Der Stadtrat in Wörth möge vor einer Festlegung der Nutzung des Schauffele-Geländes als Sport- und Freizeitfläche und dem damit verbundenen Sportstättenverlagerungen umfassend mit ALLEN Betroffenen sprechen, dazu gehört es, die Anwohner, Schüler und Eltern einzubeziehen, transparent zu informieren und zu befragen.

Transparenz darf dabei nicht darauf beschränkt sein, von Planungsbüros erstellte Dokumente und Dateien auf einer Projektseite im Internet hochzuladen.

Ein solch umfassender städtebaulicher Eingriff muss von einer breiten Mehrheit in Politik und Bürgerschaft getragen werden, dieses Thema darf nicht zum regelmäßigen Spielball bei Wahlen werden und in deren Folge regelmäßigen Planänderungen, Verzögerungen und Kostensteigerungen unterworfen sein.

Begründung: Die Stadt Wörth am Rhein hat ein ehemaliges Kiesgewinnungsgelände („Schauffele-Gelände“) am Autobahnkreuz Wörth gekauft und möchte dieses zur städtebaulichen Entwicklung nutzen.

Dazu sollen auf diesem Gelände in der Nähe des Wörther Bahnhofs Sport- und Freizeitflächen, die derzeit überwiegend in der Nähe der weiterführenden Schulen auf dem Wörther Dorschberg liegen, neu entwickelt und angelegt werden.

In einem weiteren Schritt sollen die freiwerdenden Flächen (Tennisplätze, 3 Jahre alter Kunstrasenplatz, Naturrasenplatz mit Leichtathletikanlagen, Dreifeldsporthalle) abgerissen und für die Schaffung von Wohnraum verwendet werden. Der bestehende Kunstrasenplatz wurde erst vor rund 3 Jahren für knapp 700.000 € neu angelegt. Aus diesem Verwertungserlös sollen dann die gesamten Maßnahmen bezahlt werden.

Diese Planungen basieren auf der Feststellung eines derzeit bestehenden Wohnraumbedarfs in der Region Karlsruhe/Wörth und einer eingeschränkten bzw. für Wohnraumschaffung nicht gegebenen Nutzungsmöglichkeit des „Schauffele-Geländes“.

Für die in Wörth auf dem „Dorschberg“ angesiedelten Schulen (Gymnasium, IGS, BBS, Förderschule in Trägerschaft des Kreises; Grundschule in städtischer Trägerschaft) würde sich dadurch eine deutlich schlechtere Erreichbarkeit der Außensportanlagen und der ebenfalls vom Umzug betroffenen Dreifeldsporthalle ergeben.

Für einen Transfer zwischen den Schulen und dem neu geplanten Sportzentrum steht theoretisch auch die Stadtbahn S5 zur Verfügung. Dazu müssten Fahrzeiten im Detail optimiert und die Kostenübernahme für Schüler ohne Monatskarte (im Umkreis von 4km um den Schulstandort) dauerhaft geklärt werden. Die von der Stadt Wörth den Schulleitungen und dem Kreis vorgeschlagene Optimierung der vorhandenen Sportflächen neben der Grundschule ist keine Alternative, da in der Summe nur eine 350m lange Laufbahn neu erstellt wird, die übrigen Sportanlagen lediglich neu „sortiert“ und mit anderem Belag ausgestattet werden. Die Schulsportanlagen grenzen zum einen an eine Naturschutzfläche, zum anderen liegen sie nur rund 100m Luftlinie von der Autobahn A65 und den dort erzeugten Luftschadstoffen entfernt.

Der Schulelternbeirat des Europagymnasiums hatte sich bereits im Herbst 2016 nach den ersten Veröffentlichungen zu diesen Planungen beim Bürgermeister der Stadt Wörth zu Wort und Bedenken (an)gemeldet und dabei auf das Sportfördergesetz in Rheinland-Pfalz verwiesen, das Sportanlagen in öffentlicher Hand zur Nutzung durch Schul- und Vereinssport vorsieht, um doppelte Aufwendungen für den Steuerzahler zu vermeiden: an Werktagen tagsüber nutzen die Schulen die Sportanlagen, nachmittags, abends und am Wochenende die Vereine.

Begründung

Die gewählten Elternvertreter aller betroffenen Schulen hatten sich wiederholt ausgetauscht, wurden aber zu keinem Zeitpunkt in die Gespräche und Planungen eingebunden.

Die Stadt Wörth möchte in der Stadtratssitzung am 17.04.2018 eine Grundsatzentscheidung zur weiteren Vorgehensweise und Entwicklung herbeiführen. Es geht dabei um viel Geld der öffentlichen Hand.

Unklar ist, ob die Verwertung der freiwerdenden Flächen, überhaupt die Gesamtkosten decken kann. Unklar ist, ob zum Zeitpunkt der Verwertung für Wohnraumschaffung noch die Nachfrage wie heute besteht – in frühestens 12-15 Jahren könnten die ersten Wohnungen dort bezogen werden.

Unklar ist, ob in Summe 30, 40, 50 oder bis zu 100 Mio. € von Steuergeldern bewegt (ausgegeben) werden sollen. Unklar ist, ob die weiterführenden Schulen in Wörth ihre heute bestehende Attraktivität halten können, wenn einerseits die Sportstätten weiter wegverlagert werden und gleichzeitig die Wohngebiete rund um den Schulstandort verdichtet werden.

