Sehr geehrte Steyrer Stadträte, sehr geehrter Herr Bürgermeister Hackl! Wir, die Unterzeichner dieses offenen Briefes, sind entsetzt über die neue Straßenmusikverordnung. So dürfen Straßenmusiker von nun an nur mehr dienstags und donnerstags von 10:00-12:00 und von 15:00-17:00 sowie samstags von 10:00-13:00 Uhr ihrer Arbeit nachgehen. Dies bedeutet einen tiefen Einschnitt in den öffentlichen Raum - der uns allen gehört! - und zeugt von Kunstfeindlichkeit. Während die tatsächlichen Ursachen für Lärmbelästigung, wie Straßenlärm und die Dauerbeschallung in Geschäften, weiterhin ignoriert oder sogar forciert werden, wollen Sie Straßenmusiker, die einen wesentlichen kulturellen Beitrag leisten, de facto einfach aus der Stadt verbannen. Bei allem Verständnis für Anrainer und Unternehmer in der Innenstadt: Diese Verordnung ist in jeglicher Hinsicht unvertretbar. Wir, Musikerinnen und Musiker, Kunstschaffende, Literaten und alle, denen Kunst und der öffentliche Raum am Herzen liegen, behaupten, dass diese Straßenmusikverordnung sofort zurückgenommen werden muss. Lassen Sie die Innenstädte nicht zu semiöffentlichen Flächen, in denen der Mensch nichts mehr wert ist, verkommen! Mit freundlichen Grüßen, Paul Schuberth.

Begründung

derstandard.at/2000006218892/In-Steyr-wird-Strassenmusik-verbannt

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Pro

Es geht weniger darum, gegen Lärmbelästigung vorzugehen, sondern viel mehr, sozial am Rande stehende Menschen aus dem Blickfeld der Menschen zu rücken, die in Zeiten der Krise der Angst des sozialen Abstiegs vor gehalten bekommen. Angst ist eine mächtige Waffe, um gegen unangenehme Randgruppen vorzugehen. Gegen dieses Scheinargument und für sozialen Zusammenhalt, ein freundschaftliches Zusammenleben und ein solidarisches Miteinander.

Contra

Ich würde jedem Unterzeichner empfehlen, sich 10 Lieder von schlechten bis mittelmäßigen Musikanten aufzunehmen und diese in einer Dauerschleife von Montag bis Sonntag (ja es wurde an 7 Tagen in der Innenstadt gespielt) durchlaufen zu lassen. Und bitte probieren Sie dann, konzentriert zu arbeiten, schreiben, ein Buch zu lesen oder sich einfach zu entspannen. Nach dem 20. Mal schlecht gespieltem Zillertaler Hochzeitsmarsch sind sie sicher unfähig, irgendetwas konzentriert zu machen. Wir sind in der glücklichen Situation in Steyr, daß man in den Geschäften nicht mit Musik zwangsbeschallt wird.