Sehr geehrte Gleichstellungs- und Antidikriminierungsbeauftragte des Bundes, der Länder, Kommunen und Gemeinden, sowie der Gewerkschaften und Parteien,

am Montag, den 23.9.2013 ist der offizielle "Bi Visibility Day" oder auch Tag der Bisexuellen. Ursprünglich stammt die Idee dazu aus den USA. Seit dem Stonewall-Aufstand 1969 ist die homosexuelle Gemeinschaft weltweit in Kraft und Sichtbarkeit gewachsen. Die Gesetzgebung in Deutschland hat sich für Lesben und Schwule massiv geändert, die politische Akzeptanz ist gestiegen, die gesellschaftliche wird ebenfalls immer stärker, auch wenn es noch keine absolute Gleichberechtigung gibt. Jedoch sind Menschen, die nicht eindeutig hetero- oder homosexuell sind, lieben und leben, weiterhin unsichtbar. In Deutschland hat leider die bisexuelle, pansexuelle und nicht monosexuelle Gemeinschaft ein Schattendasein.

Um dies zu ändern, fordern wir anlässlich des Tags der Bisexuellen, für alle Menschen, die nicht homosexuell oder heterosexuell sind:

  • dass sich Deutsche Politik im In- und Ausland aktiver für die Rechte von Menschen, die nicht homosexuell oder heterosexuell sind, einzusetzen
  • Anerkennung von Bisexuellen, Pansexuellen und Nicht- Monosexuellen (kurz Bisexuelle) in den Bereichen Medizin und Psychologie
  • Akzeptanz und Sichtbarkeit von und in Medien
  • Akzeptanz und Toleranz in den Wohlfahrts-, Kirchen- und Gewerkschaftsverbänden in Deutschland
  • Akzeptanz und mehr Toleranz auch in der schwulen und lesbischen Gemeinschaft

In Einzelnen heißt dies:

  • Verbesserung des Beratungsangebotes und der psychologischen Betreuung für Bisexuelle

  • In Publikationen und Medienberichten Begriffe zu nutzen, die Bisexuelle integrieren, wo es (auch) um Bisexuelle geht

  • In Diversity Trainings gesonderte Informationen über Bisexualität bereitzustellen

  • Aufklärungsunterricht in Schulen, gesonderte Informationen über Bisexualität

  • Darauf zu achten, dass sich in öffentlichen Gremien und Organisationen, in denen Themen behandelt / bearbeitet werden, die Bisexuelle betreffen, auch unter den Mitgliedern bzw. Sprechern und Sprecherinnen Bisexuelle involviert sind

Begründung

Schätzungen zufolge sind Bisexuelle, Pansexuelle und Nicht-Monosexuelle (kurz Bisexuelle) die zweitgrößte Gruppe sexueller Identität nach heterosexuellen Menschen.

Bisexuelle werden oft ignoriert, diskriminiert, dämonisiert oder unsichtbar gemacht, sowohl in der heterosexuellen, als auch in der lesbischen und schwulen, Welt.

In unserer Gesellschaft existiert nach wie vor ein starres Bild: Entweder ein Mensch ist hetero oder schwul/lesbisch.

Bei einer EU-weiten Umfrage von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender (LSBT) Personen zum Thema Erfahrungen mit Diskriminierung, Gewalt und Belästigung wurden über 93.000 Menschen online befragt. Gerade einmal 15 % der Teilnehmer bezeichneten sich als bisexuell, obwohl Schätzungen zufolge Bisexuelle, Pansexuelle und Nicht-Monosexuelle (kurz: Bisexuelle) in Bezug auf die sexuelle Identität die zweitgrößte Gruppe nach heterosexuellen Menschen bilden. (Kurzlink: bit.ly/1gnZTJi )

Diese Diskrepanz wird ebenfalls durch die nicht repräsentative sozialpsychologische Studie der Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung im Rahmen der Initiative „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ des Landes Berlin bestätigt. Online hatten daran bundesweit 1.042 schwule und lediglich 121 bisexuelle Männer im Alter von 16 bis 77 Jahren teilgenommen. (Kurzlink: bit.ly/1gnZPt6)

Oft wird die gesamte sexuelle Orientierung der Bisexuellen als falsch, unmoralisch oder irrelevant gebrandmarkt. Trotz jahrelangem Aktivismus und der Tatsache, dass Bisexuelle die größte Gruppe in der LGBT-Gemeinde sind, werden ihre Bedürfnisse nicht gesehen und ihre Existenz noch immer in Frage gestellt. Diese Ausradierung birgt ernsthafte Konsequenzen in Bezug auf ihre Gesundheit, ihre Sozialisierung, ihr wirtschaftliches Wohlergehen sowie die Finanzierung von Bi-Organisationen und -Programmen.

Ein Bericht über Eingliederung und Chancengleichheit bisexueller Menschen in Großbritannien hat festgestellt, dass von allen größeren Gruppen in Bezug auf sexuelle Identität bisexuelle Menschen die größten psychischen Probleme haben einschließlich höherer Raten von Depressionen, Angstzuständen, Selbstverletzungen und Selbstmorden.

Für den Bericht abgefragte Einstellungen gegenüber bisexuellen Menschen erwiesen sich im Vergleich zu anderen sexuellen Minderheiten eher als negativ. Häufig wird ihnen pauschal unterstellt, sie seien promisk, unfähig zu monogamen Beziehungen, eine Bedrohung für bereits bestehende Beziehungen Dritter sowie Träger sexuell übertragbarer Krankheiten.

All dies trägt dazu bei, dass Menschen, die weder homo- noch heterosexuell sind, sich häufig nicht outen und damit unsichtbar bleiben. (Kurzlink: bit.ly/1go0x9E)

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, John Poltermann, Bisexuelles Netzwerk e.V. aus Berlin
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Pro

Eine Frau und ein Mann küssen sich,Händchenhaltend durch die Straßen oder im Film sagen: Ich liebe Dich - Dies erzeugt Sichtbarkeit für Menschen die in Heteronormativen Beziehungen leben und wahrscheinlich Hetero sind. Viele machen sich gar kein Kopf. Hetero = Norm. Wenn ein Mann ein Mann küsst, eine Frau einer Frau ihre Liebe gesteht, wird dies als schwul oder lesbisch gelesen. Menschen die zum Beispiel mal mit einer Frau*, mal mit einen Mann* zusammen sind, oder gleichzeitig mit einer Frau* & einen Mann* wollen anerkannt werden, wissen das es in Ordnung ist, wie sie leben und lieben.

Contra

Das Problem ist in meinen Augen, dass es nicht um Akzeptanz sondern um Applaus geht. Man soll die Leute für ihr anders sein feiern, denn sie halten sich für etwas besonderes. Die Höchste Form der Akzeptanz ist erreicht, wenn es keinen Interressiert, denn dann ist es normal. Wenn man das aber sagt, dann wird einem schom mobbing und rechtsradikalismus vorgeworfen. Und das für den Satz: Mir ist doch egal was ihr mit wen zu Hause macht. Das gejht mich auch nichts an. ( Hierauf wurde ich in köln von Homos bespuckt beschimpft und angegriffen. un das weil ich nicht etwas unterschreiben wollte.