Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss, BMWE, Bundesnetzagentur
Deutschland steckt jedes Jahr Milliarden Euro in die Förderung von Wärmepumpen, Solaranlagen und Batteriespeichern. Diese Geräte sollen zusammenarbeiten, damit Haushalte weniger Strom aus dem Netz brauchen, die Energiewende schneller vorankommt und das Stromnetz entlastet wird.
Doch in der Realität passiert genau das Gegenteil:
Viele dieser Geräte können nicht miteinander sprechen, obwohl es dafür längst einen offenen Standard gibt - EEBus. Hersteller blockieren sich gegenseitig, und die Geräte arbeiten isoliert statt gemeinsam.
Das bedeutet:
- Eine Wärmepumpe läuft oft genau dann, wenn die Solaranlage keinen Strom liefert.
- Der Batteriespeicher lädt nicht, wenn die Sonne scheint.
- Das Stromnetz wird unnötig belastet.
- Bürgerinnen und Bürger können ihre geförderten Anlagen nicht optimal nutzen.
- Der Staat zahlt Milliarden für Technik, die nicht das leistet, was sie leisten könnte.
Die Folgen für uns alle: --> 3,7 bis 5,0 Milliarden Euro Schaden pro Jahr <--
- 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro verschwendete Fördermittel
- 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro zusätzliche Netzstabilisierungsmaßnahmen
- 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro unnötiger Netzausbau
- Höhere Strompreise für alle
- Langsamere Energiewende
- Mehr Belastung für das Stromnetz
- Weniger Nutzen für Haushalte, die bereits investiert haben
Diese Schäden entstehen nicht, weil die Technik fehlt. Sie entstehen nur, weil Hersteller ihre Geräte nicht miteinander bzw. Energiemanagement-Systemen anderer Hersteller kommunizieren lassen.
Wir fordern daher:
- Eine klare gesetzliche Regelung, die alle Hersteller verpflichtet, ihre Geräte über den bestehenden Standard (EEBus) miteinander kompatibel zu machen.
- Die vollständige Umsetzung dieser Kommunikation für Wärmepumpen, Solaranlagen, Batteriespeicher und Wallboxen.
- Einen verbindlichen Zeitplan:
- Bis 31. Dezember dieses Jahres: Entwurf und Umsetzung der Verordnung
- Bis 30. Juni 2027: vollständige technische Umsetzung durch alle Hersteller
Deutschland kann es sich nicht leisten, jedes Jahr Milliarden zu verlieren, nur weil Geräte nicht miteinander reden dürfen.
Wir brauchen klare Regeln – jetzt.
Begründung
Damit Wärmepumpen, Solaranlagen, Batteriespeicher und Wallboxen zusammenarbeiten können, müssen sie bestimmte Informationen austauschen. Dafür gibt es bereits einen offenen Standard namens EEBus. Damit alles funktioniert, müssen Hersteller folgende Funktionen freischalten:
1. Geräte müssen sagen können, was sie gerade tun
- Wie viel Strom sie verbrauchen
- Wie viel Strom sie erzeugen
- Ob sie heizen, laden oder pausieren
2. Geräte müssen Befehle empfangen können
- „Nutze jetzt den Solarstrom“
- „Reduziere deine Leistung, das Netz ist belastet“
- „Lade die Batterie jetzt“
- „Starte die Wärmepumpe, es ist genug Solarstrom da“
3. Geräte müssen miteinander planen können
- Wärmepumpe startet, wenn Solarstrom verfügbar ist
- Batterie lädt, wenn die Sonne scheint
- Wallbox lädt, wenn das Netz es erlaubt
4. Geräte müssen Netzsignale verstehen
- Begrenzung der Leistung
- Aufforderung zur Lastverschiebung
Diese Funktionen sind fertig standardisiert, sofort nutzbar und durch KI Unterstützung technisch einfach und schnell umsetzbar. Es fehlt nur eine gesetzliche Verpflichtung, damit alle Hersteller sie auch tatsächlich freischalten.
Quellen (Auswahl):
EEBus Initiative – offizieller Standard & Dokumentation: https://www.eebus.org/technologie/
Bundesnetzagentur – Hinweis auf fehlende Interoperabilität: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/SmartMetering/start.html
Fraunhofer ISE – Studie zu fehlender sektorübergreifender Kommunikation: https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2023/kommunikation-energiesysteme.html
Fraunhofer ISE – Lastprofile & Eigenverbrauchsanalysen: https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/eigenverbrauch-pv.html
Agora Energiewende – Wärmepumpen & PV: fehlende Optimierung: https://www.agora-energiewende.de/veroeffentlichungen/waermepumpen-im-stromsystem/
HTW Berlin – Stromspeicher-Inspektion: https://pvspeicher.htw-berlin.de/stromspeicher-inspektion/
Fraunhofer ISE – Speicherintegration: https://www.ise.fraunhofer.de/de/forschung/projekte/stromspeicher.html
Bundesnetzagentur: Netzentwicklungsplan Strom 2037/2045 (Netzausbau, Lastflexibilität): https://www.netzausbau.de/DE/Bedarfsermittlung/NEP/NEP_node.html
Bundesrechnungshof – Ineffizienzen in Energie-Förderprogrammen: https://www.bundesrechnungshof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2023/bericht-foerdermittel.pdf
Bundesnetzagentur – Bericht zu Redispatch-Kosten: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Netzentwicklung/Redispatch/start.html
Agora Energiewende – Studie zu Lastmanagement & Netzausbau: https://www.agora-energiewende.de/veroeffentlichungen/lastmanagement-und-netzausbau/
EEBus – SPINE & SHIP Spezifikationen: https://www.eebus.org/technologie/
VDE FNN – Hinweis auf EEBus als interoperablen Standard: https://www.vde.com/de/fnn/themen/smart-grid
BMWK – Gesetzeslage zur Interoperabilität: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/digitalisierung-energiewende.html
Bundesnetzagentur – Smart-Meter-Gesetz deckt Gerätekommunikation nicht ab: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/SmartMetering/start.html