Schützt die Fledermäuse im Wald und Lebensraum an der ehemaligen B202-Abfahrt in Osterrönfeld!

Petition is addressed to
Gemeindevertreter und Bürgermeister Hans-Georg Volquardts

215 Signatures

Collection finished

215 Signatures

Collection finished

  1. Launched 23/01/2026
  2. Collection finished
  3. Prepare submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision

Petition addressed to: Gemeindevertreter und Bürgermeister Hans-Georg Volquardts

Diese Petition ist zeitkritisch: Bereits am 28. Januar 2026 soll die Gemeindevertretung über die Rodung entscheiden, die Rodung des Waldes ist bereits ab dem 29. Januar vorgesehen.

Wir brauchen Ihre Unterstützung jetzt, bevor unumkehrbare Fakten geschaffen werden.

Wir fordern, dass die geplante Rodung des Waldes an der ehemaligen B202-Abfahrt sofort gestoppt wird.

Bevor einer der wenigen noch existierenden Waldstücke Osterrönfelds gefällt wird, müssen alle realistischen Alternativstandorte ernsthaft, gleichrangig und transparent geprüft werden. Der Schutz von Tieren wie Fledermäusen, Brutvögeln und dem streng geschützten Kammmolch muss verbindlich sichergestellt sein. Zudem dürfen Ausgleichsflächen nicht nur geplant, sondern müssen tatsächlich hergestellt, funktionsfähig und für die betroffenen Arten erreichbar sein, bevor ein Eingriff erfolgt.
Ein Wald darf nicht unter massivem Zeitdruck gerodet werden, nur um schneller bauen zu können – insbesondere dann nicht, wenn der Standort laut Gutachten lediglich als „bedingt geeignet“ eingestuft wird und bessere Alternativen vorhanden sind. Zeitliche Zwänge dürfen keine Ersatzbegründung für unumkehrbare Eingriffe in Natur und Landschaft sein.

Die derzeit geplante Vorgehensweise bedeutet, dass ein funktionierender Lebensraum sofort zerstört, der Ausgleich jedoch zeitlich verzögert, räumlich weit entfernt und ökologisch nicht gleichwertig umgesetzt wird. Der Hauptausgleich ist in Nordfriesland bei Husum vorgesehen und steht den betroffenen Tierarten in Osterrönfeld faktisch nicht zur Verfügung. Die geplante Ausgleichsfläche im Gemeindegebiet liegt zudem 2km entfernt in einem bestehenden FFH-Auenökosystem an der Wehrau, das ein völlig anderes Naturgefüge aufweist. Ein solches Gebiet kann einen gewachsenen Waldstandort weder kurzfristig noch funktional ersetzen.

Darüber hinaus bringt die Standortwahl an der B202 erhebliche zusätzliche Belastungen für die Gemeinde mit sich, lange bevor ein Feuerwehrgebäude überhaupt errichtet wird. Umfangreiche Erdarbeiten, Bodenaustausch und Geländemodellierungen erfordern zahlreiche LKW-Fahrten durch das Ortsgebiet. Dies bedeutet über Monate hinweg Lärm, Staub, Verkehrsbelastung und mögliche Straßenschäden, die letztlich von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Diese Belastungen und Kosten wären bei der Nutzung bereits erschlossener Flächen weitgehend vermeidbar.

Auch der Wasserhaushalt wird erheblich beeinträchtigt: Der bestehende Wald speichert Niederschläge, verzögert Abfluss und puffert Starkregenereignisse. Seine Rodung verschärft Probleme mit Sicker- und Oberflächenwasser, die laut Unterlagen bereits heute als Herausforderung gelten und nur durch technisch aufwendige und kostenintensive Maßnahmen kompensiert werden sollen.

Wir fordern daher eine Entscheidung, die Natur- und Artenschutz, Wasserhaushalt, Kosten, Verkehrsbelastung, Sicherheit, Lebensqualität und die langfristige Entwicklung Osterrönfelds gleichermaßen berücksichtigt. Eine Lösung, die auf Zeitdruck basiert, ökologische Schäden verursacht und vermeidbare Mehrkosten erzeugt, wird dieser Verantwortung nicht gerecht.

Reason

Wir wenden uns mit dieser Petition an die Gemeindevertretung Osterrönfeld, weil wir große Sorge um den geplanten Standort des Feuerwehrneubaus an der ehemaligen B202-Abfahrt haben. Es geht dabei nicht gegen die Feuerwehr – ein Neubau ist notwendig und unstrittig. Es geht darum, wo gebaut wird und welche Folgen diese Entscheidung für Natur, Tiere und unseren Ort hat.

Nach eigenen Messungen vor Ort weisen zahlreiche Bäume Stammdurchmesser von über 40 cm auf. Es handelt sich um einen gewachsenen Wald, der wichtige Funktionen erfüllt: Er speichert Wasser, kühlt die Umgebung, dämpft den Lärm der B202 und des angrenzenden Gewerbegebietes und ist Lebensraum für viele Tierarten.

Der Artenschutzbericht bestätigt, dass das Gebiet von geschützten Arten genutzt wird – darunter Fledermäuse, Brutvögel und der streng geschützte Kammmolch. Besonders betroffen machen uns die Fledermäuse: Auch wenn der Wald nicht eindeutig als Schlafquartier einzuordnen ist, dient er als zentrales Jagdrevier. Kleine Fledermausarten können ihre Nahrungsgebiete nicht einfach mehrere Kilometer verlagern. Wenn dieser Wald fällt, verlieren sie ihre Nahrungsgrundlage sofort und unwiederbringlich.

