• Von: John Poltermann, Bisexuelles Netzwerk e.V.
  • An: Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsbeauftragten ...
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Gesellschaft mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 307 Unterstützer
    Sammlung abgeschlossen

Verbesserung der Akzeptanz und Sichtbarkeit von Bisexuellen, Pansexuellen und Nicht- Monosexuellen

-

Sehr geehrte Gleichstellungs- und Antidikriminierungsbeauftragte des Bundes, der Länder, Kommunen und Gemeinden, sowie der Gewerkschaften und Parteien,

am Montag, den 23.9.2013 ist der offizielle "Bi Visibility Day" oder auch Tag der Bisexuellen. Ursprünglich stammt die Idee dazu aus den USA. Seit dem Stonewall-Aufstand 1969 ist die homosexuelle Gemeinschaft weltweit in Kraft und Sichtbarkeit gewachsen. Die Gesetzgebung in Deutschland hat sich für Lesben und Schwule massiv geändert, die politische Akzeptanz ist gestiegen, die gesellschaftliche wird ebenfalls immer stärker, auch wenn es noch keine absolute Gleichberechtigung gibt.
Jedoch sind Menschen, die nicht eindeutig hetero- oder homosexuell sind, lieben und leben, weiterhin unsichtbar.
In Deutschland hat leider die bisexuelle, pansexuelle und nicht monosexuelle Gemeinschaft ein Schattendasein.

Um dies zu ändern, fordern wir anlässlich des Tags der Bisexuellen, für alle Menschen, die nicht homosexuell oder heterosexuell sind:

- dass sich Deutsche Politik im In- und Ausland aktiver für die Rechte von Menschen, die nicht homosexuell oder heterosexuell sind, einzusetzen
- Anerkennung von Bisexuellen, Pansexuellen und Nicht- Monosexuellen (kurz Bisexuelle) in den Bereichen Medizin und Psychologie
- Akzeptanz und Sichtbarkeit von und in Medien
- Akzeptanz und Toleranz in den Wohlfahrts-, Kirchen- und Gewerkschaftsverbänden in Deutschland
- Akzeptanz und mehr Toleranz auch in der schwulen und lesbischen Gemeinschaft

In Einzelnen heißt dies:

- Verbesserung des Beratungsangebotes und der psychologischen Betreuung für Bisexuelle

- In Publikationen und Medienberichten Begriffe zu nutzen, die Bisexuelle integrieren, wo es (auch) um Bisexuelle geht

- In Diversity Trainings gesonderte Informationen über Bisexualität bereitzustellen

- Aufklärungsunterricht in Schulen, gesonderte Informationen über Bisexualität

- Darauf zu achten, dass sich in öffentlichen Gremien und Organisationen, in denen Themen behandelt / bearbeitet werden, die Bisexuelle betreffen, auch unter den Mitgliedern bzw. Sprechern und Sprecherinnen Bisexuelle involviert sind

Begründung:

Schätzungen zufolge sind Bisexuelle, Pansexuelle und Nicht-Monosexuelle (kurz Bisexuelle) die zweitgrößte Gruppe sexueller Identität nach heterosexuellen Menschen.

Bisexuelle werden oft ignoriert, diskriminiert, dämonisiert oder unsichtbar gemacht, sowohl in der heterosexuellen, als auch in der lesbischen und schwulen, Welt.

In unserer Gesellschaft existiert nach wie vor ein starres Bild: Entweder ein Mensch ist hetero oder schwul/lesbisch.

