Auf einigen Jahr- und Weihnachtsmärkten gibt es noch immer sogenannte Ponykarussells, in denen die Tiere dazu gezwungen werden, den ganzen Tag lang im Kreis zu laufen. Dahinter verbirgt sich jedoch nichts anderes als eine tierquälerische Schinderei, denn Wirbelsäule und Beine von Ponys bzw. Pferden sind nicht für stundenlanges Im-Kreis-Laufen ausgelegt. Schmerzhafte Gelenk- und Wirbelschäden sind häufig die Folge.

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Neben einem oftmals nicht passenden Zaumzeug und einem vielerorts erheblichen Lärmpegel von angrenzenden Fahrgeschäften leiden die sensiblen Ponys vor allem unter der trübsinnigen Monotonie der endlosen Runden. Der Missbrauch der Tiere als Rondell-Maschinen vermittelt Kindern zudem ein nicht zeitgemäßes Bild vom Umgang mit lebenden Mitgeschöpfen.

Auch die Bevölkerung lehnt Ponykarussells mit deutlicher Mehrheit ab: Eine repräsentative Umfrage (pdf-Datei) ergab im August 2015, dass rund zwei Drittel der Deutschen die Nutzung von Ponys in Karussells als nicht tiergerecht empfinden. Nur 13 % glauben hingegen, die Ansprüche der Tiere würden ausreichend erfüllt. Lediglich 19 % aller Befragten sind der Ansicht, dass Ponykarussells weiterhin auf Jahr- und Weihnachtsmärkten zugelassen werden sollten, während sich rund 59 % für ein Verbot aussprechen.

Begründung

Immer mehr Amtstierärzte, Tierärzte und Experten sprechen sich gegen die monotonen Ponykarussells aus. Amtstierärztin Dr. Sabine Beckmann vom Kreisveterinäramt Gütersloh sagte 2010 in einem Interview (1): „Die derzeitige Praxis, die Ponys stundenlang in dieselbe Richtung trotten zu lassen, ist als absolut verhaltenswidrig einzustufen. Die Tiere leiden physisch und psychisch.“

In einem weiteren Zeitungsartikel (2) werden Amtstierärzte der Landkreise Gütersloh und Paderborn wie folgt zitiert: „Die Tiere laufen immer nur im Uhrzeigersinn. Dadurch können Haltungs- und Muskelschäden entstehen. Das ist Tierquälerei!“

Der durch Publikationen und Kolumnen bekannte österreichische Tierarzt Dr. Hans Christ warnt ebenfalls vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Ponykarussells (3): „Durch die fortgesetzte einseitige Kreisbewegung kommt es unweigerlich, ungeachtet etwaiger Erholungspausen, im Laufe der Zeit zu Schäden im Bewegungsapparat (ungleiche Beanspruchung der Gelenke, Bänder und der Wirbelsäule). […] Die Stereotypie des Tätigkeitsmusters und die damit verbundene Reizarmut stellt für die Tiere eine zusätzliche, psychische Belastung dar!“

Der renommierte Hippologe Ingolf Bender (Wicklow, Irland), Herausgeber und Autor diverser Standardbände (u. a. Kosmos Handbuch Pferd und Praxishandbuch Pferdegesundheit) bezeichnet die typischen Pony-Karussells, meist auf Rummelplätzen, als "unkultiviertes Kommerzangebot, weil dabei Pferde in vielen Fällen teils tierschutzwidrig gezäumt, teils von reitungeübten Kindern durchweg zwar unabsichtlich, aber unabwendbar, unreiterlich traktiert und zudem u. a. nicht artgerecht bewegt werden. Durch Art und Umfang eines typischen Pony-Karussellbetriebs sind psychische und physische Leiden der Vierbeiner unvermeidbar. Wegen des sich daraus ergebenden dringenden Verdachts der Tierschutzwidrigkeit sollte der typische Pony-Karussellbetrieb explizit gesetzlich verboten und veterinärbehördlich durch entsprechende Ordnungsverfügungen untersagt werden." (4)

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. ist ein Zusammenschluss von praktizierenden Tierärzten und Amtstierärzten in Deutschland. Sie beleuchtet in ihrem Positionspapier (5) einen weiteren kritischen Aspekt bei der Nutzung von Ponys in „Ponykarussells“: „Hervorgehoben werden muss zudem, dass den Kindern durch das stupide Im-Kreis-Laufen der Ponys ein Bild vom Pferd vermittelt wird, das aus der Sicht des ethischen Tierschutzes heute nicht mehr zeitgemäß ist.“

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Steffy Olechny aus kordel
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