Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Autofahrer nicht länger benachteiligen – für faire Verkehrspolitik und bezahlbare Mobilität
In vielen Städten verschwinden Parkplätze, Fahrspuren werden reduziert und Straßen umgebaut. Gleichzeitig steigen die Kosten für das Auto. Für viele Menschen bleibt es unverzichtbar: für Arbeit, Familie, Einkäufe oder Arztbesuche. Wir fordern eine Verkehrspolitik, die alle Verkehrsteilnehmer ernst nimmt und Entscheidungen nach Bedarf, Sicherheit, Kosten und wirtschaftlichen Folgen trifft. Bürger sollten erfahren, warum eine Maßnahme beschlossen wird, welche Alternativen geprüft wurden und wer die Folgen trägt.
- Sichere Radwege – aber mit Augenmaß
Radfahrende benötigen sichere Wege. Doch wenn komplette Autospuren entfallen, muss geprüft werden, ob die Umgestaltung vor Ort sinnvoll und verhältnismäßig ist. Entscheidend sind heutige Nutzerzahlen, künftig erwartete Nutzung und mögliche Sicherheitsgewinne. Verkehrszählungen, Bau- und Unterhaltungskosten sowie Folgen für Staus, Anwohner und Gewerbe sollten vorab offengelegt werden. Eine Förderung des Radverkehrs darf andere Verkehrsteilnehmer nicht unangemessen belasten.
- Autofahren muss bezahlbar bleiben
Kfz-Steuer, Versicherungen, Kraftstoff oder Ladestrom, Reparaturen, Wartung und Parkgebühren belasten viele Haushalte. Besonders betroffen sind Pendler, Familien, ältere Menschen und Personen ohne zumutbare Alternative zum Auto. Wer beruflich auf ein Fahrzeug angewiesen ist, kann nicht einfach umsteigen. Deshalb müssen finanzielle Folgen neuer Maßnahmen transparent geprüft und unnötige Belastungen vermieden werden.
- Unfallverantwortung fair klären
Bei Unfällen müssen tatsächliche Ursachen entscheiden, nicht pauschale Vorwürfe gegen Auto- oder Fahrradfahrer. Auch Radfahrende können durch Missachtung von Ampeln, falsche Fahrtrichtung oder riskante Manöver Unfälle verursachen. Ebenso müssen Autofahrende ihre besondere Verantwortung gegenüber ungeschützten Verkehrsteilnehmern wahrnehmen. Laut Statistischem Bundesamt waren Radfahrende 2025 bei 28,6 % der Fahrradunfälle mit Personenschaden und weiteren Beteiligten hauptverantwortlich; bei Unfällen mit Autos lag der Anteil bei 25,3 %. Wir fordern sorgfältige Unfallaufklärung und gleiche Anwendung der Verkehrsregeln.
- Fahrradkennzeichen ergebnisoffen prüfen
Eine Kennzeichnung oder Registrierung von Fahrrädern könnte helfen, Beteiligte bei Unfallflucht oder Verkehrsverstößen leichter zu ermitteln. Ob sie wirkt, muss sorgfältig geprüft werden: Kosten, Verwaltungsaufwand, Datenschutz, Durchsetzbarkeit und Alternativen sind zu berücksichtigen. Ein Kennzeichen beweist weder, wer gefahren ist, noch wer Schuld an einem Unfall trägt. Entscheidend ist ein belegbarer Nutzen für die Sicherheit und Aufklärung.
- Wirtschaft und Arbeitsplätze berücksichtigen
Deutschland ist ein bedeutender Automobilstandort. Hersteller, Zulieferer, Werkstätten, Handel, Handwerk und Logistik sind wichtige Arbeitgeber. Laut Statistischem Bundesamt beschäftigte die Automobilindustrie Ende Juni 2026 rund 691.500 Menschen, etwa 42.300 weniger als ein Jahr zuvor. Der Stellenabbau hat vielfältige Ursachen und ist kein Beleg dafür, dass Radwege Arbeitsplätze kosten. Trotzdem muss Verkehrspolitik berücksichtigen, wie sich steigende Mobilitätskosten, schlechte Erreichbarkeit oder neue Verkehrsführungen auf Unternehmen, Beschäftigte und Kunden auswirken. Umwelt- und Klimaziele, wirtschaftliche Stärke und bezahlbare Mobilität gehören zusammen.
- Ein funktionierendes Verkehrsnetz für alle
Auto-, Rad-, Fuß- und öffentlicher Verkehr müssen sinnvoll zusammenwirken. Was an einer Straße sinnvoll ist, kann anderswo Nachteile haben. Anwohner, Pendler, Menschen mit Behinderungen, Lieferdienste und Gewerbetreibende brauchen verlässliche Wege und erreichbare Ziele. Umbauten sollten deshalb auf lokalen Daten beruhen. Betroffene müssen frühzeitig informiert werden und ihre Erfahrungen einbringen können.
Unsere sieben Forderungen
- Fahrspuren und Parkplätze nicht ohne Prüfung der Folgen streichen.
- Vor Umbauten Bedarf, Verkehrssicherheit, Kosten und Nutzen transparent untersuchen.
- Autofahren bezahlbar halten und Menschen ohne Alternative berücksichtigen.
- Unfälle sachlich aufklären und Verkehrsregeln für alle durchsetzen.
- Fahrradkennzeichen auf Nutzen, Kosten und Datenschutz prüfen.
- Auswirkungen auf Betriebe, Handel, Arbeitsplätze und Erreichbarkeit berücksichtigen.
- Bürger frühzeitig informieren und an Entscheidungen beteiligen.
