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Die Petition wurde abgeschlossen
Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Faire Regeln für umweltfreundlichen und gemeinnützigen Online-Handel
Wir fordern ein Maßnahmenpaket mit fairen Regeln zur Eindämmung der umweltfeindlichen und gesellschaftszerstörenden Auswirkungen des Internet-Handels. Dieses Maßnahmenpaket soll die Umwelt schützen, die Folgen von Versandflut und Warenrücksendungen bewusst machen und die katastrophalen Folgen für den stationären Handel und für die Kommunen und Länder abmildern. Wir fordern
1. Eine Internethandel-Transaktionsgebühr in Höhe von 10% des Einkaufwertes, die in vollem Umfang der Kommune des Wohnortes des Käufers zufällt.
2. Verbot der Kennzeichnung als "kostenloser Versand". Stattdessen muss ein realistischer bzw. tatsächlich entstehender Versandbetrag ausgewiesen werden.
3. Keine Rückerstattung der Versandkosten bei Rückabwicklung. Die Rücksendegebühr sollte weiterhin vom Versandhandel getragen werden, da diese vermeintlich mit einem Produktmangel in Verbindung steht, aber nicht die Lieferkosten zum Käufer
Begründung
Fairness gegenüber dem stationären Handel und den Kommunen
Online-Handel entzieht dem stationären Handel und den Kommunen massive Umsätze und Steruereinnahmen. Die folgenden Maßnahmen schützen die Umwelt und unser Sozialleben in attraktiven Innenstädten und schaffen Jobs oberhalb des Mindestlohnsektors.
Transaktionsgebühr auf Online-Handel
Der Internethandel profitiert von vielen Vorteilen gegenüber dem stationären Handel: Geringere Löhne für Logistikbeschäftigte, kompakte Arbeitszeiten, da keine Ladenöffnungszeiten permanent besetzt werden müssen, viel geringere Mieten und Grundsteuern, große Reichweite und eine 24x7 Öffnungszeit. Dies führt zu einem deutlich geringeren Preisniveau, als es für den stationären Handel wirtschaftlich möglich ist. Bei bis zu 25% Ersparnis kauft der Kunde vermehrt online, der Einzelhandel verliert. Immer mehr Einzelhändler leben am Existenzminimum bei gleichzeitig sehr hohem Arbeitseinsatz. Früher ein stabiler Pfeiler in der Mittelschicht und wichtige Einnahmequelle für die Kommunen, stehen viele Einzelhändler heute vor der Insolvenz und die Nachfolge ist unsicher, da die jüngere Generation nicht bereit ist, das riskante Geschäft fortzuführen
Die Kommunen verlieren durch den Internet-Handel wichtige Einnahmen. Alle Umsätze werden nur noch an den wenigen Standorten der großen Internet-Handelsplattformen gezeigt. Immer mehr Leerstand von Gewerbeimmobilien und steigende Arbeitslosigkeit führen zu weiteren Einbußen. Kleinere Orte und inzwischen auch respektable Städte verlieren ihre Attraktivität und der Entzug der Kaufkraft führt in Summe zur Überschuldung der Kommunen und zur Absenkung der Lebensqualität. Es ist einfach zu wenig Geld für Schulen, Straßen, Stadtgestaltung und Kultur vorhanden. Die Mehreinnahmen durch die Transaktionsgebühr und die Rückkehr der Umsätze in den stationären Handel könnten von den Kommunen hierfür eingesetzt werden und damit die lokale Wirtschaft und Kultur stärken, z.B. durch Absenkung der Gewerbesteuern oder der Grundsteuern für Gewerbeimmobilien . Aber selbst die Kommunen, in denen die großen Internet-Handelsplattformen angesiedelt sind, gehen häufig leer aus. Die allseits bekannten Branchenriesen zahlen kaum Steuern und Gewinne verlassen Deutschland, ohne einen Beitrag zu unserer Gesellschaft.
Keine kostenlose Lieferung
Eine kostenlose Lieferung suggeriert, dass ein Versand nichts "kostet", ohne Gedanken an die Umwelt, die Überfüllung der Innenstädte mit Feinstaub, CO2 und Lärmbelästigung durch den Lieferverkehr und die Ausbeutung der Logistikbeschäftigten. Dem Verbraucher muss stattdessen bewusst werden, dass die Lieferung viel kostet.
Keine Rückerstattung der Lieferkosten bei Rückabwicklung
Die Erstattung der Lieferkosten ist eine übermäßige Bevorteilung des Kunden im Online-Handel, da er beim Einkauf im stationären Handel bei Umtausch oder Rückgabe auch keine Erstattung der Fahrtkosten und Parkgebühren erhalten würde. Es ist daher mit dem Verbraucherschutz vereinbar, dass der Kunde nicht auch diesen Betrag zurückerhält. Die Käufer trägt im Online-Handel eine Teilschuld an der Rückabwicklung, da er die echte Ware nicht vor dem Kauf anprobiert, begutachtet und ohne Mängel übernommen hat, sondern nur Fotos vertraut hat.
Das eigentliche Übel sind jedoch die zahlreichen Bestellungen, deren Natur eine Rücksendung schon einplant. Viele Kunden bestellen mehrere Varianten (Größen, Farben, Modelle), suchen sich das raus, was Ihnen gefällt und schicken den Rest oder sogar alles kostenfrei zurück, mit extrem schädlichen Nebeneffekten. Heute wird im Schnitt jedes 5. Paket aus dem Online-Handel zurückgeschickt. Damit sind inklusive des Rücktransports 2 von 6 Lieferwegen völlig überflüssig. Der Umwelt zuliebe würde die Reduktion dieser massiven Rücksendeflut ein Drittel des Lieferverkehrs einsparen. Zudem werden die zurückgesendeten Waren zu großen Teilen vernichtet, oder als minderwertige Retouren erneut verkauft, wodurch geringere Steuereinnahmen entstehen. Höhere Online-Preise und das "Sitzenbleiben" auf den Versandkosten würden dieses Verhalten eindämmen.
Unser Fazit
Die vorgeschlagene Transaktionsgebühr ist für den Endverbraucher tragbar und fair, ebenso die nicht erstattungfähigen Versandkosten, insbesondere bei dem heutigen Missbrauch. Die positiven Effekte der Maßnahmen überwiegen die Mehrkosten bei weitem. Die höheren Online-Preise sollten Umsatz in die Läden verlagern. Die Stärkung des stationären Handels und die finanzielle Besserstellung der Kommunen, in denen die Käufer leben, werden direkt spürbar. Aber auch der Schutz der Umwelt und die positiven Auswirkungen auf unser Sozialleben durch lebenswerte Städte und gute Beschäftigungsverhältnisse in einem sicherem Gewerbe führen zu einer nachhaltigen Verbesserung und einer fairen Koexistenz von Einzel- und Online-Handel.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
24.05.2020
Sammlung endet:
23.08.2020
Region:
Deutschland
Kategorie:
Internet