Unklar ist, ob die Verkehrsinfrastruktur den durch zusätzliche Wohnbevölkerung und zusätzlichen „Sportstättenerreichbarkeitsbeförderungsbedarf“ entstehenden Verkehr bewältigen kann. Schon heute ist die an den Schulen und in der Nähe der Sportstätten vorbeiführende Hanns-Martin-Schleyer-Straße im morgendlichen Berufsverkehr und um die Mittagszeit häufig an der Belastungsgrenze.

Bei den – uns als SEB bekannten – Planungen bestehen viele Unklarheiten und Fragen. Klar ist jedoch, dass sich die Situation für den Schulsport von 5 Schulen mit rund 3.000 Schülern verschlechtern wird. Unklar, ob für die Vereine tatsächlich eine Verbesserung der aktuellen Situation eintritt. Dabei ist zu hinterfragen, ob die derzeitige Situation für die Vereine überhaupt „schlecht“ ist.

Anfang des Jahres wurden die Schulelternbeiräte von der Information überrascht, dass die Schulen den städtischen Planungen zugestimmt hätten. Dies trifft tatsächlich nur im Einzelfall zu. Und auch dort ist es keine „Unterstützung der städtischen Pläne“, sondern eine „Akzeptanz“.

Die auf der Homepage der Stadt Wörth auf einer Projektseite veröffentliche Bedarfserhebung für den Schulsport widerspricht der Darstellung, dass die Schulen mit dieser Planung einverstanden sind.

Aus Sicht des Bürgers und Steuerzahlers bleibt die Frage, weshalb die Sportstättenverlagerung als „alternativlos“ dargestellt wird und weshalb die derzeit als Sportstätten genutzten Flächen für Wohnraumschaffung herangezogen werden sollen. Als Steuerzahler hätten wir gerne, dass geprüft wird, ob man das in wenigen Jahren für viele Millionen zu sanierende BBS-Gebäude nicht lieber verlagert (an anderer Stelle neu baut) und die freiwerdende Fläche inklusive der Vorhaltefläche für eine kreiseigene Sporthalle für die – dort auch schneller realisierbare – Schaffung von Wohnraum verwendet.

Eine Verlagerung der BBS könnte z.B. in den Bereich des Hafens Maximiliansau erfolgen. Dort könnte zusammen mit dem CJD ein „Cluster Berufsbildung“ entstehen, die Sportplätze in Maximiliansau könnten tagsüber von der BBS genutzt werden. Nicht zuletzt würde die Verlagerung der Berufsschüler weg vom Dorschberg dort zu einer erkennbaren verkehrlichen Entlastung führen.

Alternativ sollte man auch die Verlagerung der BBS ans Schauffele-Gelände prüfen. Wenn dort eine große Sporthalle gebaut werden kann, sollte auch ein funktionelles Schulgebäude realisierbar sein.

Seit dem Kauf des Schauffele-Geländes durch die Stadt Wörth am Rhein sind knapp 2 Jahre vergangen. Die aktuellen Schüler der weiterführenden Schulen in Wörth werden mutmaßlich durch die geplante Sportstättenverlagerung nicht mehr betroffen sein.

Es geht im Grunde um die „nächste Generation“. Da ist ein weiteres Jahr intensiver Beratungen und transparenter Prozesse gut investierte Zeit.

Im e-Journal „Journal of New Frontiers in Spatial Concepts“ hat im Jahr 2015 der damalige Verwaltungsdirektor am KIT, Dr. Dennis Nitsche, in dem wissenschaftlichen Fachbeitrag „Raum als limitierender Faktor für gesellschaftliche Entwicklung – Die besonderen räumlichen Herausforderungen an die Bürgergesellschaft und Verwaltung der Stadt Wörth am Rhein“ folgende Aussage getroffen, die gut zur aktuellen Situation passt: "Eine Fokussierung der städtischen Unterstützung, beispielsweise hinsichtlich der gemeinsamen ortsteilübergreifenden Nutzung von Infrastrukturen, kann zusätzliche Impulse setzen und zugleich das Gesamtniveau der städtischen Unterstützung erhöhen. Allerdings ist hier die echte Einbeziehung der Akteure ein kritisches Erfolgselement – schlecht kommunizierte und unzureichend diskutierte Vorstöße der Verwaltung werden absehbar auf Widerstand stoßen. Der Stadt kommt damit auch eine Aufgabe als Mediatorin zu."

Dieser grundsätzlichen Sichtweise schließen wir uns mit dieser Petition an.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Schulelternbeirat Europagymnasium Wörth aus Wörth am Rhein
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Pro

Stellungnahme Kreis GER: Die Bedingungen für die Schulen in Wörth sind bisher für das Unterrichtsfach Sport sehr gut. Die räumliche Nähe und Ausstattungen sind adäquat. Mit einer Verlagerung der Sportstätten fiele wertvolle Unterrichtszeit weg. Der Transport der Schüler würde nicht nur Zeit, sondern auch erhebliche Summen zusätzlich kosten. […] Eine Verlagerung der Sportstätten wäre demnach für die schulische Entwicklung in Wörth ein enormer Rückschritt.

Contra

Wörth steht seit über einem Jahr in der Diskussion über die Nachnutzung des sog. Schauffele-Geländes. Der Presse ist zu entnehmen, dass Vereine und Schulen Zustimmung zur Verlagerung der auf dem sog. Dorschberg befindlichen Sportstätten äußern. Parteien haben einen Kompromiss gefunden. Es fehlt den Schulen wohl nicht an Freisportfläche. Das Stadion wird allen Anschein nach häufig nur bei Veranstaltungen (BJS) oder Prüfungen genutzt. Woran es fehlt ist eine zus. Halle, die der Kreis schon einmal auf dem Gelände der BBS Wörth plante! Hierfür sollte die SEB und Herr Weis mal aktiv werden!