Wieder musste ein soziales Projekt einem neuem Investor Platz machen.

Dem Gemeinschaftsgarten "Stadtgarten Glaucha" wurde der Boden entzogen. Wir werden aber weiter machen und suchen nicht nur wieder eine neue Fläche, sondern auch die öffentliche Diskussion über Freiflächen zur bürgerschaftlichen Nutzung! Wir freuen uns, wenn Sie uns mit Ihrer Stimme dabei unterstützen und sich unseren Forderungen an die Planer*innen dieser Stadt anschließen! Gemeinsam geht es weiter.

Begründung

Wir müssen unseren Gemeinschaftsgarten Glaucha bis Ende November 2018 bereits räumen! Vor wenigen Wochen kam die Kündigung unseres Nutzungsvertrags. Ein Berliner Investor hatte die Fläche bereits 2017 gekauft. Seitdem sind auch wir gezwungen nach Verlängerungs- und Ausweichmöglichkeiten Ausschau zu halten. Der Stadtgarten Glaucha existierte bald 10 Jahre auf einer brach liegenden Baulücke in der Torstraße 31, Südliche Innnenstadt und ist ein Projekt des "Postkult e.V.". Dies ist ein erfolgreich etablierter, gemeinwohlorientierter Verein, der auf unkommerzielle Art an der kreativen und kulturellen Bereicherung der Stadt mitwirkt. Er ist im Böllberger Weg auf dem Gelände der alten Zigarrenfabrik zu finden.

Der "Postkult e.V." hat schon einige schwierige Zeiten im halleschen Viertel Glaucha überstanden und setzt sich nichtsdestotrotz auch weiterhin für die aktive Überbrückung von zwischenmenschlichen Klüften, für ein größeres solidarisches Miteinander, für Austausch und gute Nachbarschaft, und nicht zuletzt für die Einbindung aller Menschen und ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten ein, immer mit dem Ziel Eigeninitiative zu stärken, Empowerment wirksam werden zu lassen.

Viele Menschen haben seit 2009 den Weg in den zwischen Häuserwänden eingerahmten Garten gefunden. Auf einem Teil des Geländes wurden Obst, Gemüse und Kräuter gepflanzt, ein Teich angelegt und ein Gewächshaus errichtet. Der andere Teil wurde als Erholungsraum und Veranstaltungsfläche, schließlich für die Umsetzung etwaiger Ideen der Nachbarschaft genutzt. Viele Kinder haben hier gespielt, hier wurde getüftelt, im Do-it-yourself Sinne gebaut, gegärtnert, gegrillt. Gemeinsam wurden Feste gefeiert, sich vernetzt, Integration gelebt, Bildung betrieben, Kommunikation geübt und ganz unspektakulär damit auch eine ganze Palette an alternativen Freizeitangeboten geschaffen. Es ist ein Ort gewesen, der niedrigschwellig Menschen geholfen hat ihre Vereinzelung zu überwinden, sich innerhalb der Stadt und Gesellschaft zu verorten und solidarische Beziehungen aufzubauen, und damit Teil einer gelebten gesellschaftlichen Veränderung zu sein.

Alles noch nutzbare im Garten wurde nun aber verschenkt und der Rest verschrottet, die Fische aus dem Gartenteich finden noch ein neues Gewässer und schon gleicht unser Garten wieder einer Brache! Nur noch die stehen gelassenen Tomatenpflanzen, Apfelbäume, Erdbeerfelder und Kräuterbeete erinnern eindringlich daran, dass die kollektive Nutzung von Freiräumen sinnvoll und möglich ist. Wenn auch diese natürlichen Zeugen in ein paar Wochen platt gebaggert wurden, um das geplante Neubauprojekt umzusetzen, werden wir und hoffentlich viele Menschen mit uns weiter daran erinnern, dass es nicht nur möglich, sondern auch nötig ist Freiräume in der Stadt für Gemeinschaftsgärten und Bauspielplätze zu nutzen und einzufordern! Wir suchen akut eine neue Fläche.

Wir sind überzeugt, dass das Projekt Stadtgarten Zukunft hat.

Brach liegende Räume und Orte müssen weiterhin geöffnet, belebt und erhalten werden, um die Lebensqualität in Halle zu erreichen, die wir brauchen und uns wünschen. Zwischennutzungs-Projekte auf privatem Boden, sind immer zeitlich befristet und stehen permanent auf der Kippe. Dieser Umstand erschwert den Erfolg der ehrenamtlichen Arbeit. **Wir fordern gute Alternativen zu Duldungsverhältnissen und Zwischennutzungslösungen für gemeinwohlorientierte Projekte wie Stadtgärten.

Es muss auch in Halle möglich sein unkompliziert, ungenutzte Räume und Orte für soziale und kulturelle Vereine zur Verfügung gestellt zu bekommen, ohne dass die betreffenden (mittellosen/unkommerziellen) Initiativen Boden und Häuser erwerben müssen!**

Wir fordern größere Anerkennung derartiger Projekte, die deutlich stärker wiegt als profitorientierte Überlegungen kommunaler Stadtplaner.
Immobilienspekulationen müssen eingedämmt und der Ausverkauf der Freiräume in der Stadt müssen beendet werden. Stadteigene Flächen sollten gehalten und sinnvoll und unter Einbezug der Bedürfnisse im Viertel genutzt werden. Zudem fordern wir langfristige, sichere Nutzungsperspektiven für unkommerzielle, soziale und kulturelle Projekte! Diese sind wichtig für die volle Entfaltung des ganzen Potentials eines sozialen, nachbarschaftlichen Projektes, was immer auf einen Prozess von mehreren Jahren Engagement und Arbeit angewiesen ist. Gesicherte Nutzungsoptionen für Gemeinschaftsgärten an einem festen Standort haben einen großen praktischen Nutzen, würden auch die gewünschten Kooperationen mit beispielsweise Bildungs-Institutionen möglich machen und mehr Menschen ansprechen. Für die dementsprechenden Nutzungskonzepte sind wir in vielen Gesprächen und *freuen uns auf eine neue Freiflächen-Diskussion in der Öffentlichkeit!** Wir formulieren weiter gemeinsame Forderungen mit schon verdrängten Projekten und Interessierten und hoffen mit gemeinsamer Stärke echte Veränderungen in der Stadtentwicklung zu erwirken

www.postkult.de/

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Gerda Böhme aus Halle (Saale)
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Warum Menschen unterschreiben

  • Claudia N. Halle (Saale)

    vor 2 Tagen

    Glaucha soll seinen Stadtgarten behalten, ein Ort an dem Jung und Alt zusammen kommt und innerhalb er Stadt etwas über das gärtnern lernen kann!

  • Andreas Niedermaier Halle (Saale)

    vor 5 Tagen

    Weil die Stadt nicht denen mit viel Geld gehören darf, so ein Mist, alles wird weggekauft.

  • Nicht öffentlich Halle (Saale)

    vor 5 Tagen

    nichtkommerzielle lebens(t)räume gehen flöten.

  • Nika Zitnik Halle (Saale)

    am 29.11.2018

    Freiräume braucht das Land

  • Phillip Schlage Halle (Saale)

    am 29.11.2018

    Alternative und Nachhaltigkeitsprojekte sollten erhalten und unterstützt werden, um zur Vielfalt und Meinungsaustausch beizutragen.

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