Deshalb fordern Eltern und Erzieher im Sinne unserer Kinder:

  1. Die benötigte Vor- und Nachbereitungszeit von 5 Stunden pro Woche und Fachkraft muss schrittweise anerkannt und vom Freistaat Sachsen finanziert werden.

  2. Die Personalschlüssel für Kinder im Alter von 0-3 Jahren werden auf 1:4, für Kinder im Alter von 3-6 Jahren auf 1:10 für eine achtstündige Betreuungszeit und für Kinder im Alter von 7-10 Jahren auf 1:16 für eine sechsstündige Betreuungszeit verändert.

  3. Die Verbesserung der Betreuungsbedingungen für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf und der stetig steigenden Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund.

  4. Die Berechnung des Personalschlüssels ohne Urlaubs- und Weiterbildungszeiten der Erzieherinnen und Erzieher.

Begründung

Sehr geehrte Landtagsabgeordnete, in Sachsens Kindereinrichtungen entscheidet sich die Zukunft unseres Freistaats. Ein guter Start für jedes Kind muss durch gute Bildung gewährleistet sein. Individuelle Förderung von Anfang an ist notwendig. Zuwendung braucht Zeit und deshalb ist ein Bildungsplan ohne entsprechende Ressourcen eben nur ein Plan. Deshalb fordern wir die Verbesserung der Rahmenbedingungen in den Sächsischen Kindertageseinrichtungen. Heute! Später ist zu spät! Mit der Umsetzung des Sächsischen Bildungsplanes sind die Anforderungen an das pädagogische Personal stetig angestiegen, während die Personalbemessung, mit Ausnahme der Schulvorbereitung (minimale Veränderungen, kaum nennenswert), unverändert beibehalten wurde. Die Folge ist, dass die pädagogischen Fachkräfte die Zeit für die mittelbare pädagogische Arbeit (Vor- und Nachbereitungszeit) überwiegend außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit erbringen müssen. Um den Anforderungen des Sächsischen Bildungsplanes insbesondere in den Bereichen • Zusammenarbeit mit den Eltern • Dokumentation des Entwicklungsprozesses jedes einzelnen Kindes • Teamreflexion und Qualitätsentwicklung tatsächlich gerecht werden zu können, muss die mittelbare pädagogische Arbeitszeit (Vor- und Nachbereitung) berücksichtigt werden. Spielerisches Lernen muss gut vorbereitet sein, damit Projekte und Exkursionen gelingen und die Kinder davon wirklich profitieren.

Die Umsetzung des aktuellen Bildungsauftrages erfordert eine ganzheitliche, aber trotz allem eine individuelle Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern. Eine Vielzahl von Studien und Fachgremien fordern inzwischen die deutliche Verbesserung des Personalschlüssels in Kindertageseinrichtungen: „Je eher gute Bildung und Betreuung ansetzt, desto bessere Entwicklungschancen haben Kinder in ihrem weiteren Leben.“ Die gegenwärtigen Rahmenbedingungen sind den gestiegenen Anforderungen bisher nicht angepasst worden. Darunter leiden alle Beteiligten seit Jahren. Ausfallzeiten, wie Urlaub, Krankheit oder Weiterbildung, werden im derzeitigen Personalschlüssel nicht berücksichtigt. Als Basis für die Berechnung des Personalschlüssels werden für die Kinder in Krippe und Kindergarten neunstündige Betreuungszeiten festgelegt. Da den Erzieher/innen in Vollzeitstellen maximal 8 Stunden täglich zur Verfügung stehen, führt zusätzlich zu den Ausfallzeiten allein diese Tatsache zu einem schlechteren Personalschlüssel. Eine Fachkraft betreut in der Praxis in der Regel: • 9 Kinder in der Krippe (gem. Sächs.KitaG 1:6) • 18 Kinder im Kindergarten (gem. SächsKitaG 1:13) • 25 Kinder im Hort (gem. SächsKitaG 0,9:22)

Die Kindertageseinrichtungen der Stadt Wurzen setzen sich intensiv mit den professionellen Anforderungen an die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsleistungen auseinander und haben mit hohem persönlichen Engagement vieler pädagogischer Fachkräfte praxisnahe Konzepte für die Umsetzung entwickelt. Nach wie vor sind jedoch die strukturellen Bedingungen, die einer Umsetzung der hohen Qualitätsansprüche in der Praxis häufig entgegenstehen, unzureichend.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Pro

Ich arbeite selbst seit Jahren als Erzieherin und empfinde es als eine Katastrophe was uns zum Teil abverlangt wird und in vielen Fällen einfach nur zu Krankheit, Burnout und Sonstigem führt. Ganz abgesehen von den Auswirkungen auf die Kinder. Teilweise ist das ein reines Verwahren.Dabei arbeite ich gern in diesem Beruf. Schlimm schlimm ...alles in allem kann man schließlich sehen das es in anderen Ländern schließlich geht.Nur in unserem Land wird lieber in Millionen Sinnlos Projekte investiert statt in starke und kluge Kinder.

Contra

Ja wir können diese Wünsche in die Praxis umsetzen, wenn die Eltern die Kosten in voller Höhe tragen. Die Vor- und Nachbereitungstätigkeiten der Erzieherinnen brauchen dann nicht mehr in der Zeit der Mittagsruhe der Kinder (ca. zwei Stunden) ausgeführt werden. Auch diese Zeit wird bisher den Erzieherinnen in voller Höhe vergütet.