Petition richtet sich an:
Oberbürgermeister Frank Mentrup
Wir fordern, dass die Stelle der Schulsozialarbeit an der Waldschule Neureut zur Wiederbesetzung freigegeben wird.
Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen für den Kinderschutz und die Bildungsgerechtigkeit in Karlsruhe setzen.
Einsparungen an unseren schwächsten Gesellschaftsmitgliedern – den Kindern – sparen kein Geld, sondern verlagern Probleme und multiplizieren zukünftig anfallende Kosten. Die Waldschule Neureut benötigt gerade nach den schweren Schicksalsschlägen der letzten beiden Jahre eine lückenlose Fortführung der Schulsozialarbeit.
Begründung
Pädagogische Folgen und Gefährdung des Kinderschutzes:
Ansteigender Beratungsbedarf:
In der Waldschule gab es in den letzten Jahren einen kontinuierlich steigenden Beratungsbedarf. Die Schulsozialarbeit bietet eine niedrigschwellige Ansprechstelle sowohl für Kinder als auch für deren Eltern.
Ausfall der Primärprävention:
An der Waldschule haben die Zahlen für Kinder mit psychiatrischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten stetig zugenommen. Auch gibt es einzelne Fälle von Schulabsentismus. Wie sollen zukünftige Jugendliche fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden, wenn bereits in der Grundschule die Präventionsarbeit nicht stattfinden kann?
Schwächung des Kinderschutzes:
Die Schulsozialarbeit war die Ansprechperson für Lehrkräfte bei Fragen zum Kindeswohl. Es ist ein unlösbarer Widerspruch, Schutzkonzepte seitens der Schulen einzufordern, gleichzeitig aber die personellen Säulen dafür einzusparen. Kinderschutz darf kein Spielball von Sparmaßnahmen sein.
Fehlende Krisenintervention:
An der Waldschule gibt es den traurigen Sonderfall, dass zwei Schüler innerhalb der letzten beiden Jahre sehr plötzlich verstorben sind. Dieser Verlust und die damit verbundenen Erlebnisse haben die Kinder und auch die Lehrkräfte tief geprägt und teilweise auch nachhaltig traumatisiert. Die Schulsozialarbeiterin war eine wichtige Ansprechpartnerin bezüglich der Trauerarbeit. Diese Möglichkeit wird unseren Kindern ohne kontinuierliche sozialpädagogische Betreuung nun genommen.
Letztlich entstehen durch die Nichtbesetzung der Schulsozialarbeit die aufgeführten Folgekosten:
Verschiebung statt Einsparung:
Die Einsparung einer Teilzeitstelle im Bereich der Primärprävention ist betriebswirtschaftlich und kommunalpolitisch kurzsichtig. Unbegleitete Konflikte und psychische Krisen im Grundschulalter manifestieren sich im Jugendalter.
Hohe Folgekosten für Jugendhilfe:
Wegfallende Schulsozialarbeit führt zeitversetzt zu deutlich teureren, intensiveren Maßnahmen der ambulanten und stationären Jugendhilfe (SGB VIII). Diese Kosten müssen durch die Stadt Karlsruhe getragen werden.
Belastung des Gesundheitssystems:
Unbehandelte Traumata und Verhaltensauffälligkeiten führen zu chronischen Erkrankungen, die langfristig die Sozialkassen und das Gesundheitssystem belasten.
Ich trainiere Teile der Schüler der Schule in einem Sportverein und in einer AG und sehe den Bedarf.