Debatte
Es kann nicht sein, das Tiere, die transportiert werden, mehr Schutzrechte bei Hitze als Schüler genießen.
Noch kein CONTRA Argument.
Petition richtet sich an: Landtag von Baden-Württemberg (Petitionsausschuss)
Immer häufiger wird der Schulalltag in Baden-Württemberg von extremen Temperaturen geprägt. Klassenräume heizen sich auf über 30 °C auf, konzentriertes Lernen wird zur Herausforderung und dennoch finden Unterricht, Klausuren und Leistungsnachweise häufig wie gewohnt statt. Während Hitzewellen infolge des Klimawandels zunehmen, orientieren sich die Hitzefrei-Empfehlungen des Landes noch immer an einer Bekanntmachung aus dem Jahr 1975.
Derzeit plant Kultusminister Andreas Jung eine Reform der Hitzefrei-Regelungen in Baden-Württemberg. Darin sehen wir die Chance, die bestehenden Empfehlungen an die heutigen klimatischen Bedingungen anzupassen und SchülerInnen künftig besser vor den Folgen extremer Hitze zu schützen.
Wir fordern die Landesregierung Baden-Württemberg und das Kultusministerium auf, die angekündigte Reform für einen zeitgemäßen und verbindlichen Hitzeschutz an Schulen zu nutzen.
Wir fordern:
Extreme Hitze beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit von SchülerInnen. Hohe Temperaturen können Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung deutlich verschlechtern. Gleichzeitig steigt das Risiko für gesundheitliche Beschwerden wie Schwindel, Erschöpfung oder Kreislaufprobleme.
Unter diesen Bedingungen ist regulärer Präsenzunterricht in Klassenzimmern mit über 30 °C weder gesundheitlich vertretbar noch pädagogisch sinnvoll. Die hohen Temperaturen verhindern effektives Lernen und gefährden gleichzeitig das Wohlbefinden der SchülerInnen. Deshalb sollte ab einer Raumtemperatur von 30 °C kein regulärer Präsenzunterricht mehr stattfinden.
Die derzeitigen Hitzefrei-Empfehlungen werden den heutigen klimatischen Bedingungen nicht mehr gerecht. Noch immer orientieren sie sich unter anderem an der Außentemperatur. Entscheidend für die Belastung im Unterricht ist jedoch die tatsächliche Temperatur im Klassenraum. Sie wird unter anderem durch Sonneneinstrahlung, Gebäudebeschaffenheit, Lüftungsmöglichkeiten und die Anzahl der Personen im Raum beeinflusst. Dadurch können sich Klassenräume trotz gleicher Außentemperatur sehr unterschiedlich aufheizen. Eine Orientierung allein an der Außentemperatur bildet die tatsächlichen Lernbedingungen daher nicht zuverlässig ab.
Hinzu kommt, dass sich viele Schulgebäude in ihrem baulichen Zustand erheblich unterscheiden. Moderne Schulgebäude bleiben häufig kühler als ältere Gebäude. Trotzdem gelten für alle SchülerInnen dieselben Leistungsanforderungen. Um möglichst vergleichbare Lern- und Prüfungsbedingungen zu schaffen, sollte sich die Entscheidung über Hitzemaßnahmen deshalb an der tatsächlichen Raumtemperatur orientieren.
Gleichzeitig braucht es verbindliche landesweite Hitzeschutzmaßnahmen. Der Schutz von SchülerInnen darf nicht davon abhängen, welche Schule sie besuchen oder wie ihre Schulleitung im Einzelfall entscheidet. Schulen sollten deshalb verpflichtet werden, ab bestimmten Raumtemperaturen geeignete Maßnahmen zur Verringerung der Hitzebelastung zu ergreifen, beispielsweise durch Ventilatoren, Verschattungsmaßnahmen, Raumwechsel oder angepasste Stundenpläne.
Darüber hinaus sollten die gymnasiale Oberstufe und berufliche Schulen ausdrücklich in die Hitzefrei-Regelungen einbezogen werden. Hitze wirkt sich unabhängig von Alter oder Schulart auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit aus. Gerade in der gymnasialen Oberstufe und an beruflichen Schulen werden regelmäßig Klausuren geschrieben und andere Leistungsnachweise erbracht, deren Ergebnisse unmittelbar in die Abschluss- oder Abiturnote einfließen. Ein pauschaler Ausschluss dieser Schularten ist daher weder gesundheitlich noch pädagogisch nachvollziehbar.
Die angekündigte Reform der Hitzefrei-Regelungen bietet jetzt die Chance, den Hitzeschutz an Baden-Württembergs Schulen an die heutigen klimatischen Bedingungen anzupassen. SchülerInnen haben ein Recht auf gesunde, sichere und faire Lernbedingungen - auch an heißen Tagen.
Wir bitten die Landesregierung und das Kultusministerium daher eindringlich, die angekündigte Reform der Hitzefrei-Regelungen durchzuführen, unsere Forderungen zu berücksichtigen und im nächsten Schuljahr 2026/2027 umzusetzen sowie den Schutz der SchülerInnen in den Mittelpunkt der Neuregelung zu stellen.
Mit Ihrer Unterschrift unterstützen Sie dieses Anliegen und helfen dabei, ein starkes Zeichen für einen zeitgemäßen Hitzeschutz an unseren Schulen zu setzen!
Quellen:
Petition gestartet:
17.07.2026
Sammlung endet:
16.01.2027
Region:
Baden-Württemberg
Kategorie:
Bildung
Es kann nicht sein, das Tiere, die transportiert werden, mehr Schutzrechte bei Hitze als Schüler genießen.
Noch kein CONTRA Argument.
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Weil es viel zu warm ist in den Gebäuden