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  • Av: Julia Stern
  • Till: (Hoch-)Schulleitungen bundesweit
  • Region: bundesweit
    Kategori: Utbildning mehr
  • Status: Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.
    Språk: Tyska
  • Gescheitert
  • 278 Unterstützende
    insamlingen stängd.

UNICUM vom Campus kicken!

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Die Verteilung der UNICUM-Tüten und die Omnipräsenz der diversen UNICUM-Magazine sind in vielen (Hoch-)Schulen eine willkommene Einnahmequelle um die unerträgliche Unterfinanzierung auszugleichen. Doch diese Reaktion wird mit einem zu hohen Preis bezahlt: (Hoch)Schulleitungen fördern Sexismus und Kommerz auf dem Campus und Schulgelände! Sie schaffen Werbeflächen, über welche u.a. sexistische Inhalte transportiert werden. Dagegen wehren wir uns und fordern die verantwortlichen (Hoch-)Schulleitungen hiermit dazu auf, der Ökonomisierung von öffentlichen Räumen - soweit sie können - entgegenzuwirken und als ersten Schritt die Verteilung jeglicher UNICUM-Produkte auf dem Campus zu unterbinden.
Fangen wir in unserem Kampf gegen die zunehmende Kommerzialisierung aller Lebensbereiche und Sexismus in der Gesellschaft bei unseren (Hoch-)Schulen an!

Diese Petition soll nach dem 31.05.2013 über die Gremien der (hoch-)schulischen Selbstverwaltung an die entsprechenden Hochschulleitungen überreicht werden mit der Absicht, die Zusammenarbeit mit der UNICUM Verlag GmbH & Co. KG zu beenden.
Es liegt an euch vor Ort den Stein ins Rollen zu bringen, die Petition zu verbreiten und sie nach Ablauf in die entsprechenden Gremien zu tragen.

Orsak:

✔ Immer mehr Kommerz auf dem Campus/Schulgelände

Die vielfältigen Produkte von UNICUM sind rein werbefinanziert, die Aufmerksamkeit der Kund*innen ist die Währung, in der UNICUM ihren Wert bei den Sponsor*innen anpreist.

✔ (Re-)Produktion von Sexismus, Geschlechterrollen und Heteronoramtivität

Das Schlagwort "Sex sells" ist wohl einer der grundlegenden Lehrsätze der Werbeindustrie. Egal was verkauft werden soll, beim Werben um die Aufmerksamkeit der Kund*innen sind "erotische" Darstellungen (überwiegend weiblicher) Normkörper oftmals das Mittel der Wahl. Viele der in der Werbeindustrie verwendeten Darstellungen reproduzieren sowohl heteronormative Stereotype als auch eine Degradierung von meist Frauen* zu Sexobjekten. Die letzte UNICUM-Tüte (im Winter 2012) mit einer halbnackten, sich entkleidenden Frau neben dem Slogan: "Mach deine Idee zu Geld" ist nur ein besonders ekelhaftes Beispiel für systematische Sexismen.
Auch eine Bekräftigung der scheinbaren Zweigeschlechtlichkeit drückt sich in Gestaltung und Inhalt der UNICUM-Tüten aus. Manche Tüten sind mit einem blauen Rand versehen, diese werden nur an Männer verteilt, andere haben einen rosa Rand, welche für Frauen vorgesehen sind. Seit 2011 befindet sich in den "Männertüten" die Zeitschrift Uniking, die den Frauen zugeordneten Tüten enthalten die Uniqueen. Jedoch auch die Merchandising-Artikel variieren nach Geschlecht, so enthielten beispielsweise die letzten "Männertüten" Energiedrinks, die "Frauentüten" stattdessen Energiedrinks derselben Marke jedoch in der zuckerfreien Variante. Welches Körperbild Frauen* damit vermittelt wird, braucht hier wohl nicht ausgeführt zu werden.
Für weitere Beispiele sexistischer Darstellungen und der (Re)Produktion von Heteronoramtivität sowie Geschlechterrollen braucht nur eine beliebige Ausgabe des Campus Magazins in die Hände genommen zu werden.