Unser Appell
Wir sind nicht gegen Fahrradfahrer oder sichere Radwege. Wir sind für gegenseitige Rücksichtnahme und eine Politik, die Interessen fair abwägt. Autofahrer dürfen nicht immer neue Einschränkungen und Kosten hinnehmen müssen, ohne dass die Notwendigkeit nachvollziehbar begründet wird. Mobilität bedeutet für viele Menschen Freiheit, Teilhabe und die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Für faire Verkehrspolitik, bezahlbare Mobilität, sichere Wege und eine starke Wirtschaft!
Begründung
Warum mir diese Petition persönlich wichtig ist
Ich habe zunehmend das Gefühl, dass die Interessen der Autofahrer bei politischen Entscheidungen nicht mehr ausreichend berücksichtigt werden.
Immer wieder werden Parkplätze gestrichen, Fahrspuren reduziert und Straßen zugunsten des Fahrradverkehrs umgestaltet. Gleichzeitig steigen die Kosten für das Autofahren.
Mich beschäftigt besonders die Frage, ob bei solchen Entscheidungen der tatsächliche Bedarf, die Anzahl der Nutzer und die wirtschaftlichen Folgen ausreichend berücksichtigt werden.
Ich bin ausdrücklich nicht gegen Fahrradfahrer oder sichere Fahrradwege. Aber ich finde, dass eine gerechte Verkehrspolitik alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigen muss.
Für viele Menschen ist das Auto unverzichtbar. Sie benötigen es für den Arbeitsweg, die Familie, Einkäufe oder aus gesundheitlichen Gründen. Nicht jeder kann einfach auf das Fahrrad umsteigen.
Besonders kritisch sehe ich es, wenn ganze Fahrspuren für Fahrradwege wegfallen, ohne dass für die Bürger nachvollziehbar ist, wie viele Radfahrer diese tatsächlich nutzen und welche Kosten dadurch entstehen.
Auch bei Verkehrsunfällen wünsche ich mir eine faire Betrachtung. Nicht immer sind Autofahrer die Verursacher. Jeder Verkehrsteilnehmer muss Verantwortung für sein Verhalten übernehmen. Deshalb sollte auch geprüft werden, ob eine Kennzeichnung von Fahrrädern bei der Aufklärung von Unfallflucht und Verkehrsverstößen helfen könnte.
Ein weiteres wichtiges Anliegen ist für mich die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands.
Unsere Automobilindustrie ist ein bedeutender Arbeitgeber. Wenn wir über Einschränkungen des Autoverkehrs sprechen, sollten wir auch die Auswirkungen auf Unternehmen, Pendler, Handel und Arbeitsplätze berücksichtigen. Die Ursachen des Arbeitsplatzabbaus in der Automobilindustrie sind vielfältig, dennoch gehört die wirtschaftliche Bedeutung des Autos in diese Diskussion.
Ich möchte mit dieser Petition nicht Autofahrer und Fahrradfahrer gegeneinander ausspielen.
Ich möchte erreichen, dass Verkehrsentscheidungen nachvollziehbar, verhältnismäßig und wirtschaftlich sinnvoll getroffen werden.
Denn eine gerechte Verkehrspolitik muss die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen.
Zahlen und Quellen, die mein Anliegen unterstützen
1. Die Kosten für Autofahrer sind deutlich gestiegen.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Preise für Waren und Dienstleistungen rund ums Auto im Jahr 2025 um 31,2 % höher als 2020. Die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 21,9 %.
Quelle: "Statistisches Bundesamt – Preise rund ums Autofahren, April 2026" (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_N022_61.html)
2. Das Auto spielt weiterhin eine große Rolle im Alltag.
Laut der bundesweiten Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ wurden 40 % aller Wege als Autofahrer und weitere 13 % als Mitfahrer zurückgelegt. Auf das Fahrrad entfielen 11 % der Wege.
Diese bundesweiten Zahlen ersetzen allerdings keine örtlichen Verkehrszählungen.
Quelle: "Mobilität in Deutschland 2023 – Kurzbericht" (https://www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/MiD2023_Kurzbericht.pdf)
3. Auch Fahrradfahrer verursachen Verkehrsunfälle.
Laut Statistischem Bundesamt trugen Radfahrer im Jahr 2025 bei 28,6 % der Fahrradunfälle mit Personenschaden und weiteren Unfallbeteiligten die Hauptschuld. Bei Unfällen mit Autos waren es 25,3 %.
Quelle: "Statistisches Bundesamt – Fahrradunfälle 2025" (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_N025_461.html)
4. Die Automobilindustrie verliert Arbeitsplätze.
Ende Juni 2026 arbeiteten in der deutschen Automobilindustrie rund 691.500 Menschen. Das waren 42.300 weniger als ein Jahr zuvor. Diese Zahlen belegen den Beschäftigungsrückgang, nicht jedoch einen ursächlichen Zusammenhang mit Radwegen oder lokalen Verkehrsbeschränkungen.
Quelle: "Statistisches Bundesamt – Stellenabbau in der Automobilindustrie, August 2026" (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26_N057_42.html)
Mein abschließender Wunsch:
Ich wünsche mir eine Politik, die Menschen nicht nach ihrem Verkehrsmittel beurteilt, sondern ihre Bedürfnisse ernst nimmt.
Autofahrer dürfen nicht vergessen werden.
Mobilität muss bezahlbar bleiben, Verkehrsregeln müssen für alle gelten und wirtschaftliche Vernunft muss Bestandteil jeder Verkehrsplanung sein.
ja und das sofort.