des Holocaust und denen, die sich -jedenfalls noch - auf üble Hetze beschränken. Es ist absolut nichts dagegen einzuwenden, Hetzer mit deutlichen Begriffen zu belegen. Der Wunsch nach milderen Begriffen klingt wie der Wunsch des Wolfes, der einen Schafspelz möchte!

Why people sign

  • 20 hours ago

    Jeder hat das Recht auf seine Meinung! Die Menschenwürde ist unantastbar!

  • 2 days ago

    Selbstredend, es ist geschmacklos das millionenfache Leid für 'Diffamierungen' heute von Personen oder Situationen zu benutzen. Die Ausdrücke wie Nazi etc. werden so abgenutzt und verharmlost.

  • 6 days ago

    Es muss eine klare Abgrenzung zwischen Positionen in der heutigen Politik, ob wir sie nun teilen ode nicht und dem Begriff Faschismus geben. Dieser Meinung schließe ich mich an.

  • 6 days ago

    Politik sollte um Belange der Bürger gehen, außerdem verliert der Begriff an Schärfe in seiner wahren Bedeutung, wenn man ihn verwendet, um Menschen mit anderen Ansichten oder Meinungen oder politische Gegner zu diskreditieren. Unterschiedliche politische Positionen sollten sich mit guten Argumenten in einer sachlichen Diskussion wiederfinden, alles andere ist unprofessionell.

  • 7 days ago

    Vergangenheit ist Vergangenheit. Man hat das Recht auf freie Meinungsäußerung, nur so kann man einen vernünftigen Diskurs führen. Dazu zählt auch, wenn man eine abweichende Meinung hat.

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