✔ Bildung = Humankapital

In dem öffentlichen Diskurs wird Bildung zunehmend mit der Produktion von Humankapital gleichgesetzt. Auch UNICUM propagiert dieses Verständnis von Bildung auf vielfältige Art und Weise. Zum Beispiel durch die regelmäßige Bewerbung von Career-Messen, von Unternehmen gesponserten 'Future Leader' Programmen und 'Strategieworkshops', als 'neutralen Bericht' getarnte Werbeanzeigen unter der Rubrik 'Karriere' in dem am meisten verbreiteten 'UNICUM Campus Magazin'. Als wäre dies nicht genug, werden vierteljährlich noch 'UNICUM Beruf', 'UNICUM Technik' sowie 'UNICUM Wirtschaft' auf Campi bundesweit vierteljährlich in sehr hoher Stückzahl ausgelegt, um als Bindeglied zwischen Unternehmen und dem heranreifenden Humankapital zu dienen.
Dass es hierfür speziell auch noch ein 'UNICUM Karrierezentrum für Arbeitgeber' [http://arbeitgeber.unicum.de] gibt, überrascht da schon gar nicht mehr.
Selbst speziell für Schüler*innen gibt es alle zwei Monate eine neue Ausgabe: 'UNICUM Abi'. In diesem Magazin werben nicht nur Unternehmen um Nachwuchskräfte, sondern auch gerne der Staat in Form der Bundeswehr um zukünftiges Kanonenfutter.

Es geht hier jedoch nicht vornehmlich darum...

… eine einzelne Firma an den Pranger zu stellen, sondern auf die systematische Verknüpfung zwischen der zunehmenden Ökonomisierung von Bildung und der Reproduktion von Ungleichheitsmechanismen hinzuweisen. Eine systematisch unterfinanzierte Bildungseinrichtung ist darauf angewiesen praktisch jeden Euro von Drittmittelgebern dankbar anzunehmen. Woher das Geld kommt und wie es erwirtschaftet wurde, ist dabei nachrangig, denn die (Hoch-)Schule ist u.U. darauf angewiesen.
Eine beliebte Ertragsquelle ist auch die zeitweilige oder dauerhafte Vermietung öffentlicher Räume für Werbezwecke, insbesondere auf dem Campus. Ob Zeitungsabonnements, UNICUM-Produkte oder Werbung für Finanzdienstleistungen - genommen wird, was Geld bringt.
Da Sexismus und Kommerz auf dem Campus bzw. Schulgelände nichts zu suchen haben und um eine Atmosphäre zu fördern, in der eine kritische Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Zusammenleben im größeren Umfang möglich ist, fordern wir als ersten Schritt die Verbannung jeglicher UNICUM-Produkte aus den (Hoch-)Schulen sowie langfristig eine angemessene Finanzierung des Bildungssystems durch Steuereinnahmen.

På uppdrag av alla som signerat.

Marburg, 7.3.2013 (aktiv bis 6.6.2013)


Debatt gällande petition

PRO: Die Petition "Unicum vom Campus kicken" bildet sehr gut die enge Verknüpfung von sexistischen und kapitalistischen Logiken und Strukturen ab. Zwar werden nicht alle Probleme dadurch gelöst, dennoch biete die Komplexität der Themen einen guten Anknüpfungspunkt ...

PRO: Sie sorgt dafür, dass die Probleme (anhand von UNICUM) an vielen Orten überhaupt erst wieder diskutiert werden.

CONTRA: Wenn ihr nicht mögt, was drin steht, dann lest es einfach nicht. Eine Zeitschrift soll Anregungen für Debatten liefern, zum Nachdenken anregen oder einfach nur unterhalten. Selbst wenn sie nur auf dem Klo konsumiert wird erfüllt sie ihren Zweck der Unterhaltung ...

CONTRA: UNICUM hat durchaus auch was gutes. Jeder Erstsemester steht irgendwann mal vor der Frage, wie man einen Zwischenmietvertrag wasserdicht schreibt, auf was man beim Autokauf aufpassen muss oder welche Benimm-Regeln im Hörsaal gelten. Umfragen zur finanziellen ...

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