Besonders problematisch ist, dass die Rodung unter massivem Zeitdruck erfolgen soll (Beschluss der Gemeindevertretung am 28. Januar, Rodungsbeginn bereits am 29. Januar), ohne dass eine ausreichende aktuelle Prüfung der tatsächlichen Tier­vorkommen bis Ende Februar erfolgen kann. Dies geschieht, obwohl der Standort laut Gutachten nur „bedingt geeignet“ ist und geeignete Alternativen vorhanden sind.

Hinzu kommt ein zentraler Punkt: Die vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen können zeitlich nicht gleichzeitig mit der Rodung umgesetzt werden. Planung, Beauftragung und Umsetzung unterliegen organisatorischen und rechtlichen Vorgaben und sind innerhalb weniger Tage realistisch nicht möglich. Es entsteht eine zeitliche Lücke, in der Lebensräume zerstört werden, ohne dass funktionale Ersatzlebensräume vorhanden sind. Für standorttreue Tierarten bedeutet dies ein hohes Risiko für den Verlust lokaler, teils streng geschützter Populationen.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Hauptausgleichswald in Nordfriesland bei Husum vorgesehen ist und damit weit außerhalb des betroffenen Naturraums liegt. Dieser Ausgleich steht den betroffenen Tierarten in Osterrönfeld faktisch nicht zur Verfügung.

Die geplante Ausgleichsfläche innerhalb Osterrönfelds liegt zudem in einem bereits geschützten FFH-Gebiet an der Wehrau und stellt ein völlig anderes Ökosystem dar. Ein Auen- und Bachsystem soll dort teilweise in Gehölzstrukturen umgewandelt werden. Ob dies ökologisch sinnvoll ist und einen gleichwertigen Ersatz für einen Wald darstellt, ist fachlich höchst zweifelhaft.

Ein Ausgleich, der räumlich weit entfernt, ökologisch nicht vergleichbar und zeitlich deutlich verzögert ist, kann den Verlust eines funktionierenden Lebensraums nicht kompensieren.

Diese Petition ist wichtig,

  • weil ein gefällter Wald nicht zurückkommt,
  • weil Zeitdruck keine sorgfältige Abwägung ersetzt,
  • und weil wir überzeugt sind, dass Osterrönfeld Lösungen finden kann, die Feuerwehr, Sicherheit, Natur und Lebensqualität gleichermaßen berücksichtigen.

Grundlagen unserer Angaben:
Artenschutzbericht und Umweltunterlagen zur Bauleitplanung sowie Standortbewertungen der Gemeinde (öffentlich einsehbar im Ratsinformationssystem, Gesamtdokument zur Gemeindevertretersitzung am 28. Januar, Tagesordnungspunkt 8).
Auf Google Maps ist das Waldstück gut zu erkennen.

Die rechtliche Grundlage bilden das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und die FFH-Richtlinie der Europäischen Union. Sie verpflichten dazu, geschützte Arten und ihre Lebensräume zu bewahren und Verschlechterungen zu vermeiden – unabhängig von Zeitdruck oder Bauabsichten. Ein Ausgleich muss zeitlich wirksam und ökologisch funktional sein; Lebensräume, die sofort zerstört werden, können nicht durch Maßnahmen ersetzt werden, die erst Jahre später wirken.

Thank you so much for your support, Hansjörg Witt, Osterrönfeld
Question to the initiator

Share petition

Image with QR code

Tear-off stub with QR code

download (PDF)

Petition details

Petition started: 01/23/2026
Collection ends: 01/29/2026
Region: Osterrönfeld
Topic: Animal rights

News

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    gestern Abend hat die Gemeindevertretung über die Planungen zum neuen Feuerwehrstandort an der ehemaligen B202-Abfahrt entschieden.

    Alle im Verfahren eingegangenen Stellungnahmen wurden in der Sitzung durch das Planungsbüro vorgestellt und bewertet. Trotz der vorgebrachten Argumente und Hinweise hat sich die Mehrheit der Gemeindevertretung nicht für eine Änderung der Planung entschieden.

    Das bedeutet:
    Die Rodung der Fläche wird erfolgen.
    Der neue Feuerwehrstandort wird an diesem Ort gebaut.

    Als Ergebnis der Diskussion wurde zugesagt, dass vor der Rodung eine zusätzliche Prüfung der Bäume auf Fledermausvorkommen erfolgt. Sollten dabei Tiere oder Quartiere festgestellt werden, ist vorgesehen, diese durch Fachbiolog:innen fachgerecht umzusetzen. An der grundsätzlichen Entscheidung zur Rodung ändert das jedoch nichts.

    Wir möchten offen sagen:
    Wir haben unser Ziel, die Rodung dieser Fläche zu verhindern, nicht erreicht.

    Gleichzeitig war die Petition wichtig:
    Sie hat Aufmerksamkeit geschaffen, Fragen öffentlich gemacht und dafür gesorgt, dass Umweltaspekte nicht vollständig ausgeblendet wurden. Dass nun zumindest zusätzliche artenschutzrechtliche Prüfungen zugesagt wurden, ist auch dem öffentlichen Druck zu verdanken.

    Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern herzlich für ihr Engagement, ihre Zeit und ihre Stimme. Auch wenn das Ergebnis schmerzt, bleibt der Einsatz für Umwelt, Transparenz und verantwortungsvolle Entscheidungen wichtig.

Help us to strengthen citizen participation. We want to support your petition to get the attention it deserves while remaining an independent platform.

Donate now