48 Unterschriften
Petition richtet sich an: Universitätskanzler Dr. Ulrich Breuer
Offener Brief zum Stellenumbau in der zentralen Verwaltung an der Goethe-Universität
Tarifvertrag ja - Stellenabbau nein!
Die studentischen Hilfskraftstellen der Bibliotheken und in den Verwaltungseinheiten an der Goethe-Universität Frankfurt sollen künftig in den Tarifvertrag der Universität überführt werden. Das begrüßen wir ausdrücklich. Tarifliche Absicherung, klare Rechte und faire Bezahlung sind längst überfällig.
Aber dieser Fortschritt darf nicht zu einem Scheinsieg werden. Nach den Kürzungen der letzten Monate ist die Lage insbesondere an den Bibliotheken und in der Verwaltung bereits angespannt. Eine Überführung in den Tarifvertrag darf nicht dazu genutzt werden, Lohndumping zu betreiben, Stellen abzubauen, Arbeit zu verdichten oder die Benutzung der Bibliotheken für Studierende einzuschränken.
Die Verantwortung hierfür tragen insbesondere der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Enrico Schleiff, sowie der Kanzler, Dr. Ulrich Breuer. Wir brauchen eine öffentliche Ausfinanzierung des Hochschulsystems statt den massiven Kürzungen des hessischen Hochschulpaktes.
Daher fordern wir von Ihnen:
- Keine weiteren Kürzungen oder Stellenabbau an den Bibliotheken und in der Verwaltung
- Keine Arbeitsverdichtung für die verbleibenden Beschäftigten
- Keine Leiharbeit sondern Tarifarbeit ohne Befristung insbesondere in den Bibliotheken
- Transparente Tätigkeitsbeschreibungen
- Eingruppierung im Tarifvertrag auf E4
- Aufklärung aller Betroffenen über ihre Rechte im Betrieb
- Administrative Ermöglichung gleichzeitiger Beschäftigung als SHK und Tariflicher Aushilfsstelle
Die Arbeit der studentischen Hilfskräfte ist unverzichtbar für den Universitätsbetrieb. Wer sie in den Tarifvertrag überführt, muss dafür sorgen, dass daraus echte Verbesserung entsteht und nicht Verdichtung und Intensivierung der Arbeit für alle anderen Beschäftigten.
Prof. Enrico Schleiff und Dr. Ulrich Breuer, werden Sie Ihrer Verantwortung endlich gerecht!
Für gute Arbeit und sichere Beschäftigung an der Goethe-Universität Frankfurt.
Begründung
Von den rund 320 Hilfskräften alleine in den Bibliotheken der GU, die davon universitätsweit betroffen sind, sollen zum 1.1.2027 etwa 150 Stellen wegfallen. Ob und in welchem Umfang stattdessen tarifliche Stellen geschaffen werden, ist derzeit völlig offen und stark anzuzweifeln. In den Bibliotheken wissen wir, dass keine Ersatzstellen geschaffen werden.
Was die Rechtsgrundlage angeht, sieht es seit dem sog. Herrenberg-Urteil von 2021 folgendermaßen aus: Wissenschaftliche Hilfstätigkeiten sind solche Tätigkeiten, die wissenschaftlicher Arbeit anderer in Forschung und Lehre unmittelbar unterstützen. So sieht es § 6 S. 1 WissZeitVG vor. Gemäß dieses Grundsatzes hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) deshalb am 30.06.2021 ein Urteil gefällt, das unterstrich, was schon zu erwarten war: Tätigkeiten, die die organisatorische Grundlage für das wissenschaftliche Tätigwerden schaffen, stellen keine wissenschaftliche Hilfstätigkeit dar. Explizit genannt wird in der Auflistung des Urteils auch das allgemeine Bibliothekswesen. Damit steht seit dem 30.06.2021 fest: Unsere Anstellung an der Universitätsbibliothek kann nicht als wissenschaftliche Hilfstätigkeit eingeordnet werden. Was daraus folgt ist, dass sie insbesondere auch nicht nach § 6 WissZeitVG befristet werden kann (wie es aber unsere Verträge, die entweder zum 15.09. oder 31.12. enden, vorsehen!).
Die Uni möchte diesen Umstand nun – fünf Jahre nach dem Urteil ! – damit lösen, indem sie die meisten unserer Hilfskraftstellen weg kürzt und nur sehr wenige entfristete Stellen schafft. Genug Mittel für eine volle Übernahme aller bestehenden SHKs gibt es seitens der Uni spätestens seit dem Hochschulpakt nicht. Also sollen wir einfach unser Glück versuchen – und diejenigen, die dabei leer ausgehen, also spätestens zum 31.12.2026 ohne Stelle sind, dürfen dann bitte schweigend den Arbeitsplatz räumen!
Wir wollen uns diesem Umstand nicht einfach beugen!
Die Uni weiß, dass sie rechtwidrig handelt bzw. in den letzten 5 Jahren bereits im Wissen der neuen Regelung gegen diese gehandelt hat. Das wird durch die „Umstellung“ und die Fortbeschäftigung von SHKs über 6 Jahre hinaus klar.
Machen wir uns nichts vor: Die Uni begeht mit uns TARIFFLUCHT.
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Angaben zur Petition
Petition gestartet:
27.10.2026
Sammlung endet:
26.04.2027
Region:
Frankfurt am Main
Kategorie:
Bildung
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