Bei einer EU-weiten Umfrage von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender (LSBT) Personen zum Thema Erfahrungen mit Diskriminierung, Gewalt und Belästigung wurden über 93.000 Menschen online befragt. Gerade einmal 15 % der Teilnehmer bezeichneten sich als bisexuell, obwohl Schätzungen zufolge Bisexuelle, Pansexuelle und Nicht-Monosexuelle (kurz: Bisexuelle) in Bezug auf die sexuelle Identität die zweitgrößte Gruppe nach heterosexuellen Menschen bilden. (Kurzlink: bit.ly/1gnZTJi )

Diese Diskrepanz wird ebenfalls durch die nicht repräsentative sozialpsychologische Studie der Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung im Rahmen der Initiative „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ des Landes Berlin bestätigt. Online hatten daran bundesweit 1.042 schwule und lediglich 121 bisexuelle Männer im Alter von 16 bis 77 Jahren teilgenommen. (Kurzlink: bit.ly/1gnZPt6)

Oft wird die gesamte sexuelle Orientierung der Bisexuellen als falsch, unmoralisch oder irrelevant gebrandmarkt. Trotz jahrelangem Aktivismus und der Tatsache, dass Bisexuelle die größte Gruppe in der LGBT-Gemeinde sind, werden ihre Bedürfnisse nicht gesehen und ihre Existenz noch immer in Frage gestellt. Diese Ausradierung birgt ernsthafte Konsequenzen in Bezug auf ihre Gesundheit, ihre Sozialisierung, ihr wirtschaftliches Wohlergehen sowie die Finanzierung von Bi-Organisationen und -Programmen.

Ein Bericht über Eingliederung und Chancengleichheit bisexueller Menschen in Großbritannien hat festgestellt, dass von allen größeren Gruppen in Bezug auf sexuelle Identität bisexuelle Menschen die größten psychischen Probleme haben einschließlich höherer Raten von Depressionen, Angstzuständen, Selbstverletzungen und Selbstmorden.

Für den Bericht abgefragte Einstellungen gegenüber bisexuellen Menschen erwiesen sich im Vergleich zu anderen sexuellen Minderheiten eher als negativ. Häufig wird ihnen pauschal unterstellt, sie seien promisk, unfähig zu monogamen Beziehungen, eine Bedrohung für bereits bestehende Beziehungen Dritter sowie Träger sexuell übertragbarer Krankheiten.

All dies trägt dazu bei, dass Menschen, die weder homo- noch heterosexuell sind, sich häufig nicht outen und damit unsichtbar bleiben. (Kurzlink: bit.ly/1go0x9E)

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Berlin, 21.09.2013 (aktiv bis 20.12.2013)


Neuigkeiten

Die Dauer der Petition wurde um einen Monat verlängert damit mehr Menschen erreicht werden. BiNe – Bisexuelles Netzwerk e.V. wird in den kommenden Tagen verstärkt auf die Petition aufmerksam machen und auf die Situation von Bisexuelle, Pansexuelle und ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Eine Frau und ein Mann küssen sich,Händchenhaltend durch die Straßen oder im Film sagen: Ich liebe Dich - Dies erzeugt Sichtbarkeit für Menschen die in Heteronormativen Beziehungen leben und wahrscheinlich Hetero sind. Viele machen sich gar kein Kopf. ...

PRO: Heute sind im Weißen Haus sogar offiziell Vertreter von Bi-Organisatoren eingeladen. Die Medien schweigen immer zu dem Thema, Bisexuelle werden nie so bezeichnet, sondern anders umschrieben, andere nötigen einen dazu, sich zu entscheiden. Wir haben uns ...

CONTRA: Das Problem ist in meinen Augen, dass es nicht um Akzeptanz sondern um Applaus geht. Man soll die Leute für ihr anders sein feiern, denn sie halten sich für etwas besonderes. Die Höchste Form der Akzeptanz ist erreicht, wenn es keinen Interressiert, denn ...

CONTRA: Sorry, aber mir geht das langsam auf den Sack! Ich bin Homo ... Ich bin Bi, .. ich bin schwul... Ich bin lesbisch.... Was geht mich an was wer zu Hause macht und wen er liebt!!! Es wird zu viel Getöse um das ganze gemacht! Im fernsehn Internet und überall. ...

>>> Zur Debatte



Petitionsverlauf

Kurzlink