Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Tausende Geflüchtete, die in Deutschland einen Asylantrag gestellt haben, wollen arbeiten - dürfen es aber nicht. Pauschale Beschäftigungsverbote halten diese arbeitswilligen Menschen aus dem Arbeitsmarkt heraus, obwohl Deutschland dringend Arbeitskräfte sucht und ihre Versorgung Steuergeld kostet. Das schadet uns allen.
Deshalb wird gefordert: Wer in Deutschland einen Asylantrag gestellt hat, soll grundsätzlich vom ersten Tag des Aufenthalts an arbeiten dürfen. Arbeitserlaubnis muss die Regel sein - ein Verbot die begründete Ausnahme.
Ausnahmen sind nur zulässig, wenn im konkreten Einzelfall rechtliche Gründe dies zwingend erfordern - etwa eine rechtskräftige Ausweisung oder eine behördlich dokumentierte Identitätsverschleierung. Jede Ausnahme muss schriftlich begründet und zeitlich befristet sein.
Begründung
Welche Arbeitsverbote gibt es überhaupt?
Je nach Aufenthaltsstatus gelten in Deutschland sehr unterschiedliche Regeln:
- Anerkannte Schutzberechtigte: Menschen, deren Asylantrag positiv beschieden wurde, dürfen in der Regel ohne Einschränkungen arbeiten. Für sie besteht kein Problem.
- Menschen im laufenden Asylverfahren dürfen in den ersten drei Monaten überhaupt nicht arbeiten. Danach brauchen sie die Zustimmung der Ausländerbehörde und oft auch der Bundesagentur für Arbeit - ein mehrstufiges Verfahren, das Wochen oder Monate dauern kann.
- Menschen in Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE): Die EAEs sind die erste offizielle Anlaufstelle für Geflüchtete in Deutschland. Die Menschen dort sind zum Teil deutlich länger vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen, in manchen Fällen bis zu 18 Monate und länger.
- Geduldete: Sie stehen beim Zugang zu Arbeit und Ausbildung oft vor besonders hohen Hürden: In der Regel brauchen sie eine Erlaubnis der Ausländerbehörde. In bestimmten Fällen gilt sogar ein Beschäftigungsverbot - unabhängig davon, ob bereits ein konkreter Arbeits- oder Ausbildungsplatz vorhanden ist.
Das Ergebnis: Viele Menschen, die offiziell im deutschen Asylsystem registriert sind und arbeiten wollen, warten monatelang - weil Formulare, Zuständigkeiten und Fristen es verhindern. Genau diese pauschalen Hürden sollen abgeschafft werden.
Was Arbeitsverbote uns alle kosten
Deutschland gibt pro Person im Asylverfahren monatlich mehrere hundert Euro allein an direkten Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz aus. Hinzu kommen je nach Unterbringung Kosten für Unterkunft, Verwaltung und Betreuung. Ein Teil dieser Kosten könnte sinken, wenn Asylsuchende schneller ihr eigenes Einkommen erzielen dürften. Wer arbeiten darf, zahlt Steuern und Sozialabgaben, sammelt Berufserfahrung, lernt schneller Deutsch und wird unabhängiger von staatlicher Unterstützung.
Die IAB-BAMF-SOEP-Befragung, eine der größten Langzeitstudien zur Situation Geflüchteter in Deutschland, zeigt: Ein früher Zugang zur Arbeit verbessert die Beschäftigungschancen und den Integrationsverlauf von Asylsuchenden deutlich. Wer dagegen lange warten muss, verliert Zeit, Qualifikationen und Perspektive - auf Kosten der Betroffenen und der Gesellschaft.
Fachkräftemangel trifft alle Branchen
Deutschland braucht Arbeitskräfte. In Pflege, Handwerk, IT, Gastronomie, Logistik und vielen anderen Bereichen fehlen Menschen, die anpacken. Zugleich befinden sich unter den Personen im laufenden Asylverfahren Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Ingenieurinnen und Ingenieure, Handwerkende und IT-Fachkräfte, deren Kompetenzen durch Beschäftigungsverbote und lange Verfahren ungenutzt bleiben.
Laut Bundesagentur für Arbeit waren zuletzt rund 650.000 Stellen offiziell gemeldet. Die IAB-Stellenerhebung, die auch nicht gemeldete Vakanzen erfasst, geht von einer deutlich höheren Gesamtzahl aus. Studien der Bertelsmann Stiftung zeigen zudem: Ohne Zuwanderung wird das Arbeitskräftepotenzial in Deutschland bis 2040 deutlich sinken. Umso unverständlicher ist es, Menschen am Arbeiten zu hindern, die bereits registriert sind und arbeiten wollen.
Arbeit schützt - Verbote nicht
Wer legal beschäftigt ist, steht unter dem Schutz des Arbeitsrechts, ist sozialversicherungspflichtig und für den Staat sichtbar. Beschäftigungsverbote bewirken oft das Gegenteil: Sie drängen Menschen in informelle Strukturen und erhöhen so das Risiko von Schwarzarbeit und Ausbeutung.
Legale Beschäftigung schützt Asylsuchende vor genau diesen Verhältnissen und hilft zugleich dem Staat, Arbeit besser zu kontrollieren, faire Löhne durchzusetzen und illegale Beschäftigung zurückzudrängen. Davon profitieren alle: Beschäftigte, ehrliche Betriebe und die Sozialkassen.
Arbeit ist der stärkste Integrationsmotor
Arbeit bedeutet mehr als Einkommen. Sie schafft Alltag, Kontakte, Sprache, Selbstständigkeit und Teilhabe. Wer arbeitet, begegnet Kolleginnen und Kollegen, lernt die Gesellschaft kennen und übernimmt Verantwortung.
Beschäftigungsverbote erzeugen das Gegenteil: Stillstand, Isolation, psychische Belastung und gesellschaftliche Spannungen. Wer Integration will, darf Menschen, die einen Asylantrag gestellt haben, nicht monatelang oder länger zum Warten zwingen.
Quellen
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales: "Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete", abgerufen am 01.06.2026.
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales: "Leistungssätze nach dem Asylbewerberleistungsgesetz", 19.12.2025.
- Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: "Flüchtlinge einstellen", 13.01.2016.
- Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: "IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten: Überblick und erste Ergebnisse", Dezember 2016.
- Tagesschau: “Zahl der Arbeitslosen sinkt unter Drei-Millionen-Marke”, 29.05.2026.
- Bundesagentur für Arbeit: "Fachkräfteengpassanalyse", abgerufen am 01.06.2026.
- Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: "IAB-Stellenerhebung", abgerufen am 01.06.2026.
- Bertelsmann Stiftung: "Ohne Zuwanderung geht die Zahl der Arbeitskräfte in Deutschland bis 2040 deutlich zurück", 26.11.2024.
- Sachverständigenrat für Integration und Migration: "Reformen, die wirken? Die Umsetzung von aktuellen Migrations- und Integrationsgesetzen", Februar 2025.
Es würde die Integration auf beiden Seiten super helfen... Sprachkurse wären -fast- überflüssig, durch Gespräche in der Arbeitswelt uvam Es würde außerdem das Selbstvertrauen stärken und 'blöden' der Rechten Szene abschmettern! 💪👍